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Umgangsregelung / Umgangs Terminvereinbarung


11.12.2014 08:44 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

zur Situation:

- meine Tochter ist 8 Jahre alt und lebt bei meiner geschiedenen Frau (seit 5 Jahren)
- wir wohnen ca. 750 km voneinander entfernt
- ich bin selbständig seit über 20 Jahren

Es ist seit der Trennung sehr schwierig eine vernünftige Umgangsregelung bzw. Umgangstermin Abstimmung zu treffen. Aufgrund der Entfernung und meiner Selbständigkeit ist es mir nicht möglich feste Termine (z.b. 1. Wochenende im Monat) zu benennen.

Mein Vorschlag war die Termine 3 Monate im voraus abzustimmen, im Besuchsturnus von ca. 4-6 Wochen und zusätzlich in den Ferien Aufenthalte bei mir bzw. meiner Familie.

Dieses hat immer mal wieder für kurze Zeit geklappt und dann gab es immer wieder heftige Auseinandersetzungen mit Erpressungen und Drohungen. Teilweise wurde mir meine Tochter auch vorenthalten obwohl ich die Strecke gefahren bin.

Ich habe im Sommer diesen Jahres das Familiengericht aufgesucht. Es gab eine Verhandlung. Bei dieser Verhandlung stellte die Richterin klar das ich feste Termine benennen muss (z.b. 1. Wochenende im Monat), ansonsten könne das Gericht keinen Beschluss fassen. Ich erklärte das ich aufgrund meiner Selbständigkeit (z.b. Seminare an Wochenenden) und der Entfernung das nicht könne. Die Richterin sagte zu mir das gerade der Selbständigkeit ich doch flexibel sei und "immer könne" bzw. nie am Wochenende arbeite. Ich lehnte diese Vereinbarung ab. Das Gericht hat dann eine Mediation durch die Erziehungsberatungsstelle vorgeschlagen. Dort war ich auch zu einem Vorgespräch und mehreren Telefonaten. Dieses ist u.U. geplant Anfang des Jahres zu beginnen.

Zwischenzeitlich hat meine Ex Frau behauptet ich hatte die Absicht alkoholisiert mit meiner Tochter Auto zu fahren und noch weitere Unterstellungen die definitiv nicht stimmen. Sie hat dieses dem Gericht mitgeteilt. Daraufhin ist ein neuer Termin beim Gericht für Anfang des Jahres angesetzt. Meine Ex Frau fordert nur noch einen begleiteten Umgang und einen definierten Personenkreis mit dem ich und meine Tochter sich umgeben dürfen.


Was ich gerne wissen würde, ist:

- es wird sicherlich ähnliche Fälle geben wo der Vater aufgrund seines Berufes und der Entfernung bezüglich den Terminen eingeschränkt ist - wie wird damit verfahren bzw. was gab es dabei für Entscheidungen?

- wie könnte ich dem Gericht gegenüber argumentieren?

Vielen Dank.
11.12.2014 | 09:22

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Wenn Eltern sich nicht über die Modalitäten des Umgangs einigen können, ruft im Regelfall eine Partei das Gericht an. Das Gericht muss dann eine Entscheidung treffen, die der Umgangswillige - wenn sich der andere Elternteil nicht daran hält - auch im Wege der Zwangsvollstreckung durchsetzen kann. Wenn diese Vollstreckbarkeit fehlt, hat die Entscheidung für den Umgangsberechtigten keinen Sinn, weil er keine Möglichkeit der zwangsweisen Durchsetzung hat.

Vor diesem Hintergrund ist der Hinweis des Gerichts zu sehen. Sie müssen, auch wenn das schwierig ist, konkrete Termin benennen. Unter Umständen kann auch aufgenommen werden, wann ein Ersatztermin stattfindet, wenn im Einzelfall ein Termin abgesagt werden muss (z. B. am darauf folgenden Wochenende). Eine Entscheidung, dass die Termine jeweils einvernehmlich mit Vorlauf abgestimmt werden, wäre der Vollstreckung nicht zugänglich.

Wenn Sie eine durchsetzbare Regelung wünschen, bleibt Ihnen daher nur die Möglichkeit, feste Termine (ggf. dann in so großen Abständen, dass es für Sie beruflich machbar ist) zu nennen und zu versuchen, diese dann auch einzurichten. Wenn die Kindesmutter die Durchsetzbarkeit dieser Termine erst einmal grundsätzlich akzeptiert hat, besteht selbstverständlich immer die Möglichkeit, die Termine einvernehmlich zu verschieben.

Soweit die Mediation fortgeführt wird, besteht dort die Möglichkeit, auch andere Vereinbarungen zu treffen, die der von Ihnen gewünschten Flexibilität entgegenkommen. Allerdings fehlt es dann voraussichtlich an der Vollstreckbarkeit. Dennoch kann dies häufig ein erfolgversprechender Weg sein, da im Rahmen der Mediation oft der zugrunde liegende Konflikt aufgearbeitet wird. Wenn Ihnen an funktionierenden Absprachen und nicht an einer durchsetzbaren Entscheidung gelegen ist, sollten Sie den Weg mit der Mediation weiterverfolgen.

Die Vorwürfe, die Ihre Frau im Gerichtsverfahren gegen Sie vorbringt, sollten Sie mit konkretem Sachvortrag bestreiten. Soweit Sie nicht anwaltlich vertreten sind, hielte ich es für ratsam, noch deutlich vor der Verhandlung einen im Familienrecht erfahrenen Anwalt hinzuzuziehen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-


Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2014 | 08:42

Unter welchen Umständen bzw. Vorkommnissen kann ein begleiteter Umgang vom Gericht angeordnet werden?

Kann ich etwas unternehmen bzw. veranlassen um überprüfen zu lassen das die Mutter mit der Erziehung überfordert ist?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2014 | 09:08

Sehr geehrter Fragesteller,



gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:


Begleiteter Umgang wird angeordnet, wenn zu befürchten ist, dass der Umgang allein mit dem umgangsberechtigten Elternteil dem Kindeswohl schadet. Beispiele hierfür sind Gewalt innerhalb der Familie, sexuelle Übergriffe in der Vergangenheit, aber auch Alkohol- und Drogenkonsum des Umgangsberechtigten, um nur einige Gründe zu nennen.

Wenn sich Kind und Elternteil lange nicht gesehen haben, wird häufig der Umgang über einige wenige begleitete Kontakte wieder angebahnt.

Wenn es konkrete Anhaltspunkte für eine Überforderung der Mutter gibt, sollten Sie diese Aspekte dem Gericht gegenüber nennen. Das Gericht entscheidet dann, ob über das Jugendamt wieder Informationen eingeholt werden oder ob ein Sachverständigengutachten zur Erziehungsfähigkeit der Mutter in Auftrag gegeben wird. Hierfür reicht es aber nicht, allgemein von Überforderung zu sprechen. Erforderlich ist ein konkreter, detaillierter Vortrag, wie sich die Überforderung bemerkbar macht und inwieweit sich daraus eine Gefahr für das Kindeswohl ergibt. Auch insofern empfehle ich, falls noch nicht geschehen, einen Anwalt für die Vertretung im Verfahren hinzuzuziehen.


ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantworten und wünsche Ihnen viel Erfolg.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel

ANTWORT VON

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