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Umsatzsteuer sparen durch Rechnungen der Freiberufler an die GbR

| 12.01.2016 11:04 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Guten Tag werte Juristin oder werter Jurist,

ich habe vor, gemeinsam mit meiner Lebensparterin eine Reiseveranstalter GbR zu gründen. Wir sind beide bereits selbstständig als Freiberufler tätig (Trainer und Lehrer).
Für die geplanten 4 tägigen Reiseveranstaltungen bezahlen wir Reisevorleistungen(Miete von Schlafräumen, Verpflegung etc.) und würden daher nach §25 UStG die Umsatzsteuer per Margenbesteuerung abrechnen.
Das könnte z.B. so aussehen:

20.000€ Einnahmen
15.000€ Ausgaben
=5.000€ Gewinnmarge
=[5.000€*0,19]=> 950€ Umsatzsteuer zu zahlen
=> 4050€ Gewinn für die beiden Gesellschafter

Unsere Idee ist nun, unsere freiberuflichen Tätigkeiten als Trainer und Lehrer, die wir auf der Reise erbringen wollen, der GbR in Rechnung zu stellen, um die umsatzsteuerpflichtige Gewinnmarge zu senken.
Das sähe so aus:

20.000€ Einnahmen
15.000€ Ausgaben
4.000€ Ausgaben für Rechnungen der Freiberufler(die gleichzeitig Gfter der GbR sind)
=1.000€ Gewinnmarge
=[1.000€*0,19]=> 190€ Umsatzsteuer zu zahlen
=> 810€ Gewinn der Gesellschafter + 4000€ umsatzsteuerfreier Gewinn der Freiberufler = 4810€

Also ein enormes Einsparpotenzial, da wir als Freiberufler gemäß der Kleinunternehmerregelung keine Umsatzsteuer zahlen müssen. Dabei ist mir bewusst, dass die Rechnungen der Freiberufler nicht exorbitant hoch sein dürfen, sondern im realistischen Rahmen liegen müssen.

Meine Frage lautet nun, ob es einfach nur schlau oder kriminell wäre, die Leistungen als Freiberufler abzurechnen? Fall dies nicht legitim wäre, könnte ich doch alternativ ein Einzelunternehmen gründen, sodass wenigstens meine Lebensgefährtin, als Nicht-Gesellschafterin und Freiberuflerin eine Rechnung stellen könnte, die die Gewinnmarge reduziert.

Vielen Dank im Vorraus für Ihre Antwort

Einsatz editiert am 12.01.2016 22:36:05

Einsatz editiert am 14.01.2016 10:08:57

Einsatz editiert am 15.01.2016 11:19:51

Einsatz editiert am 16.01.2016 12:01:18
Eingrenzung vom Fragesteller
12.01.2016 | 22:22

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Dieses Vorgehen ist grundsätzlich möglich, wenn Sie darauf achten, dass es eine ordnungsgemäße Grundlage der Rechnungen gibt. Damit meine ich eine vertragliche Basis für die Rechnung, die Vereinbarung einer angemessenen Vergütung und die ordnungsgemäße Durchführung. Das setzt natürlich auch voraus, dass die Leistungen von Ihnen auch im Reisepreis Berücksichtigung finden und sich dementsprechend in der Kalkulation niederschlagen und auch tatsächlich abgrenzbare Leistungen vorhanden sind.

Bei Leistungen aufgrund eines gegenseitigen Vertrages, durch den sich der Gesellschafter zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen und die Gesellschaft sich hierfür zur Zahlung einer Gegenleistung verpflichtet, sind die Voraussetzungen des § 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG für einen steuerbaren Leistungsaustausch regelmäßig erfüllt, wenn der Gesellschafter Unternehmer ist (Abschn. 6 Abs. 4 Satz 3 UStR 2008).

Ist also im Übrigen alles ordnungsgemäß und liegen nicht "nur" Scheinrechnungen vor, so können Sie dementsprechend verfahren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 18.01.2016 | 17:28

Sehr geehrter Herr Busch,

Habe ich Sie dann richtig verstanden, dass meine Lebensgefährtin und ich also weiter die umsatzsteuerbefreite Kleinunternehmerregelung als Freiberufler (bis 17.500 Umsatz je Freiberufler)nutzen können auch wenn wir eine GbR mit einem Umsatz von 20.000€ oder mehr haben, was also kein Kleinunternehmen mehr wäre?
Also quasi gleichzeitig umsatzsteuerbefreiter Freiberufler und umsatzsteuerpflichtiger Gesellschafter einer GbR?

Falls dies nicht so getrennt voneinander möglich wäre, wie würde sich sonst die Umsatzgrenze berechnen als Freiberuler mit Einkünften aus einer GbR?
Umsatz Freiberufler + 50% des Umsatzes der GbR = Umsatzgrenze?

Vielen Dank schonmal für den bisherigen Rat

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 18.01.2016 | 18:09

Nein, das ist so grundsätzlich nicht richtig. Ich habe lediglich die Frage beantwortet, ob es möglich ist, Rechnungen an die GbR zu schreiben.
Die GbR wird jedoch im Umsatzsteuerrecht isoliert von Ihnen bzw Ihrer freiberuflichen Tätigkeit betrachtet. Sie können also weiterhin mit Ihrer freiberuflichen Tätigkeit die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, während die Umsätze der GbR umsatzsteuerlich isoliert bzw. losgelöst von Ihnen zu betrachten sind.

Bewertung des Fragestellers 20.01.2016 | 18:07

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