Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Umsatzsteuer bei Einnahmen aus der Freelancer Plattform 'Upwork'

| 25.08.2016 18:13 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Zusammenfassung: Leistungen bei denen eine Online-Plattform als Vermittlungsstätte dient, die aber nicht online erbracht werden, sondern auf "natürlichem" Weg, gelten als vom Leistungsempfänger erhalten. Die Steuerschuldnerschaft (§§ 3 ff UstG) für die Umsatzsteuer richtet sich nach dessen Sitz.

Guten Tag,

ich arbeite Nebenberuflich als freiberuflicher Tontechniker und habe diesen Monat einige Aufträge über die Freelancer Plattform "Upwork" ausgeführt, bin mir allerdings bei der umsatzsteuerrechtlichen Handhabung nicht ganz sicher.

Das allgemeine Vorgehen bei Upwork ist, dass ein Kunde einen bestimmten Auftrag zu einem Preis X anbietet, und Freelancer sich darauf bewerben können. Sobald der Kunde einen Freelancer ausgewählt hat, mit dem er arbeiten möchte wird der Auftrag ausgeführt. Nach erfolgreicher Durchführung überweist der Kunde das Geld an Upwork, und es wird nach Abzug einer kleinen Servicegebühr an den Freelancer weitergereicht.

Nun erstellt Upwork zwei Rechnungen. Eine wird von Upwork im Namen des Freelancers erstellt, und geht an den Kunden.
Die andere definiert die Serviegebühr, die der Freelancer an Upwork zahlen muss. Da Upwork seinen Sitz in den USA hat, enthält die Rechnung über die Servicegebühr den Hinweis "VAT Reverse charged" (da es sich hier ja um eine Dienstleistung aus dem nicht EU-Ausland in die EU handelt).
Diese kann ich nun als Beleg für die Servicegebühr als Betriebsausgabe nutzen, und führe die Umsatzsteuer entsprechend der Reverse-Charge Regelung ab.

Nun zur eigentlichen Frage:
Wie sieht das mit den Einnahmen aus? Die Rechnung darüber erhält lediglich der Kunde. Allerdings benötige ich ja auch einen Beleg über die Einnahmen, welchen ich von Upwork selbst aber nicht erhalte (bzw nur in Form einer Anzeige auf der Webseite, welche Aufträge wie bezahlt wurden). Deshalb ist mein Vorgehen momentan, dass ich eine Rechnung erstelle, die die Leistung beschreibt und Upwork als Rechnungsempfänger angebe (Da Upwork ja auch die Zahlung an mich tätigt). Die lasse ich Upwork nicht zukommen, sondern nutze Sie nur in meinen Unterlagen als Beleg für die entsprechende Zahlung.
Da Upwork ja wie oben bereits beschrieben ein amerikanisches Unternehmen ist, handelt es sich bei der in der Rechnung angegebenen Leistung um eine Dienstleistung aus der EU in ein Drittland, und die Umsatzsteuer wird daher auch wieder über die Reverse-Charge Regelung eingezogen. Dementsprechend schreibe ich auch den Hinweis "VAT Reverse charged" auf meine Rechnung mit drauf.

Ist dieses Vorgehen so richtig, oder müsste ich das anders handhaben?

Vielen Dank im Voraus!

Einsatz editiert am 26.08.2016 23:50:30

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Für die Versteuerung muß der Ort des Leistungsempfängers (nicht des Vermittlers) berücksichtigt werden. Insofern ist Empfänger der jeweiligen Dienstleistung (Tontechnik) der jeweilige Kunde. Ausschlaggebend ist für sie hierbei § 3 a Abs. 1 Nr. 3 a UStG. Die Leistung ist dort zu versteuern, wo sie erbracht wurde.

Als Tontechniker dürften sie unter diese Norm fallen, da sie Leistungen im Zusammenhang mit unterhaltenden Leistungen anbieten.

Das bedeutet für sie als erstes, dass nicht UPWORK der Rechnungsempfänger ist, sondern jeder einzelne Kunde bei dem sie einen Tontechnikerauftrag annehmen.

