Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Umzug Schweiz, wann endet die beschränkte Steuerpflicht: Kalenderjahr vs. Wegzug

26.02.2021 09:16 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Ich bin voriges Jahr in die Schweiz umgezogen aufgrund einer neuen Arbeitsstelle (abhängig beschäftigt). Meine Frau ist derzeit noch in Deutschland ansässig weshalb ich auch für das letzte Jahr vermutlich beschränkt steuerpflichtig bin. Sie wird nun dieses Jahr auch in die Schweiz umziehen (ohne weitere Beschäftigung in DE), daher ergibt sich für mich die Frage ab wann Kapitalerträge nicht mehr in Deutschland unter die beschränkte Steuerpflicht fallen (gegeben, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind, vollständiger Umzug, keine wirtschaftlichen Interessen mehr in Deutschland). Endet die beschränkte Steuerpflicht mit dem Wegzug meiner Frau oder bin ich noch für das gesamte Kalenderjahr beschränkt steuerpflichtig und müsste ggf. anfallende Kapitalerträge in Deutschland versteuern?

Besten Dank

27.02.2021 | 08:46

Antwort

von


(173)
Grünberger Str. 54
10245 Berlin
Tel: 0302939920
Web: http://www.rechtsanwalt-braun.berlin
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund der übermittelten Information beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Der Begriff beschränkte Steuerpflicht wird in zwei Zusammenhängen benutzt.

Erstens, wenn sie keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, aber Einkünfte in Deutschland haben, siehe § 1 Abs. 4 EStG i.V.m. § 49 EStG.

Zweitens, wenn Sie Ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland aufgegegen haben und in ein Niedrigsteuerland im Sinne des § 2 AStG gezogen sind.

Die beschränkte Steuerpflicht des § 1 Abs. 4 EStG endet, wenn Sie keine inländischen Einkünfte im Sinne des § 49 EStG mehr haben.

Die beschränkte Steuerpflicht des § 2 AStG endet, nach Ablauf von 10 Jahren nach Ende des Jahres, in dem die unbeschränkte Steuerpflicht endete.

Solange Sie noch Kapitalerträge in Deutschland erzielen bleiben Sie beschränkt Steuerpflichtig in Deutschland. Art. 11 DBA CH-BRD bestimmt das Zinsen nur im Ansässigkeitsstaat besteuert werden dürfen, falls Ihre Kapitalerträge aus Zinsen stammen, teilen Sie der Bank mit, dass Sie verzogen sind, so dass die Bank nicht mehr die Abgeltungssteuern automatisch abzieht.


Ich hoffe, dass ich Ihre Frage beantwortet habe, bei eventuellen Nachfragen können Sie gerne die kostenlose Nachfrageoption benutzen.


Berücksichtigen Sie bitte, dass auch kleine Sachverhaltsänderungen zu einer gänzlich anderen rechtlichen Bewertung führen können.



Mit freundlichen Grüßen


Sebastian Braun
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 02.03.2021 | 09:38

Sehr geehrter Herr Braun,

vielen Dank für die Antwort. Letztlich wurde die Frage nach dem Zeitpunkt nicht vollständig beantwortet, was vielleicht auch an unpräzisen Angaben von mir liegt. Es handelt sich nicht um einen komplizierten Spezialfall bei dem Fallunterscheidungen getroffen werden sollen. Ich bin in die Schweiz umgezogen, mein Depot ist bei einem Niederländischen Broker und beinhaltet so gut wie keine deutschen Aktien, das gleiche gilt für meine Frau. Ich bin abhängig beschäftigt in der Schweiz und versteuere dort mein Gehalt, aufgrund des Wohnsitzes meiner Frau in Deutschland bin ich jedoch in Deutschland noch beschränkt steuerpflichtig, für alle Kapitalerträge aus Aktiengewinnen (Dividenden/Zinsen/Immobilien etc. sind für mich uninteressant), da das Finanzamt dabei standardmäßig immer annimmt dass der Mittelpunkt meiner Interessen in Deutschland liegt. Es geht jetzt um das Szenario, dass meine Frau in die Schweiz umzieht und alles in Deutschland abmeldet (Wohnsitz etc.). Das heißt sie verlagert damit meinen Lebensmittelpunkt steuerlich in die Schweiz. Die Frage ist jetzt konkret: ab wann unterliegen Veräußerungsgewinne aus Aktiengeschäften nicht mehr der beschränkten Steuerpflicht in Deutschland?
a)Ab dem Zeitpunkt an dem Sie den Wohnsitz verlagert
b)In dem Jahr in dem sie ihren Wohnsitz verlagert entfällt die beschränkte Steuerpflicht in DE schon komplett
c) Erst ab dem folgenden Jahr nach dem der Wohnsitz verlagert wurde
d) zu einem anderen Zeitpunkt

Nochmals herzlichen Dank für eine Klärung.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.03.2021 | 10:13

Sehr geehrter Fragesteller,

ich hoffe, ich habe Ihre Frage richtig verstanden, wenn nicht, können Sie gerne per E-Mail noch einmal nachfragen.

Die beschränkte Steuerpflicht im Sinne des § 1 Abs. 4 EStG i.V.m. § 49 EStG, "beginnt", wenn die unbeschränkte Steuerpflicht endet, häufig durch Umzug. WEnn der Umzug unterjährig erfolgt, dann gibt es in einem Kalenderjahr "zwei Veranlagungen", die unbeschränkte bis zum Wegzug und die beschränkte ab dem Wegzug, alles aber in einer Einkommensteuererklärung.

Die beschränkte Steuerpflicht § 1 Abs. 4 EStG i.V.m. § 49 EStG endet, wenn SIe keine inländischen Einkünfte mehr haben, in diesem Fall automatisch.

Gewinnausschüttungen aus inländischen Aktien führen zu einer beschränkten Einkommensteuerpflicht mit Abgeltungssteuer, Gewinne aus der Veräußerung von Aktien führen nur dann zu einer beschränkten Steuerpflicht, wenn Sie mit mindestens 1 % an der AG beteilgit sind.

Ich hoffe, ich habe Ihre Frage beantwortet, wenn nciht, zögern SIe nciht sich per E-Mail zu melden.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Braun
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 02.03.2021 | 12:11

Sehr geehrter Fragesteller,

im Nachgang zu meiner Antwort ist mir noch aufgefallen, dass Sie sich selbst als beschränkt Steuerpflichtig bezeichnet haben. Beruht diese Einschätzung auf einer Mitteilung (mündlich oder schriftlich) des Finanzamtes. Sie können mich diesbezüglich gerne per E-Mail anschreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Braun
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(173)

Grünberger Str. 54
10245 Berlin
Tel: 0302939920
Web: http://www.rechtsanwalt-braun.berlin
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Gesellschaftsrecht, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Erbrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 89333 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Das war für mich eine große Hilfe. Nun weiß ich wenigstens, was ich zu tun habe. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Habe das Erste mal jemanden zu dem Thema kontaktiert. Kann also nicht sagen ob ein andere eine andere Antwort gegeben hätte. Der Kontakt war Sachlich und das sollte er auch sein. Von Freundlichkeit kann ich nicht runterbeissen. Ich ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Dankeschön :) ...
FRAGESTELLER