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Umgangsregelung 2-jähriger


09.12.2012 10:26 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich weiß, dass es keine gesetzlichen Regelungen sondern nur Richtlinien zum Umgang mit dem Kind bei getrennten Elternteilen gibt.
Mein Sohn ist gerade 2 Jahre alt gworden, hat schwere Neurodermitis und die Trennung von meinem Mann ist gerade 2 Monate her. Er ist umgezogen, ich bin umgezogen (zu meiner Mutter) und nun bin ich innerhalb der Wohnung meiner Mutter noch mal umgezogen. Das Kind lebt bei mir. Mein Mann besucht seinen Sohn 2x in der Woche bei mir für je 2 Stunden und hat ihn alle 2 Wochen am Wochenenden. An Absprachen hält er sich nicht, das heißt, er ruft zwar an und sagt Bescheid, dass er das Kind später bringt, habe ich aber etwas dagegen, macht er es trotzdem. Nun möchte er Urlaub nehmen und das Kind 5 Tage lang zu sich nehmen. Ich finde das sehr ungünstig, da unser Kind gerade der Trennung ausgesetzt wurde, umziehen musste, alles neu ist, er einen schweren Neurodermitisschub hat und sich doch erst mal richtig einleben sollte, bevor er sich längerfristig im neuen zu Hause meines Mannes aufhält. (Zudem waren mein Sohn und ich noch nie so lange getrennt).
Mein Mann möchte dies aber nun durchziehen und ich weiß, wenn ich ihn bitte, ihn nach den üblichen zwei Wochenendtagen zurückzubringen, dass er ihn einfach nicht zurückbringen wird. Immerhin sagt er, dass er 50% Recht aufs Kind hat (da hat er ja auch Recht). Kann er komplett machen was er will? Kann ich absolut nichts tun, denn ich habe ja das Kind ohnehin mehr als er? Gibt es nur den Weg über Anwalt und notfalls Gericht?
Was sind denn die üblichen Urlaubsregelungen von Kindern getrennt lebender Eltern- besonders wenn sie noch so klein und krank sind?
Ich nehme nicht an, ich kann mehr tun, als zu notieren, wenn er sich nicht an Absprachen hält und irgendwann damit vor Gericht ziehen?
Bzw. sind es ja oft nicht mal richtige Absprachen- er möchte Urlaub mit dem Kind machen, ich möchte es nicht- nun stehen seine Worte gegen meine.
Wie sollen wir weiter damit umgehen?
09.12.2012 | 11:01

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,


unter Berücksichtigung des von Ihnen dargestellten Sachverhalts und Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Grundsätzlich gilt, dass der Umgang so zu gestalten ist, dass er dem Wohl des Kindes entspricht. Naturgemäß sind getrennt lebende Eltern sich nicht immer einig, was dies im konkreten Fall bedeutet. Einen Anspruch auf "50 %
der Kindes" gibt es in dieser Form nicht; dass das Kind mehr Zeit mit dem Elternteil verbringt, bei dem es lebt, ist vielmehr die Regel.

Letztendlich bleibt Ihnen zunächst nur der Weg, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Das könnte vielleicht so aussehen, dass Sie statt der gewünschten fünf Tagen nur drei Tage vereinbaren, da dies nicht viel länger ist als die aktuelle Wochenend-Regelung. Sollte sich dies bewähren, kann beim nächsten Mal, wenn Ihr Mann Urlaub hat, über einen längeren Zeitraum nachgedacht werden. Oder der von Ihrem Mann gewünschte längere Umgang wird bereits jetzt verbindlich für einen anderen Zeitraum (z. B. im Februar) vereinbart.

Die Auffassung Ihres Mannes, er könne sich einfach über getroffene Absprachen hinwegsetzen, ist allerdings falsch. Absprachen sind einzuhalten. Er hat kein "Alleinentscheidungsrecht", wann und wie lange er sein Kind sieht.

Sollte eine Einigung zwischen Ihnen nicht möglich sein oder sollten sich die "Alleingänge" Ihres Mannes häufen, sollten Sie das Jugendamt bzw. die örtliche Jugendhilfestation einschalten. Üblicherweise gibt es dort Mitarbeiter, die sich mit Umgangsregelungen auskennen und die Eltern beraten und unterstützen, wenn es um streitige Umgangsregelungen geht. Häufig kann durch solche Gespräche eine Einigung erzielt werden, mit der beide Eltern leben können.

Wenn auch dies scheitert, bleibt nur eine gerichtliche Entscheidung, wobei Ihr Mann einen Antrag auf die von ihm gewünschte Regelung stellen müsste. Damit kann er allerdings in aller Regel nicht kurzfristig einen bestimmten Umgangszeitraum durchsetzen, weil ein Verfahren einige Wochen in Anspruch nimmt. Ein solches Verfahren - das gebe ich zu bedenken - bedeutet nicht nur eine gewisse Aufregung für alle Beteiligten, sondern führt auch zu einer sehr starren Umgangsregelung. Aus meiner Erfahrung sind einvernehmliche Lösungen gerade beim Umgang in den meisten Fällen vorzuziehen, weil sich beide Eltern einbringen können und die Vereinbarung deshalb eher akzeptieren.

Bitte beachten Sie, dass dieses Forum nur eine erste Orientierung bieten, nicht aber die persönliche Beratung ersetzen kann. Häufig ergeben sich dabei Details, die zu einer anderen Bewertung führen.

Dennoch hoffe ich, dass Ihnen meine Antwort weiterhilft.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Hol


Nachfrage vom Fragesteller 09.12.2012 | 13:07

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Gibt es denn- so wie mit der 2- wöchigen Umgangsregelung, auch eine Richtlinie was Kleinkinder und den Urlaub mit dem nicht erziehenden Elternteil angeht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.12.2012 | 13:24

Sehr geehrte Fragestellerin,


gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Bei der Frage, wie lange der Umgangsberechtigte das Kind zu sich nehmen kann, gibt es leider keine zu verallgemeinernden Entscheidungen, weil jeweils im Einzelfall unter Berücksichtigung der persönlichen Situation des Kindes entschieden wird.

Generell kann man sagen, je jünger das Kind ist, um so häufiger und kürzer sollte der Umgang stattfinden. Dass ein Zweijähriger über das Wochenende beim Vater bleibt, ist nicht selbstverständlich. Wenn es nicht funktioniert, weil das Kind Heimweh hat, wird häufig stattdessen vereinbart, dass der Vater das Kind jedes Wochenende einen Tag ohne Übernachtung sieht.

Der Umstand, dass das Kind bereits bei Vater schläft, macht sicher auch längere Aufenthalte in Zukunft möglich. Aufgrund der von Ihnen geschilderten Situation (Trennung vor Kurzem, Umzug, Neurodermitisschub, noch keine mehrtägige Trennung von der Mutter) kann ich mir jedoch vorstellen, dass auch ein Richter eine langsame Steigerung der Besuchsdauer anregen würde.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen hier keine "allgemeingültige" Vorgabe schildern kann.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

ANTWORT VON

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