Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Umzug in eine andere Stadt


| 23.06.2006 19:44 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Guten Tag,

mein Ex-Mann und ich haben das gemeinsame Sorgerecht für unser gemeinsames 8-jähriges Kind, das bei mir lebt und gemeldet ist. Es sieht seinen Vater jeden Dienstag und alle 14 Tage verbringt es das Wochenende bei ihm. Diese Regelung wurde uns dreien bisher gerecht, die Stimmung war gut und auch unser Umgang verlief glatt. Diesen guten Umgang miteinander und auch eine saubere Scheidung (1 Anwalt) haben wir uns mit Besuchen einer Partnerberatung, einer Mediation und auch alleinigen psychologischen Beratungen regelrecht erarbeitet. Ich habe komplett mit meiner Vergangenheit abgeschlossen; dazu gehört auch, dass ich keinerlei Unterhaltsansprüche an meinen Ex-Mann stelle und für mich selbst aufkomme.

Nun führe ich seit 2005 mit meinem neuen Partner eine Fernbeziehung Hamburg – München. Ihn sieht mein Ex-Mann als Trennungsgrund für unsere 2001 gescheiterte und 2003 geschiedene Ehe; ich hatte mit meinem jetzigen Partner eine Affäre, die wir zwar beendet haben, um letztendlich doch zueinander zu finden.
Unser Kind findet meinen Partner nett, es gibt keine Probleme, nur muss es sich plötzlich mit neuen Gefühlen wie Eifersucht und Neid auseinandersetzen. Ich rede mit meinem Kind darüber und denke, dass diese Empfindungen normal sind, da bisher ja fast ausschließlich alles nur zu zweit abgestimmt werden musste. Das betrifft auch das Zusammensein zwischen Vater und Kind, denn mein Ex-Mann hat seit unserer Trennung keine neue Beziehung; er geht in seiner Arbeit auf.

Seitdem mein Partner beginnt, nicht nur mit mir, sondern auch gemeinsam mit dem Kind etwas zu unternehmen, kommt der alte Hass in meinem Ex-Mann hoch. Er hat zwischenzeitlich eingesehen, dass er den Umgang nicht verbieten kann, aber unser Verhältnis hat sich drastisch verschlechtert.

Bisher wurde unser Kind weitgehend von unseren Auseinandersetzungen verschont – dafür bin ich meinem Ex-Mann dankbar und unterstelle ihm, dass er – wie ich – dies auch möglichst beibehalten will.

Jetzt sind mein Partner und ich an dem Punkt angekommen, darüber zu sprechen, eine Familie zu gründen und gemeinsam in München zu leben. Mein Partner hat dort ein gutes Einkommen; einen gleichwertigen Job in Hamburg zu finden ist ausgeschlossen. Dagegen sähe ich kein Problem, eine adäquate (Halbtags-)Anstellung in München zu finden.
Mein Ex-Mann hat bereits – auch unserem Kind gegenüber – geäußert, dass es NIE zu einem Umzug kommen wird.
Mein Kind hat geäußert, dass es einen Umzug blöd fände, was Kinder wohl grundsätzlich tun, ob nun beide Elternteile zusammen sind oder nicht. Mein Partner möchte eher Freund als neuer Vater sein; der leibliche Vater soll weiterhin eine große Rolle im Leben meines Kindes spielen. Uns ist der organisatorische Aufwand in dieser Richtung sehr wohl bewusst und ich bin bereit, einen größtmöglichen Teil mit zu tragen.

Ich sehe mit dem Umzug große Entwicklungschancen für mein Kind, das bisher ein „normales“ Familienleben nicht kennen lernen konnte. Ich denke, für das Wohl und dieEntwicklung eines Kindes ist es sehr unerlässlich, zu sehen, wie Beziehungen funktionieren, wie sich Erwachsene/Paare auseinandersetzen.


Meine Fragen:

- Spielt das in einem Verfahren eine Rolle? Wie weit kann hier/kann überhaupt „psychologisch“ argumentiert werden? Wird bei gerichtlichen Entscheidungen auch „hinter die Kulissen/in die Seele“ geschaut?

- Ist es richtig, dass ich zu einem Umzug in eine andere Stadt das Einverständnis des Vaters einholen muss?

- Was sollte ich beachten, damit ein Umzug nicht verwehrt wird? Ich habe mich schon bedroht gefühlt.

- Und last but not least: In wiefern wird das Kind in die Entscheidung einbezogen?




Ihnen im Vorfeld vielen Dank für Ihre Ausführungen und Anregungen.

Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

1) Da Sie das gemeinsame Sorgerecht mit Ihrem Mann für das Kind haben, brauchen Sie in der Tat bei einem Umzug in eine andere Stadt das Einverständnins auch des Mannes.

2) Wenn Sie gegen den Willen des Ex- Mannes in eine neue Stadt ziehen wollen, so benötigen Sie eine gerichtliche Entscheidung, die Ihnen das mindestens Aufenthaltsbestimmungsrecht überträgt. Dann können Sie auch den Wohnort des Kindes bestimmen. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht (= ABR) ist aber nur ein Teil des Sorgerechtes.

3) Ob Sie das ABR erhalten, hängt davon ab, ob es dem Kindeswohl entspricht, daß das schulpflichtige Kind in eine neue Stadt zieht. Sie müssen aber auch berücksichtigen, das dann die Durchführung des Besuchsrechts enorm erschwert wird. Auch dies wird bei der Abwägung zu berücksichtigen sein. Außerdem müssen Sie berücksichtigen, daß das Kind sicherlich die Grundschule wechseln muß. Auch dies wird durch das Gericht beachtet.

4) Das Kind wird sicherlich durch das Gericht angehört; außerdenm wird u.U. ein Sachverständigengutachten eingeholt.

Aus meiner Sicht sollten Sie im Interesse des Kindes mit Ihrem Ex- Mann die Angelegenheit besprechen und eine gemeinsame Lösung finden.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Schnelle, kompetente Antwort, vielen Dank! "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER