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Umsatzsteuer für Auftrag in Österreich im deutschen Unterauftrag


| 29.06.2007 15:14 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter



Ich werde für 2 Wochen als freier Fotograf in Österreich tätig sein. Dabei arbeite ich im Unterauftrag für einen deutschen Dienstleister, der den Gesamtauftrag für den österreichischen Auftraggeber abwickelt.

Wie behandele ich Ausgaben, die mir in Österreich entstehen (Reisekosten, Unterbringung, Verpflegung, Telefonkosten) in meiner Umsatzsteuererklärung, welche Steuersätze gebe ich in meiner Rechnung an den deutschen Partner an? Wird die Lage komplizierter durch die Tatsache, dass die Leistungserbringung zwar überwiegend (Fotografie) in Österreich für ein österreichisches Unternehmen erfolgt, mit der Bildbearbeitung aber auch ein Anteil von 30% der Arbeit in Deutschland erfolgen wird?

Danke für Ihre Hilfe
Sehr geehrter Fragender,

Umsatzsteuerlich stellt die von Ihnen zu erbringende fotografische Leistung eine sog. sonstige Leistung i.S.d. §3(9) UStG dar. Ob diese Leistung steuerbar und sodann mangels Steuerbefreiungsvorschrift auch steuerpflichtig ist, bestimmt sich nach dem Ort der Leistungserbringung.

Nach §3a(1)UStG ist dieser Ort grds. der Sitz Ihres Unternehmens - jedoch nur dann, sofern keine Ausnahmeregelung nach §3(2)UStG ff. greift. Ob eine solche in Ihrem Falle anzuwenden ist, hängt davon ab, welcher Qualität bzw. Form die von Ihnen zu erbringende Leistung ist:

Ist diese z.B. künstlerischen Gehalts, so wird Ihre Leistung nach §3(2)Nr.3a UStG dort erbracht, wo Sie in dieser Sache ausschließlich bzw. überwiegend tätig werden - ggf. ist dieses im Wege der Gesamtanschauung zu beurteilen.

Sollte die Leistung jedoch womöglich dem Bereich der Werbung zuzurechnen sein und wird diese an einen Unternehmer erbracht(aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich davon aus), so wird diese umsatzsteuerlich am Ort des Leistungsempfängers ausgeführt - also entweder (je nach vertraglicher Auftragsgestaltung) an den österreichischen Endkunden oder - hier lt. Ihren Angaben eher wahrscheinlich - an Ihren deutschen Auftraggeber. Geht man hier also von der zweiten Konstellation aus, so wäre der von Ihnen ausgeführte Umsatz vollständig in Deutschland steuerbar und zum Steuersatz von 19% auch steuerpflichtig.

Die Bildbearbeitung ist dabei m. E. in jedem Falle Nebenleistung zur Hauptleistung (Fotografie), die das umsatzsteuerliche "Schicksal" der Hauptleistung teilt, sodass Ihre Leistung also in ihrer Gesamtheit zu beurteilen ist.

Bezüglich Ihrer Reisekosten usw. in Österreich, die lt. Rechnungen österreichische Umsatzsteuer enthalten, ist zu sagen, dass Sie die Umsatzsteuer daraus nicht als Vorsteuer in Ihrer USt-Voranmeldung berücksichtigen dürfen. Bei größeren Aufwendung müssten Sie sich zum Zwecke der Umsatzsteuererstattung daher gesondert in Österreich steuerlich registrieren lassen.

Falls Sie weitere rechtliche oder steuerliche Beratung wünschen, würde ich mich über eine Beauftragung sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

Nachfrage vom Fragesteller 29.06.2007 | 17:08

Bezüglich Ihrer Reisekosten usw. in Österreich, die lt. Rechnungen österreichische Umsatzsteuer enthalten, ist zu sagen, dass Sie die Umsatzsteuer daraus nicht als Vorsteuer in Ihrer USt-Voranmeldung berücksichtigen dürfen.

Diese Kosten sind aber doch betrieblich bedingte Aufwendungen - wie verbuche ich die denn dann? Als nicht steuerbare Aufwendungen oder wie? Muss ich meinen Tagessatz für den Auftrag entsprechend höher kalkulieren?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.06.2007 | 01:01

Selbstverständlich sind Ihre Aufwendungen für Übernachtungs- und andere Reisekosten - sofern diese betrieblich bedingt sind - in einkommensteuerlicher bzw. gewerbesteuerlicher Hinsicht gewinnmindernd zu berücksichtigen. Nur umsatzsteuerlich können Sie die Ihnen in Rechnung gestellte ausländische Umsatzsteuer nicht in Ihrer deutschen Umsatzsteuer-Voranmeldung bzw. -erklärung als Vorsteuer abziehen. Dies bedeutet, dass diese Reisekosten sich in Höhe des Bruttowertes als Aufwand auswirken. Die Buchung bei Ihnen hat also mit dem Bruttorechnungsbetrag auf dem entsprechenden Aufwandskonto (z. B. "Reisekosten an Kasse") ohne Vorsteuerabzug zu erfolgen - so als wäre in dieser gar keine Umsatzsteuer enthalten.

Sie haben natürlich recht, dass dieses grds. Ihre Kalkulation beeinflusst, da Ihre Kosten um den nicht abziehbaren Umsatzsteueranteil entsprechend höher ausfallen.

Ergänzung vom Anwalt 30.06.2007 | 01:00

Selbstverständlich sind Ihre Aufwendungen für Übernachtungs- und andere Reisekosten - sofern diese betrieblich bedingt sind - in einkommensteuerlicher bzw. gewerbesteuerlicher Hinsicht gewinnmindernd zu berücksichtigen. Nur umsatzsteuerlich können Sie die Ihnen in Rechnung gestellte ausländische Umsatzsteuer nicht in Ihrer deutschen Umsatzsteuer-Voranmeldung bzw. -erklärung als Vorsteuer abziehen. Dies bedeutet, dass diese Reisekosten sich in Höhe des Bruttowertes als Aufwand auswirken. Die Buchung bei Ihnen hat also mit dem Bruttorechnungsbetrag auf dem entsprechenden Aufwandskonto (z. B. "Reisekosten an Kasse") ohne Vorsteuerabzug zu erfolgen - so als wäre in dieser gar keine Umsatzsteuer enthalten.

Sie haben natürlich recht, dass dieses grds. Ihre Kalkulation beeinflusst, da Ihre Kosten um den nicht abziehbaren Umsatzsteueranteil entsprechend höher ausfallen.
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