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Umsatzsteuernachzahlung aus 2007 - Steuerberaterfehler

05.11.2009 10:22 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Hallo,

ich bin seit Ende 2006 selbstständig tätig, meine Buchführung und Steuererklärungen (seit 2007 bilanzpflichtig) macht meine Steuerberaterin.

Nun habe ich gestern (!) von der Steuerberaterin einen Bescheid über Umsatzsteuernachzahlung für 2007 in Höhe von 16.000 Euro erhalten, die nächste Woche fällig und abgebucht werden. Davon war mir bis zum gestrigen Zeitpunkt nichts bekannt, nichtmal eine Bemerkung, dass überhaupt Umsatzsteuernachzahlungen fällig sind, ist bisher gefallen, das letzte Gespräch war erst vor drei Wochen, da war nur von Einkommensteuer und Gewerbesteuer die Rede (das wusste ich aber auch vorher schon).

Die Umsatzsteuervoranmeldung passiert monatlich und wird durch die Steuerberaterin gemacht, ich gehe/ging natürlich davon aus, dass diese korrekt berechnet wurden, da ich jeden Monat meine Unterlagen dort einreiche. Auf meine Nachfrage teilte man mir nun mit, dass die Umsatzsteuer im 3. und 4. Quartal 2007 nur geschätzt worden sei und es wegen Personalmangel (!) in 2008 nicht möglich gewesen war, die Korrekturen zu berechnen und rechtzeitig abzuführen, dies sei daher erst beim Jahresabschluss 2007 passiert (der auch erst im August/September 09 fertig gestellt wurde).

Ich bin empört und entsetzt darüber, werde natürlich ab Januar den Steuerberater wechseln und habe am Dienstag einen Termin bei der aktuellen Steuerberaterin zur Klärung der Sachlage. Mir war bisher nicht mal bekannt, dass da überhaupt was geschätzt wurde, ich zahle monatlich ca. 600 Euro für die Buchführung, und wenn da so schlechte Schätzungen der Umsatzsteuervoranmeldung bei rauskommen frage ich mich natürlich, wozu, das hätte ich ja auch selber so machen können. Es handelt sich um eine Abweichung von 120% (geschätzte und damit 2007 abgeführte Umsatzsteuer und tatsächliche Umsatzsteuerlast). Zudem werden noch Zinsen in Höhe von rund 500 Euro fällig für die verspätete Zahlung, diese muss meiner Meinung nach sowieso die Steuerberaterin zahlen, da es ja nicht mein Verschulden war, dass die Umsatzsteuer nicht korrekt abgeführt wurde.

Meine Frage ist nun, ob es irgendwelche Möglichkeiten gibt, die Steuerberaterin für dieses fehlerhafte Arbeiten haftbar zu machen, zumindest jedoch sehe ich nicht ein, für die 2 Quartale die monatliche Gebühr für die Buchführung zu zahlen, da die Leistung ja ganz offenbar nicht erbracht wurde.

Herzlichen Dank und viele Grüße

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Der Vertrag mit der Steuerberaterin hat Bestandteile eines Dienst- und Werkvertrages und eines Geschäftsbesorgung im Sinne von § 675 BGB.

Aus diesem Vertrag mit der Steuerberaterin ergeben sich vertragliche Pflichten, wie die umfassende Beratung des Mandanten (auch ohne Nachfrage)

Die Steuerberaterin, der die Erstellung der Bilanz und der darauf beruhenden Steuererklärung übertragen wird, hat diese Arbeit auf Grund der Buchführungsunterlagen unter sorgfältiger Beachtung der Bilanzierungs- und Steuervorschriften sowie der dem Mandanten günstigen höchstrichterlichen Rspr. so vorzunehmen, wie es dem Interesse des Mandanten am besten entspricht. Über eigenen Fehler muss sie den Mandanten unterrichten.

Da die Steuerberaterin einräumt entsprechende Voranmeldung wegen Personalmangel nur geschätzt zu haben, liegt hier eine Schlechtleistung vor. Insoweit hatte die Steuerberaterin auch die Pflicht Sie auf entsprechende Schätzungen hinzuweisen, damit Sie ein Kalkulationsgrundlage für die hohe Nachzahlung haben.

Aufgrund der Schlechtleistung haben Sie einen Anspruch auf Ersatz es Ihnen entstandenen Schadens für Säumniszuschläge, Zinsen des Finanzamtes und eigene Zinsaufwendungen für den Nachzahlungsbetrag. Die Erstattung der bereits gezahlten Vergütung neben dem Schadensersatzanspruch ist hingegen nicht kumulativ gegeben. Durch den Schadensersatz werden Sie bereits so gestellt, als wenn die Steuerberaterin Ihre Leistung korrekt erbracht hätte. Da die entsprechenden Erklärungen und Schätzungen durch den Jahresabschluss nunmehr bereinigt wurden, ist der Vergütungsanspruch der Steuerberaterin gegeben.

Für das anstehende Gespräch sollten Sie bei der Steuerberaterin schriftlich einfordern, dass der Ihnen entstandene Schaden von Ihr übernommen wird. Möglicherweise lässt sich dann auch wieder ein Basis für die weitere Zusammenarbeit finden. Sollten dies für aufgrund der Schlechtleistung jedoch nicht mehr tragbar sein, wäre der Steuerberatervertrag schnellstmöglich zu beenden, wobei Sie vorher die Regulierung des Schadens einfordern sollten.

Ich hoffe Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick verschafft zu haben.

Mit besten Grüßen

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