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Umsatzsteuer aus Kommissionsgeschäft

03.03.2014 18:30 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Bei Kommissionsgeschäften wird umsatzsteuerrechtlich nicht die Differenz zwischen Verkauf und Kauf herangezogen. Der Verkäufer wird hier als zuvoriger Aufkäufer buchhalterisch zu erfassen sein, so daß anschließend auf den vollen Verkaufspreis die USt. zu entrichten ist.

Folgender Fall gegeben:

Ich besitze einen Webshop. Dort biete ich Artikel von Privatpersonen an, die von anderen Privatpersonen gekauft werden. Also zunächst ähnlich eBay.

Allerdings trete ich nach außen als der Verkäufer der Waren auf, schreibe also die Rechnung für den Käufer und anschliessend eine Gutschrift an den eigentlichen Verkäufer.

Im Webshop steht neben jedem Artikel der Username des Verkäufers, aber keine weiteren Angaben. Käufer und Verkäufer kommen nicht in Kontakt miteinander.

Das interpretiere ich als Kommissionsgeschäft.

Der Käufer erhält von mir eine Rechnung ohne ausgewiesene UST, der Verkäufer bekommt von mir eine Gutschirft ohne ausgewiesene UST.

Die Differenz ist mein Gewinn, und nur auf den führe ich die 19% UST ab.

Ist das alles richtig so?

Und wenn ja, würde sich etwas an dem Fall ändern, wenn Käufer und Verkäufer nicht in Deutschland sitzen, oder spielt das keine Rolle?
03.03.2014 | 20:03

Antwort

von


(194)
Schevenstr. 1 a
01326 Dresden & Köln
Tel: 0351 65 888 350
Web: http://www.kanzleifricke.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

Beim Kommissionsgeschäft wird das zugrunde liegende Geschäft in zwei gleichartige Geschäfte zwischen "Kommittent" und "Kommissionär" zerlegt. Das schlägt dann auf die Buchhaltung und auch auf die Umsatzsteuerpflicht durch.

Kommissionsgeschäfte über Handelswaren und Gegenstände (<a href="http://dejure.org/gesetze/UStG/3.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 3 UStG: Lieferung, sonstige Leistung">§ 3 III UStG</a> )haben folgende Besonderheit: Nach diesen Grundsätzen gilt bei einer Verkaufskommission gegenüber dem Endkunden umsatzsteuerlich der Kommissionär als der eigentliche Verkäufer der Ware. Und das wären vorliegend Sie! Es wird dabei unterstellt, dass der Auftraggeber (Kommittent) ihm diese Ware unmittelbar zuvor buchhalterisch verkauft hat.

Beide Geschäfte sind dann nach normalen umsatzsteuerlichen Grundsätzen so zu behandeln, als ob es hier zwei gesonderte Käufe gegeben hätte.Der Kommissionär hat somit die Umsatzsteuer nicht nur auf seine Provision zu zahlen, sondern auf den gesamten Verkaufserlös.

In Auslandsstaaten der EU gilt ähnliches: Die Regelung, dass das Kommissionsgeschäft in zwei gleichartige Geschäfte zwischen Kommissionär und Kommittent bzw. Kommissionär und Drittem aufzuspalten ist, findet sich in der Sechsten EG-Umsatzsteuerrichtlinie und ist daher im Prinzip europaweit so anzuwenden.

Die Besteuerung nur der Differenz halte ich bei Ihnen daher für unrichtig. Die Rechnungen sollten die Umsatzsteuer zur Gänze ausweisen, was natürlich den Bruttoverkaufspreis beim Verbraucher ( soweit nicht steuerabzugsfähig ) leider verteuern kann.

Mit freundlichen Grüssen

Peter Fricke
RA und Dipl. Kfm.


ANTWORT VON

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