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Umsatzsteuer bei Vermietung ins Ausland

01.12.2015 18:37 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sagen wir mal eine Firma in Afghanistan hat von einer Firma aus Deutschland (GmbH) ein Computersystem fuer 3 Monate angemietet. Alle ausfuhrrechtlichen Bestimmungen wurden eingehalten.

Das Computersytem wurde mit IHK Zertifikat und Warennummern (Statistisches Bundesamt) nach Kabul geschickt.

Zoll wurde auch abgewickelt. Die Rechnung wurde ohne MwSt. ausgestellt, da auch in der Vergangenheit Waren die dort hin verkauft wurden, ohne MwSt. nach Afghansitan verkauft.

Ein Bekannter sagte mir nun, dass bei Vermietung auch in ein Drittland MwSt. anfallen wuerde. Bitte um entsprechende Aufklaerung.-


Weiterhin haben wir heute einen Brief vom Finanzamt bekomem mit dem Hinweis, dass sie eine Umsatzsteuerpruefung vornehmen wollen. Im Brief steht auch, dass die Steuerfahndung mit im Einsatz ist, weil der Verdacht der Umsatzsteuer Kuerzung vorliegt. Wir sind eine kleine Firma und verstehen nicht was los ist. Ist der Einsatz einer Steuerfahndung normal?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Der deutschen Umsatzsteuer unterliegen gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 1UStG nur die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmen *im Inland* gegen Entgelt ausführt. Es kommt also darauf an, ob der Leistungsort im Inland (dann deutsche USt) oder im Ausland (dann keine deutsche USt) liegt. Der Leistungsort bestimmt sich für umsatzsteuerliche Zwecke nach §§ 3 ff. UStG. Hier galt bis zum 31.12.2009 die Grundregel, dass sonstige Leistungen (auch Vermietungsleistungen) der deutschen Umsatzsteuer unterlagen, wenn der Leistende (Vermieter) seinen Sitz in Deutschland hatte (§ 3a Abs. 1 UStG a. F.). Seit dem 1.1.2010 gilt dagegen, dass der Leistungsort am Sitz des Empfängers der Leistung liegt (§ 3a Abs. 2 UStG n. F.). Eine Vermietung an einen in Afghanistan ansässigen Unternehmer für dessen geschäftlichen Zwecke gilt damit als in Afghanistan erbracht; mithin kommt nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG eine Umsatzbesteuerung in Deutschland nicht in Betracht.

2. Die Steuerfahndung hat gemäß § 208 Abs. 1 AO u. a. die Aufgabe, Steuerstraftaten und Steuerordnungswidrigkeiten zu erforschen. Sie haben dabei nach Maßgabe von § 404 AO die gleichen Befugnisse wie die Polizeibehörden im Rahmen der Ermittlung sonstiger Straftaten. Die Steuerfahndung ist damit die Ermittlungsbehörde für Straftaten und OWi im Bereich des Steuerrechts. Besteht nach Ansicht der Finanzbehörden in Ihrem Fall der Verdacht, dass Steuerstraftaten oder -ordnungswidrigkeiten begangen wurden, ist der Einsatz der Steuerfahndung nicht nur "normal", sondern zwingende Konsequenz aus dem Verdacht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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