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Umgangsregelung Ferien: wie zählt man die Ferien genau?

| 02.09.2019 16:35 |
Preis: 25,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Hallo,
ich bin Vater eines 6-jährigen Sohnes und lebe seit 1,5 Jahren von der Kindesmutter getrennt. Unser Sohn wechselt zwischen den Elternhäusern (6 Tage bei mir, 8 Tage bei der Mutter). Eine gerichtliche Umgangs-Regelung gibt es nicht. Zu Problemen führt bei uns immer wieder die Abstimmung der Ferien bzw. die Aufteilung der Ferientage. Daher möchte ich gerne wissen, wie die Ferien generell/i.d.R. gezählt werden bzw. werden sollten. Im Vordergrund steht für mich dabei, was genau man als Ferienbeginn und Ferienende ansieht (Tag + Uhrzeit) und wie man Tage mit einem Wechsel zählt.

Ich möchte dies an einem Beispiel verdeutlichen (Weihnachtsferien RLP 2019):
Die offizielle Ferienzeit ist 23.12. (Mo) bis einschließlich 06.01. (Mo). Die Ferien sollen hälftig aufgeteilt werden mit einem Wechsel am 25.12. gegen 17 Uhr (reisebedingt) und einem weiteren Wechsel. Bis zu den Ferien hält sich das Kind ab Do (19.12) unserem bisherigen Rhythmus folgend bei mir auf.

Ich würde die Ferien nicht exakt an den offiziellen Ferientagen festmachen, sondern Randwochenenden als Ferienzeit dazu zählen, in diesem Fall das Start-WE. Aus rein praktischen Erwägungen würde ich als "Startzeit" jeweils die Uhrzeit des üblichen Schulbeginns wählen. In diesem Falle wäre der Ferienzeitraum für mich: Sa, 21.12., 8:00 Uhr bis Di, 7.1., 8:00 Uhr, was insgesamt 17 Tage sind und auf jeden Elternteil 8,5 Tage somit entfallen.

Ist das korrekt oder doch eher unüblich? Gibt es einen besseren Ansatz?

Um bei dem Beispiel zu bleiben. In der konkreten Umsetzung würde das folgende Aufteilungsphasen ergeben:
Wechsel zur Mutter am 21.12., morgens
Wechsel zum Vater am 25.12., ca. 17:00 Uhr (reisebedingt)
Wechsel zur Mutter am 03.01., morgens

Das wären nach meiner Rechnung rd. 8,5 Tage bei jedem Elternteil (genau 8,4 bei der Mutter und 8,6 beim Vater, auch wenn das dann schon "kleinkarriert" wird). Aber genau hier liegt das Problem: die Mutter fordert das Kind schon am 02.01 zurück zu sich, was dann eher 9 Tage für sie und nur 8 für mich bedeutet. Den letzten Abend vor Schulbeginn zählt sie nicht als Ferienzeit.

Ich stebe hier nach Klarheit und einem gleichermaßen "sauberen", fairen und auch praktischen Ansatz.

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Auch wenn Sie das möglicherweise nicht hören möchten: Die von Ihnen geforderte „kleinkarierte „ Lösung wird Ihnen ein Gericht nicht anbieten. Hier geht es um das Wohl des Kindes und nicht um eine akademische Bewertung der Betreuungsstunden.

Einigkeit - nach meiner Erfahrung - besteht allenfalls insoweit, dass nicht das Wochenende vor den Ferien mit eingerechnet wird, sondern dass unterrichtsfreie Tage vor den eigentlichen Ferien der „normalen" Umgangs-/ Wochenendregelung" unterliegen.

Ansonsten gibt es kein „Richtig" oder „Falsch". Einvernehmlich können Sie fast alles vereinbaren, was dem Kind dient. Eine Übergabe in den Ferien morgens um 8:00 Uhr wird nach meiner Erfahrung kein Richter verfügen, da Kinder in den Ferien eben nicht in den Tag starten sollen, wie dies in der Schulzeit erforderlich ist. Da ist auf das Bedürfnis nach längerem Schlafen, einem ruhigen Frühstück usw. Rücksicht zu nahmen.

Bei allem Verständnis für Ihr Bedürfnis nach Gerechtigkeit: Für das Kind ist es nicht erheblich, ob die Ferien 8,4 zu 8,6 oder 8 zu 9 geteilt werden. Solche Überlegungen haben nichts mit dem Kindeswohl zu tun. Für das Kind ist es wichtig, beide Eltern längere Zeit zu sehen und statt des Alltags auch die Ferien mit ihnen genießen zu können.

Eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen, wäre bei so geringen Differenzen nicht sachgerecht und würde die Fronten weiter verhärten. Das Ergebnis ist nicht sicher vorhersehbar und könnte auch zu einer deutlichen Verschlechterung Ihrer Position führen. Sie sollten mit der Mutter dringend einen Kompromiss finden. Vielleicht kann in den Weihnachtsferien der eine und in den Osterferien der andere nachgeben?

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Nachfrage vom Fragesteller 04.09.2019 | 10:34

Danke für die Antwort. Sie beantwortet aber nur einen Teil meiner Frage (Was sind halbe Tage?).

