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Umzug Schweiz Deutschland Mitte 2019

| 06.07.2020 23:40 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Zuzug nach Deutschland aus der Schweiz und ausländische Einkünfte als Progressionseinkünfte nach EStG

Guten Abend,
Bis Mitte 2019 in CH gelebt und gearbeitet (Verdienst ca 55.000 EUR, normal in CH versteuert). Umzug nach D. In der 2. Jahreshälfte 2 Monate in D gearbeitet (1220 EUR) und Elterngeld bezogen 7 Monate (6466 EUR).
Fragen:
1.) ist es richtig, dass weder das Gehalt aus CH noch Elterngeld "nachbesteuert" werden, sondern beides nur hinzuaddiert wird um den Steuersatz für den Verdienst aus D neu festzulegen?
(Schlimmstenfalls also ein Steuersatz von 40/50% auf die 1220 EUR?)
2.) Mindere ich mit der Angabe von Spenden, Werbungskosten, aussergew. Belastungen (natürlich nur in der 2. Jahreshälfte in D angefallene) den in D zu versteuernde Verdienst (1220 EUR) oder bezieht sich das wiederum auf das Jahreseinkommen (ca 60.000 EUR)? Bsp. Ausgaben f. Krankheit: wären bezogen auf 1220 EUR schnell bei 7%, bezogen auf 60.000 EUR müsste ich mir die Mühe nicht machen...)
3.) Wenn es bei Euch heisst: "...gemäß DBA steuerfreie Arbeitslohn..." meint Ihr damit: gilt in D jetzt als steuerfrei (weil ja im Ausland schon Steuern gezahlt)? Vgl Anlage N Ziffer 22. Oder wirklich steuerfrei erhaltener Arbeitslohn (das würde meinen Fall nicht treffen...)
4.) Welche Anlagen der St.Erklärung MUSS ich ausfüllen (N, N-AUS...?) welche KANN oder sollte ich zusätzlich ausfüllen? WA-Est oder auch AUS?
5.) Macht es in meinem Falls Sinn, die ausländische Steuer auf die dt. Einkommenssteuer anrechnen zu lassen?
Vielen Dank und freundliche Grüsse
12.07.2020 | 10:37

Antwort

von


(42)
Sander-Wietfeld-Ring 7
33102 Paderborn
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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Beauftragung und das damit entgegengebrachte Vertrauen. Zu Ihrer Anfrage möchte ich gern unter Berücksichtigung der Sachverhaltsangaben und des Einsatzes wie folgt Stellung beziehen:

Zu Ihren Fragen:

1.) ist es richtig, dass weder das Gehalt aus CH noch Elterngeld "nachbesteuert" werden, sondern beides nur hinzuaddiert wird um den Steuersatz für den Verdienst aus D neu festzulegen?
(Schlimmstenfalls also ein Steuersatz von 40/50% auf die 1220 EUR?)

Ja, die ausländischen Einkünfte bis zum Zuzug nach Deutschland sind sog. Progressionseinkünfte, die nur zur Berechnung des Steuersatzes relevant werden. Bei teilweiser unbeschränkter Steuerpflicht muss dies in der Jahressteuererklärung für das Zuzugsjahr ebenfalls nach deutschen Maßstäben ermittelt und erklärt werden.

Auch Elterngeld sind hier Progressionseinkünfte.


2.) Mindere ich mit der Angabe von Spenden, Werbungskosten, aussergew. Belastungen (natürlich nur in der 2. Jahreshälfte in D angefallene) den in D zu versteuernde Verdienst (1220 EUR) oder bezieht sich das wiederum auf das Jahreseinkommen (ca 60.000 EUR)? Bsp. Ausgaben f. Krankheit: wären bezogen auf 1220 EUR schnell bei 7%, bezogen auf 60.000 EUR müsste ich mir die Mühe nicht machen...)

Werbungskosten, bezogen auf die deutschen Einkünfte, mindern das inländische zu versteuernde Einkommen.

