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Umsatzsteuerkorrektur


29.03.2005 20:58 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



In nachfolgend erwähnter Angelegenheit muß ich nochmals eine Zusatzfrage stellen und bitte einen zweiten Anwalt und seine Meinung:

Nehmen wir an der Hanwerker rechnet eine Leistung korrekt ab
1000,00 Euro + 16% Umsatzsteuer = 1.160,00 Euro (Rechnung Nr. 556)

Versehentlich versendet er ueber die gleiche Leistung 4 Monate spaeter nochmals eine Rechnung in gleicher Hoehe (Rechnung Nr. 667) - da ihm entfallen ist, dass er diese Leistung bereits abgerechnet hat.

Ich gehe davon aus, dass er in einem solchen Fall die Umsatzsteuer fuer beide Rechnungen schuldet oder ?

Doch was fuer eine Moeglichkeit verbleibt ihm eine Umsatzsteuerkorrektur durchzufuehren. Etwa das er dem Leistungsempfänger ein Gutschrift (1.000,00 Euro + 16% Umsatzsteuer) zur Egalisierung der versehentlich ausgestellten zweiten Rechnung schickt?

Des Weiteren ist mir diese Aussage von Hr Glatzel nicht klar geworden:

Das FA könnte ja auf die Idee kommen, dass die Gutschrift nur deshalb ausgestellt wurde, weil die Rechung schon teilweise durch den Kunden bezahlt wurde. In diesem Fall müsste der Lieferant auch die auf der Gutschrift aufgeführte USt abführen.

Ich bitte ggf. um Angaben der Rechtsgrundlagen.



Sachverhalt:

Fallbeispiel a)

ein Handwerker stellt irrtuemlich eine Rechnung ueber 1.200,00 Euro zuzüglich 16% Umsatzsteuer (192,00 Euro) = 1.392,00 Euro aus. Korrekt waere die Rechnungsausstellung wie folgt gewesen: 900,00 Euro + 16% Umsatzsteuer (144,00 Euro) = 1.044,00 Euro

Fallbeispiel b)

Abwandlung von Beispiel a) die Rechnungserstellung erfolgte korrekt ueber 1.200,00 Euro zuzüglich 16% Umsatzsteuer = 1.392,00 Euro. Allerdings einigt sich der Handwerker später (Rechnung wurde dem Kunden schon zugestellt) auf einen niedrigeren Preis: 900,00 Euro + 16% Umsatzsteuer (144,00 Euro) = 1.044,00 Euro

Fallbeispiel c)

Wie Fallbeispiel b) allerdings einigt man sich wegen vorhandener Mängel auf einen niedrigeren Preis.

Nun zu den Fragen:

Der Handwerker schuldet dem Fiskus ja zunächst einmal die Umsatzsteuer, die er in der Rechnung (die ist zwar zu hoch) ausgewiesen hat. Ist das Richtig ?

Zur Umsatzsteuerkorrektur hat der Handwerker m.E. die beiden folgenden Lösungsmoeglichkeiten:

1. Er versendet an seinem Kunden eine korrigierte Rechnung mit der gleichen Rechnungsnummer (gleiche Rechnungsnummer wie die Ursprungsrechnung) mit dem Zusatz "korrigierte Rechnung".

2. Er versendet an seinen Kunde eine Guschrift (mit Bezugnahme auf die zu hoch ausgestellte Rechnung): 300,00 Euro zuzüglich 16% Umsatzsteuer (48,00 Euro) = 348,00 Euro

Ist das richtig ?

Sind in den o.a. Fallbespielen immer beide o.a. Loesungsmoeglichkeiten denkbar (bitte pro Fallbeispiel angeben, welche Loesungsmoeglichekeiten sich dem Handwerker zur Umsatzsteuerkorrektur bieten). Bitte geben Sie auch die Rechtsgrundlagen (Umsatzsteuerrichtlinien) an.



AntwortBetreff: >Umsatzsteuerkorrektur
26.03.2005 17:14:42
von Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel
Profil auf 123recht.net
Landstrasse 10, 63454 Hanau, 06181 / 50 70 988, Fax: 06181 / 61 06 237
Marcus Alexander Glatzel, Hanau, hat Interessensschwerpunkte: Steuerrecht, Arbeitsrecht, Familienrecht, Strafrecht, Zivilrecht.

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Sehr geehrter Rechtssuchender,

es ist korrekt, dass die USt geschuldet wird, die auch auf der Rechnung angegeben ist.

Bei zu hoch ausgestellter USt sollten Sie die alte Rechung stornieren und eine neue Rechnung mit neuer Rechungsnummer ausstellen, damit ihre Rechnungen immer fortlaufend nachvollziehbare Rechnungsnummern haben.

