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Umsatzsteuer bei Rechnung für elektronische Dienstleistung aus EU

01.02.2015 04:13 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andre Jahn, LL.M. (US)


Zusammenfassung: Es geht um Umsatzsteuern innerhalb der EU.

Ich betreibe ein Gewerbe und kaufe von einer Firma in Luxemburg elektronische Dienstleistungen. Diese Firma sieht B2B-Verkäufe nicht vor und behandelt mich als eine Privatperson. Dementsprechend fügt die Firma auf der Rechnung eine Umsatzsteuer hinzu, entsprechend der neuen Regeln ab 01.01.2015 19%, die die Firma im Rahmen von MOSS nach Deutschland überweisen muss.

Meine Steuerberaterin hat mir gesagt, dass ich nun auf die Bruttorechnung nochmals 19% Umsatzsteuer abführen muss. Ich kann diese Doppelversteuerung nicht verstehen, in diesem Fall würde das Finanzamt ja 2 x 19% Steuer auf die gleiche Leistung erhalten, wie kann das sein? Vor MOSS, als die Firma luxemburgische Steuer auf die Rechnung aufgeschlagen hat, hätte es für mich noch Sinn gemacht - aber jetzt nicht mehr.

Ist das richtig - und wie kann ich es eventuell umgehen?

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich nach einigem Nachdenken auch diese Frage. Auf der Basis vollständiger und zutreffender Sachverhaltsangaben, die ich hier einfach unterstellen muss, ist das hier tatsächlich etwas merkwürdig.

Ein Leistungsaustauschverhältnis zwischen denselben Vertragsparteien über denselben Leistungsgegenstand ist auch nur ein umsatzsteuerpflichtiger Vorgang. Dieser findet entweder zwischen Unternehmer und Verbraucher statt (B2C) oder von Unternehmer zu Unternehmer (B2B). Objektiv richtig wäre hier wohl ein B2B-Umsatz anzunehmen (Leistungserbringer =Lux, Leistungsempfänger=Dtl.) mit der Folge Umkehr der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger, da elektronische Dienstleistung genau wie vor den seit Januar dazu geltenden Neuregelungen.

Nun ist allerdings nach Ihren Sachverhaltsangaben so, dass Ihr Vertragspartner nur Privatkunden führt, und ihnen daher seit Januar die deutsche Ust. in Rechnung stellt. Das wäre auch vollkommen richtig, wenn sie denn Privatkunde wären. Da es vermutlich wenig Erfolgsaussichten hat zu versuchen ihren Vertragspartner davon zu überzeugen, seine Geschäfts/Rechnungspraxis zu ändern, wäre mein Vorschlag einfach es im Verhältnis zu dem Luxemburger Leistungserbringer, bei dem Privatgeschäft zu belassen, aber die nachfolgende gewerbliche Nutzung der privat erworbenen elektronischen Dienstleistungen durch Sie, zukünftig als umsatzsteuerfreie Sacheinlage aus ihrem Privatvermögen (buchhalterisch über das Privatkonto) in das Betriebsvermögen zu buchen, damit dürfte natürlich auch die Vorsteuerabzugsberechtigung für diese Einkäufe entfallen.

Fragen Sie bitte einmal Ihre Steuerberaterin, was Sie davon hält oder, warum Sie das nicht will oder ob mir hier einfach Sachverhaltsteile nicht bekannt sind, die für die Fragen entscheidend sind. Nach meinem Eindruck scheint das hier weniger ein Rechtsproblem des UstG oder von MOSS, das ist zwar alles überbordend kompliziert, das Problem scheint mir eher die Rechnungs/Geschäftspraxis des Vertragspartners aus Luxemburg, der einfach keine Unternehmer umsatzsteuerrechtlich als solche behandelt.

Ggf. haben Sie hier auch eine kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

Nachfrage vom Fragesteller 04.02.2015 | 19:38

Sehr geehrter Herr Jahn,


die Idee mit der Privateinlage klingt zunächst nicht schlecht. Allerdings heißt es ja immer, dass man privates und geschäftliches voneinander trennen soll. Wenn ich nun monatlich 6.000 € an Privateinlage haben - ist das kein Problem? Vielleicht ist meiner Steuerberaterin nur noch nicht auf diese Idee gekommen.

Dass die Vorsteuer entfällt, ist kein Problem - bisher wurde der Rechnungsbetrag sowieso inklusive der Steuer als Betriebsausgabe verbucht, da würde sich für mich also nichts ändern.


Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.02.2015 | 14:08

Sehr geehrter Fragesteller,

okay, bei diesem Betrag ist das natürlich buchhalterisch als Dauerzustand extrem unschön, wenn auch M.E. kein Verstoß gegen die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung.

Wenn es Einkäufe in dieser Höhe geht, ist die erste Wahl natürlich doch den Lieferanten aus Lux dazu zu bringen, ihnen zukünftig Reverse-Charge-Rechnungen zu stellen. Selbst wenn der Lieferant hier ein globaler Konzern sein sollte, dessen Firmennamen mit dem ersten Buchstaben des lateinischen Alphabets anfängt, ist doch irgendwie evident, dass keine Privatperson elektronische Dienstleistungen zu einem Preis in dieser Höhe pro Monat bezieht.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

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