Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Umsatzsteuern Vermeiden

12.07.2017 16:17 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Guten Tag,

ich möchte mit einem solventen Partner eine Immobilie erwerben, sanieren, projektieren und veräussern.
Ich erbringe die vorab erwähnten Leistungen und er Erwirbt und finanziert. Der Gewinn soll zu 50/50 geteilt werden.

- Mein Partner kauft mit seiner GmbH mit der ich erstmal nichts zu tun habe, hierüber wird auch finanziert.
- Ich selber bekomme die 50% vom Gewinn an meiner GmbH nach Abwicklung ausgezahlt

Nun habe ich mir sagen lassen das ich die 19%, die ich bei einer Rechnung an meinen Partner stellen würde vermeiden kann.

In Form einer

- partiell atypisch stillen Beteiligung / ohne Geldeinlage sondern meiner Leistung
oder
- eine nur für den Gewinn gegründete GBR

Ist dies beides so möglich ?

Und hätte das eventuell negative Einflüsse bei der Finanzierung meines Partners für das Objekt.

Vielen Dank vorab


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst verstehe ich die Schilderung Ihrer bisherigen Absichten so, dass Sie und Ihr Partner nicht als natürliche Personen investieren/zusammenarbeiten wollen, sondern jeweils in Form der eigenen GmbH. Ihr Beitrag würde sich insoweit auf die Sanierung des Objekts beschränken, nur die GmbH Ihres Partners würde nach außen (als Käufer, Finanzierungsnehmer und Verkäufer) auftreten.

Wenn mein Verständnis korrekt ist, scheint mir eine stille Gesellschaft diese Absicht am besten umzusetzen. Dabei würde Ihre GmbH sich "am Betrieb" der GmbH Ihres Partners mit einer Einlage beteiligen. Diese Einlage kann auch in Arbeitsleistungen bestehen. Im Gegenzug würde die GmbH Ihres Partners Ihrer GmbH eine Beteiligung am Unternehmensgewinn einräumen. Am Vermögen der GmbH des Partners wäre Ihre GmbH hingegen nicht beteiligt. Die stille Gesellschaft tritt nach außen nicht in Erscheinung, sie wird weder im HR eingetragen, noch sonst publiziert.

Die Gewinnanteile wären von Ihrer GmbH als Einkünfte aus Kapitalvermögen zu versteuern. Umsatzsteuer fällt insoweit nicht an, da es sich eben nicht um Einnahmen aus unternehmerische Tätigkeit handelt. Teilweise wird zwar vertreten, alleine die Beteiligung an der stillen Gesellschaft sei bereits eine unternehmerische Tätigkeit, so dass ein umsatzsteuerbarer Vorgang vorliege. Selbst wenn das so wäre, wäre der Vorgang aber gleichwohl gesetzlich von der USt befreit (§ 4 Nr. 8 lit. f) UStG).

Es ist dringend zu empfehlen, einen schriftlichen Vertrag über die stille Beteiligung aufzusetzen, der alle wesentlichen Punkte regelt. Das gilt insbesondere für den Umfang der Leistungspflichten Ihrer GmbH und die dafür gewährten Gewinnanteile. In Ihrem Fall wäre zusätzlich zu regeln, dass sich die Beteiligung nur auf das konkrete Immobilienprojekt bezieht und auch die Gewinnbeteiligung auf den Gewinn aus diesem Vorhaben beschränkt ist. Das gilt jedenfalls dann, wenn die GmbH Ihres Partners auch noch andere Geschäftstätigkeiten hat.

Auf die GbR-Lösung würde ich hier nicht eingehen, denn sie hätte zwingend zur Folge, dass Sie auch nach außen hin als Mitunternehmer auftreten. Zudem wäre es in diesem Fall wohl erforderlich, dass die GbR das Eigentum an der Immobilie erwirbt und Finanzierungsnehmer wird. Ich gehe aber davon aus, dass Sie sich bewusst auf die Sanierungsleistung im Innenverhältnis zu Ihrem Partner beschränken und auch nicht in die Finanzierung eintreten wollen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 19.07.2017 | 17:29

Sehr geehrter Herr Brezel,

nun hätte ich gerne eine etwas genauere Info zu ;

Und hätte das eventuell negative Einflüsse bei der Finanzierung meines Partners für das Objekt.

Muss die Gesellschaft "stille Beteiligung" der finanzierenden Bank mitteilt werden vor Gewährung des Darlehns?

Wenn die stille Beteiligung nicht mitgeteilt wird, hat die finanzierende Bank die Möglichkeit der fristlosen Kündigung im Nachhinein?

Wenn durch die stille Beteiligung kein Geld mit hineingebracht wird sondern nur die Dienstleistung, hätte dies Einfluß auf einen Darlehnsvertrag für den solventen Gesellschafter ?


Vielen Dank vorab

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.07.2017 | 08:58

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Grundsätzlich tritt eine stille Gesellschaft ja nach außen hin nicht in Erscheinung, daher ja auch "stille" Gesellschaft. Trotzdem wird man wohl nicht Umhinkommen, das Bestehen der Gesellschaft bei der finanzierenden Bank offenzulegen. Denn diese wird ja einerseits wissen wollen, wie das finanzierte Projekt umgesetzt wird, also wie etwa die Sanierung vor dem (gewinnbringenden) Weiterverkauf der Immobilie erfolgen soll. Andererseits wird die Bank ja auch nach Sicherheiten fragen und dabei vermutlich auch eine Abtretung der zukünftig zu erwartenden Gewinne ansprechen. Und spätestens dann muss Ihr Partner offenlegen, dass er aufgrund Ihrer Beteiligung nicht vollständig frei über die Gewinne verfügen kann. Ob und welche Auswirkungen das Bestehen der stillen Gesellschaft auf die Darlehensvergabe hat, hängt vollständig von der konkreten finanziellen Situation Ihres Partners, bzw. dessen GmbH, ab. Das kann ich abstrakt leider nicht beantworten. Ich empfehle aber dringend, bei der Bank mit offenen Karten zu spielen und Ihre interne Finanzierungsstruktur klar zu machen, etwa im Projektexposé.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71574 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ich kann Herrn Epping zu meinem Problem "Sperrrung meines YouTube Kanals" nur allen, denen es geht wir mir nur empfehlen. Innerhalb von 3 Tagen wurde die Sperrung zurückgenommen. Des Weiteren hat Herr Epping mich immer schnell ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle, klare und ausführliche Antwort mit Literatur- bzw. Quellenangabe. Perfekt! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle und kompetente Antwort. ...
FRAGESTELLER