Die steuerlichen Regelungen gelten dann je nach dem Sitz des Kunden und danach , ob dies als Privatperson oder Unternehmen handeln. Um dies weiter auszubreiten bräuchte ich hier weitere Informationen. Grob läßt sich sagen , dass bei Ausführungen in Deutschland natürlich normales "deutsches" Steuerrecht zur Anwendung kommt. Im Eu-Bereich ist sodann nach Privatpersonen und Unternehmen als Leistungsempfänger zu unterscheiden, denn danach richtet sich , wer die Steuern zu entrichten hat.

Also noch einmal , sie müssen für jeden Auftrag eine Kundenrechnung anfertigen (nicht Upwork, sondern der tatsächliche Leistungsempfänger) denn hiernach richtet sich die Steuerschuldnerschaft. Grundsätzlich würde ich die grobe Tabelle von Upwork als Ausdruck den Rechnungen anheften. Sodann sollte die Belegpflicht erfüllt sein.

Sie können die Rechnungen von Upwork als Ausgaben absetzen, allerdings ist ein Vorsteuerabzug ( Deutsche Meherwerttsteuer gegen amerikanische Umsatzsteuer) vorab nicht möglich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.08.2016 | 15:51

Vielen Dank für Ihre Antwort schonmal.

Es gibt nur leider ein Problem an der Sache. Wie oben bereits beschrieben habe ich keinerlei Zugriff auf die Daten des eigentlichen Leistungsempfängers. Ich sehe nur einen vom Kunden frei gewählten Nickname, und das Land, welches er bei der Registrierung angegeben hat.

Auch auf Nachfrage bei Upwork ist man nicht bereit, nicht in der Lage, (oder was auch immer) mir diese Daten zur Verfügung zu stellen.

Dadurch habe ich keine Möglichkeit eine korrekte Rechnung an den eigentlichen Leistungsempfänger zu stellen (da dieser mir ja nichtmal richtig bekannt ist).

Online habe ich gelesen, dass wenn der Endabnehmer nicht bekannt ist, die Umsatzsteuer auf die Betreiberplattform abgestellt werden kann (weswegen ich den in der Urpsrungsfrage dargestellten Workaround in Betracht gezogen habe). Ist dies korrekt? Wenn ja müsste die Steuerschuldnerschaft auf die Betreiberplattform (Upwork) fallen, da Endabnehmer aus meiner Sicht unbekannt.

Reicht ein Kontoasuzug, welcher die erhaltene Zahlung aufführt zusammen mit einem Screenshot der Einnahmentabelle auf Upwork als Beleg fürs Finanzamt, oder muss zwingend eine Rechnung vorhanden sein?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.08.2016 | 18:10

Lieber Fragesteller,

was dem Finanzamt hierzu ausreicht ist *leider* auch Geschmacksfrage des jeweiligen Finanzamtes.

Generell besteht eine Pflicht die Umsätze nachzuweisen, es besteht nicht die Pflicht, dies über Rechnungen zu tun, so dass die Tabelkle und ihre Kontoauszüge genügen sollten. Wann das Finanzamt eine Nachweisbarkeit annimmt (bzw. zufrieden ist), ist durchaus verschieden. Ich rate ihnen also, das örtliche Finanzamt direkt anzusprechen und um Auskunft über die regionale Handhabung zu bitten.

Daneben sehe ich es tatsächlich so, dass die Kontoauszüge zusammen mit der Upwork-Liste als Einnahmebeleg ausreichen sollten, wenn sonst lediglich unzureichende Daten ( z.B. Nicknames) zur Verfügung stehen. Dies halte ich auch für sichere Belege als die Rechnungen an Upwork, da eben die UST von Kunde zu Kunde variieren kann, was ja bei Rechnungen an Upwork, welches definitiv nicht der Leistungsempfänger ist, verfälscht abgebildet wird.

Mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow

Bewertung des Fragestellers 01.09.2016 | 07:55

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?