Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Umgangsverhinderung

16.02.2011 06:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


08:32

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach einem schwierigen Umgangsverfahren lehnt meine Tochter jetzt den Umgang mit ihrem Vater völlig ab; es ist ein Zwangsgeldverfahren anhängig.

Mit der zweiten (ebenfalls zwischenzeitlich getrennt lebenden) Frau von meinem geschiedenen Mann treffe ich mich aber gelegentlich, damit meine Tochter ein bißchen Kontakt zu ihrem Halbbruder aus dieser zweiten Ehe behält.

Dies versucht der Vater beider Kinder mit allen Mitteln zu verhindern, insbesondere, indem er psychischen Druck auf den Bruder ausübt.

Mit welchen rechtlichen Mitteln kann ich dagegen vorgehen:
- Unterlassungsklage ?
- evtl. Widerklage im laufenden Zwangsgeldverfahren ?
- ... ?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

16.02.2011 | 07:15

Antwort

von


(2544)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:
Diese Anwältin zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte Ratsuchende,

da nach Ihrer Darstellung ein Zwangsgeldverfahren anhängig ist, dürfte es eine Entscheidung über den Umgang geben. Im Zwangsgeldverfahren haben Sie die Möglichkeit gegen die Zwangsgeldandrohung Bechwerde einzulegen. Das betrifft aber tatsächlich nur die Vollstreckung aus der Umgangsrechtsentscheidung.

Das primäre Ziel wird es vorliegend sein, die Umgangsrechtsentscheidung abzuändern. Dazu kann im Eilverfahren ein entsprechender Antrag gestellt werden. In einem solchen kann das Verhalten des Vaters eingeführt werden.

Da Sie aber bereits auf ein schwieriges Verfahren hinweisen, müssen selbstverständlich die Aussichten indivuduell geprüft werden.

Einen Unterlassungsanspruch wegen des Verhaltens des Vaters gegenüber seinem Sohn haben Sie nicht. Da ist die Mutter des Sohnes gefordert.

Der Vater wird auch von Ihnen nicht dazu verpflichet werden können, den Kontakt zum Halbbruder zu gewährleisten. Zu denken ist natürlich daran, unter Mithilfe des Jugendamtes eine Lösung zu finden. Um die Situation des Sohnes zu verbessern muss hingegen die Mutter tätig werden. Da beide Elternteile das Sorgerecht haben, hat natürlich auch die Mutter das Recht den Kontakt zuzulassen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 16.02.2011 | 07:32

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

gegen die vom Gericht festgesetzte Umgangsregelung möchte ich nicht vorgehen, da sowieso ein viel geringerer Umgang festgelegt wurde als üblich und ich ansonsten eine neue Klagewelle befürchte. (Ein Umgangsauschluss darf ja gerichtlich immer nur vorübergehend ausgesprochen werden und dann wird das Ganze wieder aufgerollt.)

Eine konkrete Zwangsgeldandrohung gibt es noch nicht, gegen die ich Beschwerde einlegen könnte und ich will auch garnicht abwarten, bis es soweit ist.

Zum Halbbruder:
Ich bin der Auffassung, dass ein unverkrampfter Kontakt zum Halbbruder längerfristig auch dazu beitragen könnte, dass sich meine Tochter wieder auf (zumindest gelegentliche) Kontakte zu ihrem Vater einlässt. Insofern bin ich der Meinung, dass der Versuch des Vaters, diesen Umgang zu verhindern, auch die Chance auf Umgang mit dem Vater selbst verringert bzw. sogar verhindert. (Meine Tochter verhärtet sich durch diese Erfahrungen immer mehr.)

Ich suche hier aber nach einer rechtlichen Lösung und nicht nach einer Lösung über das Jugendamt, weil dort zwar gesehen wird, dass der Vater schwierig ist, aber die Erwartungen für eine Lösung werden nur gegen die beiden Mütter formuliert. Das ist im Moment so die herrschende Ideologie, dass Väter Rechte, aber keine Pflichten haben.

Ist eine Unterlassungsklage unter diesen Umständen nicht doch denkbar ?





Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.02.2011 | 08:32

Sehr geehrte Ratsuchende,

im Rahmen eines Unterlassungsanspruches können Sie den Vater nicht verpflichten.

Der einzige gangbare Weg, ist, nachdem die Situation aus der Nachfrage deutlicher geworden ist, den Anspruch der Tochter auf Umgang mit ihrem Halbbruder gerichtlich durchzusetzen. Grundlage ist § 1685 BGB , wonach Kinder auch ein Recht auf Umgang mit den Geschwistern - auch Halbgeschwistern - haben. Dazu ist beim zuständigen Familiengericht der Antrag zu stellen. In diesem Verfahren wird auch die Mutter des Sohnes beteiligt sein.

Sie hätten zudem noch die Möglichkeit als Mutter der Tochter, wenn Sie und der Vater das gemeinsame Sorgerecht haben, über § 1628 BGB eine gerichtliche Entscheidung anzustreben, dass Ihre Tochter Kontakt zum Halbburder haben darf. Dieser Weg kann gewählt werden, wenn ein Elternteil den Umgang mit einem Dritten nicht wünscht, Sie aber dieses aus den genannten Gründen befürworten.

Beide Verfahren werden aber, nach der Vorgeschichte, nicht einfach werden.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

ANTWORT VON

(2544)

Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Kaufrecht, Strafrecht, Vertragsrecht, Sozialrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 95116 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
eine umfangreiche Antwort und klar auf den Sachverhalt eingegangen. Danke ihnen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Frau Dr. Seiter hat meine Frage ausführlich beantwortet und mir sehr weitergeholfen. Ich bin sehr zufrieden. Besten Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr ausführliche und schnelle Antwort.... ...
FRAGESTELLER