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Umsatzsteuerregelung zwischen deutschem und spanischen Unternehmer ohne Ustid

| 25.10.2016 17:33 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Ein in Spanien steueransässiger Freiberufler ohne UstId (spanisches Finanzamt prüft seit Monaten die Erteilung) leistet für ein deutsches Unternehmen in Deutschland und aus Spanien (Remote).

Die Bezahlung erfogt nach dem Gutschriftverfahren an den Freiberufler. Das deutsche Unternehmen weigert sich 21% Umsatzsteuer auf den Nettobetrag aufzuschlagen, sondern erstellt die Gutschrift Netto mit Hinweis auf das Reverse Charge Verfahren.

Das spanische Finanzamt verlangt vom Freiberufler die Zahlung von 21% Umsatzsteuer obwohl der Freiberufler keine Umsatzsteuer erhalten hat.

Die Fragen:

1. muss das Unternehmen in BRD die 21% Umsatzsteuer an den Freiberufler zahlen, so lange keine UstId bzw. IVA ID vom spanischen Finanzamt erteilt wurde?

2. ist die Anwendung des Reverse Charge Verfahrens in dieser Konstellation zulässig?

3. muss das Unternehmen in Brd die nicht gezahlte Umsatzsteuer an den Freiberufler nachzahlen?

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Fragen aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

In der Annahme, dass die EU-internen Regelungen auch in Spanien umgesetzt worden sind und dergestalt gleichlautend zu den entsprechenden deutschen Regelungen formuliert sind, ist es unerheblich, wer hier die Rechnung bzw. Gutschrift schreibt.

Aus Sicht des deutschen Umsatzsteuergesetzes fiele unter Verweis auf § 3a UStG der Leistungsort an den Sitz des Leistungsempfangenden Unternehmens (hier die deutsche Firma (mit USt-ID), der Freiberufler müsste insoweit nur gegenüber seinen Finanzbehörden seine Unternehmereigenschaft nachweisen.

Der Umstand, dass die sonstige Leistung auf elektronischem Wege erbracht wurde, stellt insoweit kein Hindernis dar, da die Leistung an ein deutsches Unternehmen mit USt-ID erbracht wurde. Der Leistungsort ist und bleibt damit Deutschland, so dass hier deutsche Umsatzsteuer (19 %) nach dem Umsatzsteuer Reverse Verfahren in Deutschland geschuldet wird.

Die Leistung ist, nach dem in Deutschland umgesetzten EU Regelung zur Harmonisierung der Umsatzbesteuerung innerhalb der EU, entsprechend NICHT in Spanien umsatzsteuerlich steuerbar. Das Verlangen der spanischen Finanzbehörden ist daher nicht nachvollziehbar. Nach diesseitigem Dafürhalten besteht keine Verpflichtung des Freiberuflers in Spanien hier 21 % Umsatzsteuer auf die erbrachte Leistung abzuführen. Ergo besteht auch kein entsprechender Anspruch gegen den Leistungsempfänger in Deutschland, soweit dieser seine Unternehmereigenschaft durch eine gültige USt-ID nachgewiesen hat.

Dem Freiberufler wird daher angeraten hier einen im Umsatzsteuerrecht versierten Kollegen in Spanien mit der Prüfung und Vertretung gegenüber dem spanischen Finanzamt zu beauftragen.


Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Bewertung des Fragestellers 25.10.2016 | 18:55

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