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Umschuldung einer Hypothek - Vorfälligkeitszinsen

20. Juni 2013 08:38 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben vor kurzem unser neues Haus bezogen, welches wir aufgrund der derzeit niedrigen Zinsen bei unserer Bank neu finanziert haben.

Zum Bau mussten wir unser altes Haus verkaufen. Leider hatten wir aber die Zinssätze für unser damaliges Haus erst gut ein Jahr vor dem Verkauf neu verhandelt (zwischen 4,5 und 5 %). Durch unseren Wunsch auf eine Neufinanzierung und somit einen "sauberen Schnitt" zwischen Alt und Neu sind uns hohe Vorfälligkeitszinsen entstanden. Wir waren uns dessen bereits bei den Verhandlungen zu den neuen Zinssätzen bewußt und hatten mündlich in die Gespräche einfließen lassen, dass wir, wenn wir uns nun auf weitere 10 bzw. 15 Jahre mit unserer Bank einlassen, doch sicher auch an der Höhe der Vorfälligkeitszinsen etwas machen könnten. Ansonsten hätten wir ja auch die Vorfälligkeit zahlen können und uns dann eine günstigere Bank zur Neufinanzierung (300.000 Euro) suchen können. Damals wurde das beruhigend abgetan mit den Worten: "Bis zur Ablösung Ihrer Altkredite vergehen ja noch ein paar Monate, mal sehen, wie es dann wird." Und es kam schlimmer. Denn der Leitzins ging zwischen Frühjahr 2012 und Winter 2012/13 nochmals runter und die Summe der Vorfälligkeit belief sich letztlich auf mehr als 40.000 Euro. Und es täte der Bank leid, aber an der Höhe der Summe wäre leider nichts zu machen.

Ist das nun korrekt, wenn die Bank, bei der wir schon seit 15 Jahren unsere Immobilie(n) finanzieren, diese hohe Summe nimmt, trotzdem wir weiterhin Kunde bleiben oder stehen die Chancen gut, dass man sich nachträglich noch sagen wir mal: "in der Mitte trifft"?
Gibt es irgendein Urteil darüber, auf das man sich berufen kann oder Referenzfälle?

Sehr geehrte Ratsuchende,

gern nehme ich zu dem von Ihnen geschilderten Problem wie folgt Stellung:

Die Vorfälligkeitsenschädigung (Vorfälligkeitszins)ist die bei Festkrediten mit einer vertraglichen Laufzeit vom Kreditnehmer an die jeweilige Bank zu zahlende Entschädigung für die vorzeitige Beendigung des Kredites. Die Bank hat dabei einen Anspruch auf Ersatz des ihr durch die vorfristige Beendigung des Darlehnsvertrages entgangenen Zinsgewinns.

Zur Ermittlung des Entschädigungsbetrages vergleichen Banken, zu welchem Zinssatz das früher als vertraglich vereinbart zurückgezahlte Darlehen wieder neu verliehen werden könnte. Der auf die vertraglich vereinbarte Laufzeit festgestellte Unterschiedsbetrag stellt dann den Schaden dar, für den eine Entschädigung zu leisten ist.

Die insoweit von Ihrer Bank getroffenen "Aussagen" oder gar "Zusicherungen" im Zusammenhang mit dem Neukredit, welche bei Ihnen die Hoffnung auf Entgegenkommen hinsichtlich der Vorfälligkeitsentschädigung haben aufkeimen lassen, haben leider keinen rechtsverbindlichen Charakter. Vielmehr hätten entsprechende Absprachen schriftlich und vertraglich festgehalten werden müssen.

Bei der Überprüfung der Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung sollten Sie unbedingt beachten, dass durch Urteil des BGH (AZ. XI ZR 285/03 ) entschieden worden war, dass der Wiederanlagezins, der bei der Berechnung der Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung einfließt, nicht mehr auf Basis des Pfandbrief-Index (PEX) berechnet werden darf. Vielmehr ist die Wiederanlagerendite nach der Kapitalmarktstatistik der Deutschen Bundesbank bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung zwingend anzusetzen. Sie können die Richtigkeit der von der Bank angesetzten Vorfälligkeitsentschädigung u.a. bei allen Verbraucherzentralen überprüfen lassen.

Sollte ich Fragen übersehen haben, so nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion. Ansonsten bedanke ich mich für das mir entgegen gebrachte Vertrauen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Wundke
Rechtsanwalt

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