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Umzug innerh Europas. Umzug in die USA.Welches Land ist für die Steuer zuständig?


| 28.12.2015 21:31 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.



Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir haben beide die deutsche Staatsangehörigkeit. In den vergangenen Jahren haben wir in zwei europäischen Ländern gewohnt (erster Wohnsitz), gearbeitet und (Einkommens-) Steuern gezahlt. Vor kurzem sind wir, ohne vorher einen Wohnsitz in Deutschland gehabt zu haben, in die USA gezogen, wo wir leben, arbeiten und demnächst auch Steuern zahlen müssen. In beiden Ländern haben wir uns abgemeldet und ihnen mitgeteilt, dass wir in die USA übergesiedelt sind.

Auf mehreren Formularen in den USA wird nach dem Tax Treaty Country gefragt. Da es zwischen den USA und Deutschland steuerliche Sonderregelungen gibt, ist es für uns wichtig zu wissen welches Land für unsere Steuer zuständig ist. Deutschland, oder das Land indem wir zuletzt gewohnt haben?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Da Sie in den letzten Jahren weder einen Wohnsitz noch einen gewöhnlichen Aufenthalt i.S.d. §§ 8, 9 AO in Deutschland inne hatten, waren Ihre Einkünfte dort auch nicht zu versteuern.

Dies wären Sie jetzt nur noch, wenn Sie beschränkt einkommenssteuerpflichtig sind, § 49 EStG, wenn also Einkünfte aus Deutschland an Sie kämen, ohne dass Sie sich in Deutschland aufhalten. Davon ist aber aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht auszugehen.

Die steuerlichen Sonderbeziehungen, die Sie angesprochen haben, unterhalten die USA mit einer Vielzahl von Staaten. Es wird davon auszugehen sein, dass auch mit den beiden europäischen Staaten, in denen Sie zuvor gelebt haben, Doppelbesteuerungsabkommen bestehen.

Ein Zugriff deutscher Finanzbehörden ist nach Ihrer bisherigen Schilderung aus meiner Sicht nicht denkbar. Einzig ein Weggang in eine "Steueroase" bzw. Niedrigsteuerland wäre nach dem Außensteuergesetz beachtlich. Dann wären Ihre Einkünfte in Deutschland für 10 Jahre nach dem Wegang wieterhin zu versteuern.

Handelte es sich bei den anderen beiden europäischen Staaten nicht um Niedrigsteuerländer i.S.d. Außensteuergesetzes und haben Sie auch keine anderen Einkünfte aus Deutschland i.S.d. § 49 EStG, so wäre hier als Tax Treaty Country nicht Deutschland einzutragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.12.2015 | 08:47

Sehr geehrter Herr Park,

Vielen Dank für Ihre Antwort. Wir haben, auf Grund des schwachen Euro-Kurses, noch Sparkonten in Deutschland (keine Aktien), wenn ich ihrer Antwort also richtig verstehe, müssen wir in diesem Fall Deutschland als Tax Treaty Country angeben. Oder gibt es für diese Einkünfte eine Obergrenze? Sie schreiben "... so wäre hier als Tax Treaty Country nicht Deutschland einzutragen" welches andere Land ist in diesem Fall einzutragen? Keines oder das in dem man zuletzt gewohnt hat?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.12.2015 | 09:10

Gerne beantworte ich Ihnen auch Ihre Nachfrage.

Sie tragen vor Einkünfte aus Kapitalvermögen i.S.d. § 20 EStG in Deutschland zu haben. Hier wäre zumindest eine beschräkte Steuerpflicht in Bezug auf eventuelle zu versteuernde Zinsen denkbar.

Leider geht aus Ihrem Vortrag nicht hervor, in welchen beiden Ländern Sie vor Ihrem Gang in die USA gelebt haben. Im Zweifel würde ich aber das letzte Land, in dem Sie gelebt haben, als Tax Treaty Country angeben.

Ergibt sich für dieses Land aber keine beschränkte Steuerpflicht, da Sie dort kein Vermögen haben und keine Einkünfte beziehen, so erscheint es mir sinnvoll, Deutschland anzugeben. Immerhin besteht hier die Chance einer Versteuerung der Zinsen, wenn Sie über den Sparerfreibetrag kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 04.01.2016 | 06:05


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