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Umgangsrechtverweigerung


30.06.2006 00:43 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Hallo,
ich bin seit 4 Wochen die 2. Frau, mein Mann hat 2 Kinder 8 und 10 Jahre alt, die wir seit 4 monaten nicht mehr sehen dürfen.
Bei der Scheidung wurde nur das gemeinsame Sorgerecht aber kein Umgangsecht festgelegt.
Somit war mein mann immer auf das Wohlwollen seiner Ex angewiesen.
Die Kinder waren alle 14 Tage bei uns und haben sich sehr wohl gefühlt.
Auch Kuscheln war Ihnen mit mir ein grosses Bedürfnis.
Wir haben immer das Gefühl gehabt, dass den Kindern negatives über mich gesagt wurde: "Du bist doch eigentlich eine ganz Nette" nur ein Beispiel von Justin als er bei uns war.Weder das Jugendamt, noch das Familiengericht, bei dem wir einen Antrag auf einstweilige Verfügung, das ohne Erklärung abgelehnt wurde, damit die Kinder wieder zum Papi dürfen haben uns geholfen.
Zu sagen wäre noch, dass Tochter Jessica mit 10 Jahren seit 3 Monaten eine Therapie machen muss, da die Muter einen Antrag auf Pflegefamilie oder Unterbringung in ein Heim gestellt hat.
Der Grund wäre massive Probleme mit der Tochter.

Alerdings hat die Mutter das Kind schon während der Schwangerschaft und auch bis heute abgelehnt ( kein liebes Wort, kein Drücken, kein Lob ).Mit dem Sohn geht sie besser um.
Angst macht mir, dass mein Mann immer noch nach 7 Jahren Trennung, Angst vor seiner Ex hat, ebenso die Kinder.
Auffälligkeiten der Kinder ( keine Freunde, keine Hobbys, absolut keine Verantwortung z.b. Strassenverkehr, schlechte Noten etc.)
Was soll ich tun um zu helfen?
Wie kann ich wenigstens zur Tochter Kontakt halten, ich habe grosse Angst um sie.
Ich arbeite schon in 2 Jobs, da mein Mann seit der Scheidung 600,00 Euro an sie zahlen muss, da sie nicht arbeiten geht, obwohl die Kinder in einer Ganztagesschule sind.
Wie können wir das Umgangsrechtwieder einfordern?

Bitte helfen sie uns.

-- Einsatz geändert am 30.06.2006 08:36:56
Eingrenzung vom Fragesteller
30.06.2006 | 01:12
Eingrenzung vom Fragesteller
30.06.2006 | 08:39
Eingrenzung vom Fragesteller
30.06.2006 | 08:56
Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich aufgrund Ihrer Angaben wie folgt Stellung nehmen möchte:

Gemäß § 1684 Abs. 1 BGB hat das Kind das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil und jeder Elternteil ist zu dem Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet. Die Eltern sind insoweit zur gegenseitigen zur Loyalität verpflichtet. Das Umgangsrecht kann nur in bestimmnten Ausnahmefällen ausgeschlossen werden.

Können sich die Eltern bezüglich des Umgangrechts nicht einigen, kann das Familiengericht über den Umfang des Umgangrechts entscheiden (§ 1684 Abs.3 BGB). Dies gilt auch, wenn das Sorgerecht beiden Eltern zusteht, es tatsächlich aber nur von einem Elternteil ausgeübt wird. Nachdem die Kindesmutter den Umgang mit dem Vater offensichtlich grundlos nunmehr 4 Monate verhindert hat, wird ein gerichticher Antrag auf Regelung des Umgangs nicht zurückgewiesen werden können, wenn das Kindeswohl aufgrund einer konkreten Gefährdung nicht den Ausschluss des Umgangs erfordert. Liegt insbesondere nicht die Gefahr des sexuellen Missbrauchs oder der körperlichen Gewalt vor, wird es vielmehr dem Kindeswohl entsprechen, dem Vater den beantragten Umgang zu gewähren, um die Vater-Kind-Beziehung zu stabilisieren und einer Entfremdung entgegenzuwirken. Hierbei wird es nicht darauf ankommen, dass beide Elternteile offensichtich verfeindet sind. Auch ist ein sich anbahnendes Vertrauensverhältnis zwichen Ihnen und den Kindern kein Ausschlussgrund für das Umgangsrecht.

Die Zurückweisung des Antrags auf Erlaß der einstweiligen Anordnung liegt offensichtlich darin begründet, dass kein Hauptsacheverfahren anhängig ist – einstweiliger Rechtsschutz kann bei Umgangsrechtsregelungen nämlich nur dann im Rahmen der selbständigen FGG-verfahren beantragt werden, wenn ein Hauptsacheverfahren anhängig ist. Ich empfehle Ihnen daher dringend, einen Anwalt zu beauftragen, der zunächst einen Antrag auf Gewährung des Umgangs stellt und darüber hinaus einstweiligen Rechtsschutz beantragt.

Unabhängig von einer gerichtlichen Umgangsrechtsregelung haben die Eltern gem. § 18 Abs. 3 SGB VIII einen Anspruch auf Beratung und Unterstützung durch das Jugendamt. Das Jugendamt hat aufgrund der vorstehenden Vorschrift die Möglichkeit einer umfassenden Vermittlungstätigkeit. Nachdem Ihr Ehemann diesen Weg bereits erfolglos beschritten hat, wird eine Konfliktlösung nur durch die aufgezeigten Anträge bei dem zuständigen Familiengericht herbeigeführt werden können. Die Umgangsregelungen können sodann durch Androhung und Festsetzung von Zwangsgeld vollstreckt werden. – Ob darüber hinaus eine Entziehung des Sorgerechts der Mutter beantragt werden kann, wird davon abhängen, ob sich feststellen läßt, dass die Übertragung des alleinigen Sorgerechts auf den Vater dem Kindeswohl am besten entspricht. - Rein vorsorglich weise ich darauf hin, dass für diese Familienangelegenheiten bei Vorliegen der Voraussetzungen Prozesskostenhilfe gewährt werden kann.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin
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