Sie sollten also auf die alte Rechnung den Stempel "Rechnung storniert ersetzt durch Rechnung v...RechnungsNr...." setzen.Dann sollten sie eine neue Rechung erstellen, mit einer neuen Rechungsnummer und neuem Ausstellungsdatum.
Der Betriebprüfer kann dann die Rechnungen nachvollziehen.

Das mit der Gutschrift würde ich nicht tun, denn dann müssten Sie ja die USt aus der Gutschrift wieder abführen.

Die Nennung der einzelnen Normen sprengt leider den Rahmen einer Erstberatung.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt

Einmalige Nachfrage vom Fragesteller
geschrieben am 26.03.2005 17:28:18

Sehr geehrter Hr. Glatzel,

die folgende Aussage verstehe ich nicht. Es kommt bei meinen Lieferant auch ab und zu vor, dass die mir eine zu hohe Rechnung stellen. In solchen Faellen erhalte ich stets eine Gutschrift (die sozusagen eine Korrektur der zu hohen Rechnung darstellt). Wieso muß der Aussteller einer Gutschrift Umsatzsteuer abführen?

Das mit der Gutschrift würde ich nicht tun, denn dann müssten Sie ja die USt aus der Gutschrift wieder abführen.

Antwort auf einmalige Nachfrage vom Anwalt
geschrieben am 26.03.2005 17:40:50

Das FA könnte ja auf die Idee kommen, dass die Gutschrift nur deshalb ausgestellt wurde, weil die Rechung schon teilweise durch den Kunden bezahlt wurde. In diesem Fall müsste der Lieferant auch die auf der Gutschrift aufgeführte USt abführen.

Ich empfehle daher den sichereren Weg und rate zu einer kompletten Neuausstellung.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt
Díe Lösung ist zwar rechtlch etwas verzwickt, weil zu unterscheiden ist, ob sich das Entgelt nachträglich reduziert oder von vornehrein nicht (oder nicht in dieser Höhe) geschuldet wurde, in der praktischen Auswirkung bleiben sich die Fälle allerdings weitestgehend gleich:

Wird eine Rechnung erstellt, wird dem Finanzamt die darin separat ausgewiesene Umsatzsteuer geschuldet, egal, ob die Rechnung zu Recht oder versehentlich oder überhöht erstellt wurde. Soll dies später korrigiert werden, ist vom Rechnungsaussteller eine entsprechende Gutschrift zu erstellen. (Bei einem unberechtigten Ausweis ist darüber hinaus seit 2004 auch ein entsprechender Antrag an das Finanzamt zu stellen...)

Also:
Wurde eine Rechnung versehentlich zweimal (unter verschiedenen Rechnungsnummern) erstellt, ist die zweite Rechnung durch eine Gutschrift zu korrigieren ("Gutschrift zu Rechnung Nr. ....."; die Gutschrift erhält eine eigene Rechnungs-Nr.). (zzgl: Antrag an´s Finanzamt)

Ist eine Rechnung versehentlich zu hoch ausgestellt, erfolgt die Korrektur ebenfalls durch eine Gutschrift über den überhöhten Betrag. (zzgl.: Antrag an´s Finanzamt)

Einigen sich die Vertragsparteien nachträglich z.B. über einen Kaufpreisnachlaß, ist die ursprüngliche Rechnung ebenfalls durch eine Gutschrift auf den richtigen Betrag zu korrigieren. (ohne Antrag an´s Finanzamt)

Mit diesen Gutschriften erfolgt dann auch jeweils eine Korrektur der Umsatzsteuer.

Grundlage hierfür ist § 14a UStG in der seit dem 01.01.2004 geltenden Fassung (zu finden etwa unter http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/ustg_1980/__14c.html)

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht

Nachfrage vom Fragesteller 29.03.2005 | 21:31

Sehr geehrter Hr. Meisen,

war der Antrag an das Finanzamt auch notwendig, wenn eine im Jahr 2003 versehentlich doppelt ausgestellte Rechnung im Jahr 2004 durch eine Gutschrift korrigiert wird?

Mit freundlichen Gruessen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.03.2005 | 21:40

Die Frage ist noch nicht mit Sicherheit zu beantworten, da zu der noch relativ neuen Vorschrift des § 14c UStG insoweit weder ein umfassender Anwendungserlaß besteht noch bereits Urteile ergangen sind. Wenn Sie "auf Nummer Sicher" gehen wollen, ist daher der Antrag an das Finanzamt zu empfehlen.

Ich tendiere jedoch eher dazu, ihn für nicht erforderlich zu halten. § 14c wurde erst mit Wirkung zum 01.01.2004 eingefügt und gilt daher nicht für zuvor ausgeführte Umsätze, so daß diese meiner Ansicht nach auch jetzt noch durch eine einfache Gutschrift korrigiert werden können. (In Fällen, in denen der Gesetzgeber dies nicht wollte, wurde eine entsprechende Übergangsvorschrift in § 27 UStG eingeführt, dies ist für § 14c UStG aber gerade nicht geschehen.)

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht

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