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Umsatzsteuererklärung für Leistungen aus dem Drittland


11.09.2017 12:18 |
Preis: 73,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin als Handelsvertreter (e.K.) für ein deutsches Produktionsunternehmen tätig. Ich habe wiederum einen Agentenvertrag mit einem nicht umsatzsteuerpflichtigen Einzelunternehmer aus Russland, der dort potenzielle Kunden für die vom deutschen Produktionsunternehmen hergestellte Ware sucht. Der Agent aus Russland erbringt somit für mein deutsches Unternehmen Vermittlungsleistungen, wofür ich ihm eine Provision zahle. Die Provision zahle ich netto.

Da mein Unternehmen umsatzsteuerpflichtig ist, gebe ich monatlich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung beim zuständigen Finanzamt ab, wo ich unter anderem die Angaben zu den Leistungen mache, die von anderen Unternehmen für meine Firma erbracht werden.

Zu meinen Fragen:
- Wie soll ich die vom Agenten aus Russland erbrachten Leistungen und die dem Agenten gezahlte Provision in der Umsatzsteuer-Voranmeldung sowie Umsatzsteuererklärung angeben?
- In wie weit findet die ab 2010 geltende Regelungen zur Behandlung von grenzüberschreitenden Dienstleistungen in meinen Fall Anwendung? Wenn ich alles richtig verstanden habe, sind die Leistungen, die von einem Unternehmen aus Russland (also Drittland) für ein Unternehmen in Deutschland erbracht werden, in Deutschland zu versteuern. Wenn das stimmt, wie erfolgt die Versteuerung? Wie bereits oben erwähnt wurde, zahle ich dem nicht umsatzsteuerpflichtigen Agenten aus Russland eine Netto-Provision.

Vielen Dank im Voraus!
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

- Wie soll ich die vom Agenten aus Russland erbrachten Leistungen und die dem Agenten gezahlte Provision in der Umsatzsteuer-Voranmeldung sowie Umsatzsteuererklärung angeben?

Diese sind meiner Auffassung nach in Zeile 49 der Umsatzsteuer-Voranmeldung netto und Euro und Cent anzugeben.

- In wie weit findet die ab 2010 geltende Regelungen zur Behandlung von grenzüberschreitenden Dienstleistungen in meinen Fall Anwendung? Wenn ich alles richtig verstanden habe, sind die Leistungen, die von einem Unternehmen aus Russland (also Drittland) für ein Unternehmen in Deutschland erbracht werden, in Deutschland zu versteuern. Wenn das stimmt, wie erfolgt die Versteuerung? Wie bereits oben erwähnt wurde, zahle ich dem nicht umsatzsteuerpflichtigen Agenten aus Russland eine Netto-Provision.

Hier ist meiner Auffassung nach auf § 3a Abs. 2 UStG abzustellen. Dort heißt es:

"Eine sonstige Leistung, die an einen Unternehmer für dessen Unternehmen ausgeführt wird, wird vorbehaltlich der Absätze 3 bis 8 und der §§ 3b, 3e und 3f an dem Ort ausgeführt, von dem aus der Empfänger sein Unternehmen betreibt."

Der § 3a weißt hier grundsätzlich Deutschland ein Besteuerungsrecht zu. Dies ergibt sich auch aus § 13b Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. § 13b Abs. 7 UStG, da hier zweifelsfrei ein Unternehmen in Russland vorliegt.

Nur wenn das Unternehmen in Russland Kleinunternehmer i.S.d. § 19 UStG wäre würde aus § 13b Abs. 5 S. 8 UStG keine Umsatzsteuer in Deutschland anfallen.

In allen anderen Fällen haben Sie die Nettobeträge bei der Umsatzsteuervoranmeldung anzugeben und die Umsatzsteuer abzuführen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 11.09.2017 | 16:14

Sehr geehrter Herr Park,

vielen Dank für Ihre Antwort. Was Sie leider nicht erwähnt haben, ist der Vorsteuerabzug und die entsprechen Angaben in der Umsatzsteuer-Voranmeldung im Falle einer USt-Ausführung durch den Leistungsempfänger.

Außerdem würde mich interessieren, wie die Kleinunternehmerregelung i.S.d. § 19 UStG auf das russische Unternehmen anwendbar ist. Meiner Auffassung nach wird die USt-Pflicht in Russland nach anderen Kriterien definiert. Eine Erhebung der USt für die Leistungen des nicht umsatzsteuerpflichtigen Unternehmens ist aus meiner Sicht fragwürdig.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.09.2017 | 16:17

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Ergänzung vom Anwalt 11.09.2017 | 16:25

Entschuldigung, hier ist es zu einem Übertragungsfehler gekommen. Ich erlaube mir meine Antwort anbei zu stellen:

Da Ihnen die Rechnungen aus Russland ohne Umsatzsteuer zukommen, können Sie hier keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Ihre Angaben gehören wie gesagt in Zeile 49.

§ 19 UStG ist auf den russischen Unternehmer nicht direkt anwendbar. Ob es eine entsprechende Regelung im russischen Steuerrecht gibt entzieht sich meiner Kenntnis.

Kommt man nach russischem Recht zu einer dem § 19 UStG vergleichbaren Regelung wäre aus meiner Sicht in der Tat § 13b Abs. 5 S. 8 UStG einschlägig und Sie müssten keinen Umsatzsteuer als Leistungsempfänger anmelden und abführen. Dieser Punkt wäre mit dem russischen Unternehmen oder der deutschen AHK in Russland zu klären.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park
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