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Umzug Uk nach Deutschland

| 19.08.2019 15:49 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Progessionsvorbehalt gem. § 32 b Absatz 1 Nr. 2 EStG bei zeitlich beschränkter unbeschränkter Steuerpflicht.

Guten Tag,

ich arbeite seit 12 Jahren in der UK und werde vorrausslichtlich im Oktober diesen Jahres einen neuen Job in Deutschland anfangen.

In der UK zahle ich momentan ganz normal Einkommenssteuer and auch Steuern auf Mieteinnahmen von eine Wohnung, die ich vermiete.

Wie genau laeuft nun die Besteuerung nach meinem Umzug in Deutschland?

Wird mein Einkommen von April bis Oktober in England auf meine Einkommen in Deutschland angerechnet (Steuerjahr beginnt in der UK im April) oder wird das Einkommen seit Januar 2019 in den Progressionsvorbehalt mit angerechntet? Wird mein Mieteinkomen hierzu ebenfalls mit angerechnet oder gilt hier das Doppelbesteuerungsabkommen, und die Mieteinnahmen werden nur in der UK besteuert? Macht es eigentlich steuerlich Sinn im Oktober anzufangen oder waere es besser erst im Januar 2020 anzufangen?

Mit freundlichen Gruessen

M

Eingrenzung vom Fragesteller
19.08.2019 | 16:00
19.08.2019 | 19:28

Antwort

von


(58)
Tackheide 74a
47804 Krefeld
Tel: 02151 4467408
Web: http://www.steuerrecht-krefeld.de
E-Mail:

Die Rechtslage beurteile ichauf Grundlage der angegebenen Informationen und des Einsatzes für eine Ersteinschätzung wie folgt:

gemäß § 2 Abs. 7 des Einkommensteuergesetzes ist die Einkommensteuer eine Jahressteuer. Die Grundlagen für ihre Festsetzung sind jeweils für ein Kalenderjahr zu ermitteln.

Gem. § 32 b Absatz 1 Nr. 2 und Nr. 3 EStG gilt folgenden:

"Hat ein zeitweise oder während des gesamten Veranlagungszeitraums unbeschränkt Steuerpflichtiger" ......

"2.
ausländische Einkünfte, die im Veranlagungszeitraum nicht der deutschen Einkommensteuer unterlegen haben; dies gilt nur für Fälle der zeitweisen unbeschränkten Steuerpflicht einschließlich der in § 2 Absatz 7 Satz 3 geregelten Fälle"

3.
Einkünfte, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung steuerfrei sind.


Für Sie ist die Nr. 2 einschlägig, weil Sie im Kalenderjahr nur zeitweise unterbeschränkt steuerpflichtig waren und während dieser Zeit aus deutscher Sicht ausländische Einkünfte bezogen haben, die nicht der deutschen Einkommensteuer unterlagen.

Gleichgestellt sind diesen Einkünften nach der hier nicht einschlägigen Nr. 3 solche, die nach einem Doppelbesteuerungsabkommen steuerfrei sind. Die Anwendung eines Doppelbesteuerungsabkommen würde also - anders als Sie vermuten - zum gleichen Ergebnis führen.


Verzieht ein Arbeitnehmer im Verlauf eines Kalenderjahres vom Ausland ins Inland, so sind seine in diesem Kalenderjahr vor dem Zuzug im Ausland erzielten Einkünfte daher im Wege des Progressionsvorbehalts zu berücksichtigen. Mit diesem Leitsatz hat hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 19. 11. 2003 - I R 19/03 die Rechtslage bestätigt. Er hat hierin auch keinen Verstoß gegen ein Doppelbesteuerungsabkommen gesehen, weil ja auch keine Doppelbesteuerung vorliegt. Denn Sie versteuern ja nur das in Deutschland bezogenen Einkünfte, allerdings mit einem evtl. höheren Steuersatz.

Ob es günstiger ist, erst ab dem 01.01.2020 den Wohnsitz in Deutschland zu nehmen, kann ich unter Kenntnis Ihrer sonstigen Besteuerungsgrundlagen nicht beurteilen.

Dadurch, dass Sie hier nur 3 Monate tätig sind, macht sich der in Deutschland geltende Grundfreibetrag in Höhe von ca. 10000,00 beachtlich bemerkbar. Erst mit den dann weiteren zu berücksichtigenden Einkünften beginnt die tatsächliche Steuerpflicht mit dem untersten Steuersatz. Der sich schlußendlich ergebende Steuersatz ist nur auf die deutschen Einkünfte anzuwenden.

Ab 01.01.2020 ergibt sich kein anderes Bild. Dann haben Sie zwar keine Einkünfte aus UK zu versteuern. An deren Stelle treten aber für das gesamte Jahr die deutschen Einkünfte. Die Mieteinnahmen sind nun ebenfalls bei der Bemessung des Steuersatzes im Rahmen des Progressionsvorbehalts zu berücksichtigen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Meyer
Rechtsanwalt
Steuerrecht Steuerstrafrecht


Rechtsanwalt Franz Meyer

Rückfrage vom Fragesteller 21.08.2019 | 08:53

Vielen Dank für ihre Antwort!

Ganz kurze Nachfrage. Auf die Frage zum anfänglich doppelten Wohnsitz sind Sie jetzt nicht eingegangen, nehme aber an, dass dies sich dann entsprechend auf die Monate auswirken wird, für die ich in Deutschland steuerpflichtig bin.

Mfg
M

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.08.2019 | 09:08

Sehr geehrter Herr Fragesteller,

der anfangs doppelte Wohnsitz war meines Erachtens nicht Gegenstand Iher Anfrage. Sie schrieben "nach Umzug". Ich daher nicht von einem doppelten Wohnsitz ausgegangen. Natürlich beantworte ich Ihnen die Anfrage. Teilen Sie mir bitte per Email die konkreten Umstände und den Zeitraum mit, um den es Ihnen geht.

Mit freundlichen Grüßen
Franz Meyer
Rechtsanwalt
.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.08.2019 | 09:08

Sehr geehrter Herr Fragesteller,

der anfangs doppelte Wohnsitz war meines Erachtens nicht Gegenstand Iher Anfrage. Sie schrieben "nach Umzug". Ich daher nicht von einem doppelten Wohnsitz ausgegangen. Natürlich beantworte ich Ihnen die Anfrage. Teilen Sie mir bitte per Email die konkreten Umstände und den Zeitraum mit, um den es Ihnen geht.

Mit freundlichen Grüßen
Franz Meyer
Rechtsanwalt
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Bewertung des Fragestellers 23.08.2019 | 21:18

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Herr Meyer war extrem klar, hilfreich und schreckt auch nicht vor komplizierteren Themen zurück. Ich kann ihn nur wärmstens empfehlen.
Auch Nachfragen hat er sehr zügig beantwortet, vielen Dank nochmals!!

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 23.08.2019
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Auch Nachfragen hat er sehr zügig beantwortet, vielen Dank nochmals!!


ANTWORT VON

(58)

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