Ob Sie außergewöhnliche Belastungen abziehen können, hängt rechnerisch zunächst von Ihrer individuell ermittelten "zumutbaren Belastung" ab. Ist dies erfüllt, kann auf Antrag der Teil der Aufwendungen, der die dem Stpfl. zumutbare Belastung übersteigt, vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden.

Spenden werden direkt von der Einkommensteuer abgezogen, soweit gesetzlich vorgesehen.

3.) Wenn es bei Euch heisst: "...gemäß DBA steuerfreie Arbeitslohn..." meint Ihr damit: gilt in D jetzt als steuerfrei (weil ja im Ausland schon Steuern gezahlt)? Vgl Anlage N Ziffer 22. Oder wirklich steuerfrei erhaltener Arbeitslohn (das würde meinen Fall nicht treffen...)

Nach DBA steuerfreier Arbeitslohn heißt hier, dass Deutschland dies nach dem DBA-Methodenartikel freistellt, weil der andere Staat das Besteuerungsrecht ausüben darf.

Hier ist es mE aber bereits gar keine DBA Konstellation, da Wohnsitzstaat und Tätigkeitsstaat vor dem Umzug (=Schweiz) und nach dem Umzug (=Deutschland) im jeweils selben Land sind.

4.) Welche Anlagen der St.Erklärung MUSS ich ausfüllen (N, N-AUS...?) welche KANN oder sollte ich zusätzlich ausfüllen? WA-Est oder auch AUS?

Anlage N für die inländischen Einkünfte, Anlage WA für die ausländischen Progressionseinkünfte.

5.) Macht es in meinem Falls Sinn, die ausländische Steuer auf die dt. Einkommenssteuer anrechnen zu lassen?

Dies ist hier in der deutschen Veranlagung nicht vorgesehen, da keine Doppelbesteuerung vorliegt. Zudem sähe das DBA nicht Anrechnungs- sondern Freistellungsmethode vor.

Ich hoffe, alle wichtigen Punkte mit o.g. Ausführungen abgedeckt zu haben. Ansonsten benutzen Sie bei unklarheiten zu Ihrer ausgangsfrage bitte die kostenlose Nachfrageoption.

Gern kann ich Sie im Rahmen einer entsprechenden Mandatierung auch bei der Erstellung der deutschen Steuererklärung über meine Steuerberatungsgesellschaft unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen

Nils Hoefer
RA/StB


Rechtsanwalt Nils Hoefer

Rückfrage vom Fragesteller 17.07.2020 | 13:17

Guten Tag Herr Hoefer,

besten Dank. Damit sind meine Fragen verständlich beantwortet. Eine Nachfrage: dann taucht der Verdienst aus der Schweiz also gar nicht in der Anlage N auf - sondern wird einzig in der Anlage WA-Est angegeben?

Vielen Dank und Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.07.2020 | 14:04

Es ist nur die anlage WA erforderlich. Hier kann auch nur eine Zahl, sprich die ausländischen Einkünfte, eingetragen werden. Die Ermittlung der Einkünfte, also insbebsondere Abzug von Werbungskosten nach deutschen Maßstäben, müsste ggf gesondert erfolgen und als Anlage hinzugefügt werden (Excel-Tabelle o.ä.).

Bewertung des Fragestellers 17.07.2020 | 14:15

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"Meine Fragen wurden klar beantwortet (bis auf eine, wo es heißt "m.E..."). Meine Erwartungen wurden für meinen Einsatz voll erfüllt. Vielen Dank. "
Stellungnahme vom Anwalt:
Danke und gerne wieder. Im Ergebnis sind es strenggenommen keine steuerfreien Einkünfte nach DBA, sondern ausländische Einkünfte vor Begründung der unbeschschränkten Steuerpflicht in DE. Beides sind aber für das Steuerjahr Progessionseinkünfte aus deutscher Sicht, sodass es keine Ergebniswirkung hat. Also eher ein rein "steuerakademischer" Unterschied ;-)
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 17.07.2020
5/5,0

Meine Fragen wurden klar beantwortet (bis auf eine, wo es heißt "m.E..."). Meine Erwartungen wurden für meinen Einsatz voll erfüllt. Vielen Dank.


ANTWORT VON

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