Grundsätzlich rasch zur Klarstellung: ich strebe weder nach einer kleinkarrierten Lösung, noch nach einer gerichtlichen Klärung. Ich selbst präferiere auch nicht den Wechsel morgens um 8 Uhr. Auch ich sehe es so, dass gewisse Unterschiede in den Betreuungszeiten für das Kind vollkommen unerheblich sind. Aber sie sollten nicht durchweg einseitig sein, sondern sich ausgleichen. Es kann aber nicht sein, dass von einem Elternteil permanent versucht wird, die Ferienzeiten so aufzuteilen, dass stets ein Plus von 1-2 Tagen auf diesen Elternteil entfällt. Insofern ist es für die praktische (und natürlich außergerichtliche) Abstimmung zwischen den Elternteilen schon gut, wenn man die vorgeschlagene Aufteilung auch mal "sauber durchrechnen" kann. Dann hat man harte Fakten und es vermeidet Diskussionen. Daher rührte ja auch genau meine Frage zur "korrekten Zählweise".

Ich nehme aus der Antwort meiner Frage mit, dass man zwar üblicherweise die Rand-Wochenenden nicht mit zu den Ferien zählt, dies aber durchaus vereinbaren kann (was ich mit Blick auf den Samstag als vielfachen Anreisetag auch sinnvoll finde).
KORREKT?

Ich deute die Antwort außerdem so, dass man einen Tag nüchtern von 0:00 Uhr bis Mitternacht zählt, unabhängig vom Tagesrhythmus des Kindes.
KORREKT?

Ein halber Tag wäre demnach z.B. die Zeit bis Mittags um 12 Uhr.
KORREKT?

Wie verhält es sich aber, wenn der Wechsel der Elternhäuser um 18 Uhr erfolgt? Wie werden also "Wechseltage" gezählt (Frage bislang nicht beantwortet!)? Pauschal als halber Tag für jeden Elternteil, unabhängig von Uhrzeiten? Oder zumindest grob als viertel und dreiviertel Tag? ...?
Ich persönlich strebe nicht nach einen stunden- oder minutengenauen "Abrechnung", möchte aber zur Not korrekt Vorrechnen können, warum ein Vorschlag fair oder eben unausgewogen ist (z.B. wenn ein Elternteil 1-2 Tage mehr haben soll; nicht aber bei 2 Std. Unterschied).

Habe ich Ihre Antwort richtig verstanden bzw. gedeutet und wie verhält es sich mit den "Wechseltagen"?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.09.2019 | 13:24

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Bezüglich der Fereinzeiten haben Sie Recht: Die Wochentage davor gehören nicht dazu; einvernehmlich können Sie mit der Mutter aber veeinbaren, dass hier die übeliche Wochenendregelung ausgesetzt werden soll, um unnütze Fahrten zu vermeiden.

Die Zählerei der Tage kann ich Ihnen nicht beantworten. In mehr als zwanzig Jahren, die ich im Familienrecht tätig bin, hat noch nie ein Richter (in meinen Verfahren) Tage gezählt und sich mit der Rechnerei nach Stunden auseinandergesetzt. Stichwort Kindeswohl: Es ist völlig gleichgültig, ob beide Eltern exakt gleich viel Zeit mit dem Kind haben. Es wird der Wechsel so vereinbart, dass die Fahrerei zu kindswohlverträglichen Zeiten stattfinden kann. Des weiteren wird Rücksicht auf die Arbeitszeiten der Eltern genommen, ggf. auch auf Urlaub oder (bei längeren Fahrten) auf die Verkehrssituation. Ein Wochenende von Freitag, 19:00 h bis Sonntag, 10:00 h beeinhaltet sicher keine drei Tage. Ob dies als ein Tag oder als eineinhalb geechnet wird...

Noch einmal in aller Deutlichkeit: Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf genau die Hälfte der Ferien. Zählen Sie als Beispiel die Tage, die Sie ganz oder überwiegend mit dem Kind verbringen können. Wenn dies deutlich weniger als die Hälfte ist, versuchen Sie, mit der Mutter ein Entgegenkommen für andere Zeiten auszuhandeln.

Ihr Kind leidet unter den mit der Diskussion einhergehenden Streitigkeiten sich mehr als bei einer Aufteilung der Ferien mit 45% zu 55%. Kinder rechnen die Tage nicht aus. Das tun nur die Eltern.

Ich hoffe für Sie und insbesondere für Ihren Sohn, dass Sie mit der Mutter einen Kompromiss finden können.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 04.09.2019 | 13:31

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"Da nicht alle Fragen beantwortet wurden, hat mir die Antwort in meinem Anliegen insgesamt nur teilweise geholfen, aber immerhin etwas. Insgesamt habe ich mich nicht ganz verstanden gefühlt."
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Danke zusammenfassend ganz ok wohl auch in meinem Sinne allerdings hat bei mir die Antwort der Anwältin auf meine Rückfrage nochmal eine Unsicherheit ausgelöst und ich kann leider nichts mehr weiter klären da nur eine Rückfrage ... ...
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