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Umgangsrecht unterbinden


| 17.05.2006 22:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Ich(23 Jahre) und mein Ex-Partner(22 Jahre) haben uns vor 11 Monaten getrennt und haben eine gemeinsame 16 Monate alte Tochter.Wir haben damals die Regelung getroffen, dass er sie alle 2 Wochen ein ganzes Wochenende besuchen kann und wenn er diese Frist einhält auch sooft wie möglich zwischendurch sehen kann. Doch leider hält sich mein Ex-Partner nicht an diese Absprache und kommt eher selten(letzter besuch vor 8 Wochen).Mitnehmen kann und darf er sie aus diesem Grund nicht, da sein wohnort 250km entfernt ist und er nur hier in unserer Wohnnähe bei der Bundeswehr stationiert ist und somit in der kaserne lebt.Ein zweiter grund ist, das Sie ihn mittlerweile gar nicht mehr kennt und nicht mit ihm mitgehen würde(und bei diesem Alter schon gar nicht ein ganzes Wochenende.)Diese Argumentation respektiert er nicht.
Da ich weiss, das ich es ihm nicht unterbinden kann zukommen,wäre meine Frage jetzt: Welche Möglichkeiten hätte ich noch????? Meine Tochter soll nicht unter dieser Situation leiden und deshalb denke ich das es besser ist, das er den kontakt abbricht,was er nicht tun will. Ich bitte um eine rasche Antwort und danke im voraus.
Ich habe das alleinige Sorge- und Bestimmungsrecht!

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Sehr geehrte Fragestellerin,

das von Ihnen geschilderte Problem ist ein oft Gehörtes und sehr schwierig zu lösen. Bereits vorab mache ich darauf aufmerksam, dass der Kindesvater unabhängig vom Sorgerecht berechtigt und sogar verpflichtet ist, das Umgangsrecht wahrzunehmen.

Einige Auszüge aus dem Gesetz mögen dies verdeutlichen:

-------------------------

§ 1626 Abs. 3 BGB:

(3) Zum Wohl des Kindes gehört in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen.
Gleiches gilt für den Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind
besitzt, wenn ihre Aufrechterhaltung für seine Entwicklung förderlich ist.

§ 1684 BGB Umgang des Kindes mit den Eltern

(1) Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum
Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.
(2) Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils
anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt,
wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet.
(3) Das Familiengericht kann über den Umfang des Umgangsrechts entscheiden und seine
Ausübung, auch gegenüber Dritten, näher regeln. Es kann die Beteiligten durch
Anordnungen zur Erfüllung der in Absatz 2 geregelten Pflicht anhalten.
(4) Das Familiengericht kann das Umgangsrecht oder den Vollzug früherer
Entscheidungen über das Umgangsrecht einschränken oder ausschließen, soweit dies zum
Wohl des Kindes erforderlich ist. Eine Entscheidung, die das Umgangsrecht oder seinen
Vollzug für längere Zeit oder auf Dauer einschränkt oder ausschließt, kann nur
ergehen, wenn andernfalls das Wohl des Kindes gefährdet wäre. Das Familiengericht
kann insbesondere anordnen, dass der Umgang nur stattfinden darf, wenn ein
mitwirkungsbereiter Dritter anwesend ist. Dritter kann auch ein Träger der
Jugendhilfe oder ein Verein sein; dieser bestimmt dann jeweils, welche Einzelperson
die Aufgabe wahrnimmt.

-------------------

Erst wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist, wird ein Grund vorliegen, das Umgangsrecht zu untersagen. In jedem Fall benötigen Sie eine gerichtliche Entscheidung, um Ihren Ex-Mann vom Umgangsrecht auszuschließen. Ob der unregelmäßige Umgang hierzu ausreicht, ist leider zu bezweifeln.

Sie haben jedoch die Möglichkeit,Ihren Ex-Mann zu einem regelmäßigen Umgang zu zwingen und dadurch verhindern, dass er Sie besucht, wann er will. Sie sind nur verpflichtet Umgang zu bestimmten regelmäßigen Zeiten zu gewähren.

Nur unter den Voraussetzungen des § 1684 Abs. 4 BGB (s.o., Wohl des Kindes) kann ein Ausschluß des Umgangsrechts erfolgen. Solche Gründe können Alkoholismus, drohende Kindesentführung oder sexueller Mißbrauch sein. Sollten Sie diese Befürchtungen haben, insbesondere dass das Wohl des Kindes hierdurch beeinträchtigt ist, sollten Sie einen Rechtsanwalt mit der genaueren Prüfung und ggf. gerichtlichen Durchsetzung eines Verbots beauftragen. Jedoch merke ich nochmals an, dass viele Gerichte und auch die Gesetzeslage eher für ein Umgangsrecht sprechen.

Ich hoffe, Ihnen trotz der nicht ganz so positiven Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend. Selbstverständlich stehe ich Ihnen auch weiterhin gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtbuero24.de

Nachfrage vom Fragesteller 17.05.2006 | 23:28

Ich zwinge ihn nun schon seit 11 monaten,aber es bringt nichts. Seiner Aussage nach ist es ihm eine zu grosse verpfichtung/Belastung alle 2 wochen kommen zu müssen.

ich möchte diese Sache geklärt haben bevor sie das alter erreicht, in dem sie es alles bewusst mitbekommt.

Das Gericht wird doch auch nur alle 2 wochen besuchsrecht anordnen,Oder??? welches sicher auch nichts bringen würde

Danke für die schnelle und umfangrecihe antwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.05.2006 | 21:34

Sehr geehrte Fragestellerin,

sie können Ihn auch gerichtlich verpflichten lassen, das Umgangsrecht regelmäßig wahrzunehmen, evtl. können Sie dies als Druckmittel einsetzen, wenn der Vater nur unregelmäßig erscheint. Eine wie von Ihnen angegebene 2-Wochen-Regelung (am Wochenende) ist wahrscheinlich. Andererseits können Sie auch die Unregelmäßigkeit der Besuche dazu nutzen, um eine Beeinträchtigung des Wohls und der Entwicklung des Kindes aufzuzeigen. Sollte Ihr Freund nicht von alleine einsichtig sein und entweder zu einem regelmäßigen Umgang finden oder hierauf im Interesse des Kindes verzichten, wird nur eine gerichtliche Regelung erfolgsversprechend sein.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de

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