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Umsatzsteuer bei Ausfuhr in die Schweiz und nach Österreich


07.03.2007 18:07 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Bei mir wird gerade die Umsatzsteuer geprüft. Ich habe für die Sendungen in die Schweiz einen Ordner mit meinen Ausgangsrechnungen und einen Ordner mit den Ausfuhrbelegen (Speditionsbescheinigung für die Ausfuhr)

1. Der Prüfer sagt, die Erlöse seien nicht steuerfrei, weil es in einem Ordner sein müsste und so unübersichtlich wäre. Kann ich das noch schnell sortieren weil mir das keiner sagte? Es fehlt nichts an Unterlagen.

2. Bei Versand mit UPS oder GLS nach Österreich gibt es keine solche Bestätigung. Nur die Rechnungen die belegen, dass es Lieferungen nach Österreich sind. Hier sagt der Prüfer, die Rechnungen würden nicht genügen. GLS hat aber nicht mehr, es sei nicht üblich, jeweils eine Ausfuhrbescheinigung zu erstellen, da es innergemeinschaftlich ist. Was ist hier richtig?

Ich will die Umsatzsteuer nicht nachzahlen, weil ich das nicht richtig sortiert habe. Der Prüfer soll mir 10 Minuten geben, dann sortiere ich die Belege (zu 1. Schweiz) hinter die Rechnung.

Zu 2. habe ich keine sonstigen Bescheinigungen.

Viele Grüße
Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Bezüglich beiden Ländern, nämlich Schweiz und Österreich ist erst einmal der Ort der Leistung zu prüfen.
Da Sie von Versendungen in diese beiden Länder ausgehen, ist erst einmal davon auszugehen, dass es sich bei Ihrer Tätigkeit um Lieferungen und nicht um sonstige Leistungen handelt.
Dies schon deswegen da anzunehmen ist, dass an Gegenständen durch Sie zugunsten Dritter in diesen Ländern die Verfügungsmacht verschafft wird.
Der Ort der Lieferungen umsatzsteuerrechtlicher Natur ist stets grundsätzlich an dem Ort, an dem die Lieferungen beginnen, sei es als Abholungen, Verbringen durch den Lieferanten oder Versendungen.
Aus diesem Grunde wird der Ort der Lieferungen in Deutschland anzusiedeln sein, was bedeutet, dass diese auch in diesem Lande umsatzsteuerbar sind.
Nunmehr sind die beiden Länder getrennt zu betrachten.

Schweiz:
Hinsichtlich der Schweiz liegen unabhängig vom Empfängerstatus in Deutschland umsatzsteuerfreie Ausfuhrliefrungen vor, die es jedoch selbstredend gilt durch Sie nachzuweisen, dass diese tatsächlich Deutschland in Richtung Schweiz verlassen haben.
Sollte der Prüfer an diesen Formularien sich aufhängen und Ihnen die Zeit des Sortierens nicht geben, sollten Sie diesen einfach gehen und seinen Prüfungsbericht erstellen lassen.
Aufgrund dessen werden durch die Veranlagung sodann neue oder erstmalige Umsatzsteuerbescheide erlassen, gegen die Sie das Rechtsmittel des Einspruches haben werden.
Im Zuge dieses Einspruchsverfahrens können Sie dann immer noch das Ergebnis Ihres Sortiervorganges präsentieren, um die Ausfuhrlieferungen zu dokumentieren und somit zu beweisen.

Österreich:
Auch im Zusammenhang mit Österreich würde ich hinsichtlich der Formalien denselben Weg gehen, den ich hinsichtlich der Schweiz aufgezeigt habe.
Bezüglich Österreichs ist jedoch zu beachten, wer Leistungsempfänger der Lieferungen ist.
Sind dies Verbraucher gilt das so genannte Ursprungslandprinzip, was bedeutet, dass die Umsatzversteuerung in Deutschland stattfindet.
Somit hat der österreichische Abnehmer als Verbraucher Ihnen die deutsche Umsatzsteuer zu zahlen, die Sie wiederum an den deutschen Staat abzuführen haben.
Sind dies Unternehmer im umsatzsteuerlichen Sinne, liegt eine in Deutschland umsatzsteuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung vor, die aufgrund des in diesem Zusammenhang maßgebenden Bestimmungslandprinzig zum Tragen kommt.
Dies deswegen, da deutsche Umsatzsteuer nicht als österreichische Vorsteuer heranzuziehen ist, da immer noch deutlich unterschiedliche Steuersätze vorliegen.
Der österreichische unternehmerische Abnehmer hat sich sodann mit dem innergemeinschaftlichen Erwerb in Österreich zu befassen.


Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Bezüglich beiden Ländern, nämlich Schweiz und Österreich ist erst einmal der Ort der Leistung zu prüfen.
Da Sie von Versendungen in diese beiden Länder ausgehen, ist erst einmal davon auszugehen, dass es sich bei Ihrer Tätigkeit um Lieferungen und nicht um sonstige Leistungen handelt.
Dies schon deswegen da anzunehmen ist, dass an Gegenständen durch Sie zugunsten Dritter in diesen Ländern die Verfügungsmacht verschafft wird.
Der Ort der Lieferungen umsatzsteuerrechtlicher Natur ist stets grundsätzlich an dem Ort, an dem die Lieferungen beginnen, sei es als Abholungen, Verbringen durch den Lieferanten oder Versendungen.
Aus diesem Grunde wird der Ort der Lieferungen in Deutschland anzusiedeln sein, was bedeutet, dass diese auch in diesem Lande umsatzsteuerbar sind.
Nunmehr sind die beiden Länder getrennt zu betrachten.

Schweiz:
Hinsichtlich der Schweiz liegen unabhängig vom Empfängerstatus in Deutschland umsatzsteuerfreie Ausfuhrliefrungen vor, die es jedoch selbstredend gilt durch Sie nachzuweisen, dass diese tatsächlich Deutschland in Richtung Schweiz verlassen haben.
Sollte der Prüfer an diesen Formularien sich aufhängen und Ihnen die Zeit des Sortierens nicht geben, sollten Sie diesen einfach gehen und seinen Prüfungsbericht erstellen lassen.
Aufgrund dessen werden durch die Veranlagung sodann neue oder erstmalige Umsatzsteuerbescheide erlassen, gegen die Sie das Rechtsmittel des Einspruches haben werden.
Im Zuge dieses Einspruchsverfahrens können Sie dann immer noch das Ergebnis Ihres Sortiervorganges präsentieren, um die Ausfuhrlieferungen zu dokumentieren und somit zu beweisen.

Österreich:
Auch im Zusammenhang mit Österreich würde ich hinsichtlich der Formalien denselben Weg gehen, den ich hinsichtlich der Schweiz aufgezeigt habe.
Bezüglich Österreichs ist jedoch zu beachten, wer Leistungsempfänger der Lieferungen ist.
Sind dies Verbraucher gilt das so genannte Ursprungslandprinzip, was bedeutet, dass die Umsatzversteuerung in Deutschland stattfindet.
Somit hat der österreichische Abnehmer als Verbraucher Ihnen die deutsche Umsatzsteuer zu zahlen, die Sie wiederum an den deutschen Staat abzuführen haben.
Sind dies Unternehmer im umsatzsteuerlichen Sinne, liegt eine in Deutschland umsatzsteuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung vor, die aufgrund des in diesem Zusammenhang maßgebenden Bestimmungslandprinzig zum Tragen kommt.
Dies deswegen, da deutsche Umsatzsteuer nicht als österreichische Vorsteuer heranzuziehen ist, da immer noch deutlich unterschiedliche Steuersätze vorliegen.
Der österreichische unternehmerische Abnehmer hat sich sodann mit dem innergemeinschaftlichen Erwerb in Österreich zu befassen.


Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 07.03.2007 | 19:27

Danke. Durch "FRAG-EINEN-ANWALT.de" benötige ich heute keine Magentabletten. Kurze Nachfrage: Nach Österreich liefere ich nur an Hotels mit ATU Nummer. Dies ist auf jeder Rechnung ordentlich dokumentiert. Ich habe auch noch nie eine Ausfuhrbescheinigung bei innergemeinschatlichen Auslieferungen bekommen. Macht UPS da vielleicht was falsch oder ist das einfach so bei diesen Lieferungen? Ich habe da nur eine Rechnung und es würden doch Millionen UPS-Kunden schreien, wenn was fehlen würde.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.03.2007 | 22:01

Sehr geehrter Herr Ratsuchender,

freut mich, dass Sie nach der oben genannten Bearbeitung keine Magnettabletten mehr benötigen.
Eine Ausfuhrbescheinigung hinsichtlich innergemeinschaftlicher Ausfuhrlieferungen ist auch relativ lebensfremd, da in diesem Zusammenhang gerade gar keine Ausfuhr statfindet.
Diesbetüglich mangelt es schlicht und ergreifend an faktischen Grenzden.
Im Übrigen wird auf die Usprungsantwort verwiesen.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanalt

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