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Umgangsrecht und Alkohol


| 27.07.2007 23:22 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Meine Tochter war 5 Monate, als ihr Vater und ich uns getrennt haben. Mittlerweile ist sie 18 Monate alt. Bisher hat der Vater auf meine Initiative hin die Kleine 1 x pro Woche samstags gesehen, in unserer Wohnung - was ihm sehr entgegenkam, da er ja nur kommen und gehen musste. Es gab und gibt allerdings immer wieder Probleme, dass er etwa 5 min. vor dem Treffen eine SMS sendet, er könne nicht kommen "ihm sei nicht so gut". Teilweise hat er sie nicht nüchtern besucht, was natürlich nicht nachgewiesen werden kann (aber man kennt sich ja und dann wäre da noch der Geruch). Ich bin prinzipiell der Meinung, dass sie ein Recht auf ihren Vater hat und habe ihn von daher auch nicht weggeschickt. Die Belange meiner Tochter gehen mir vor. Ich weiss jetzt nicht, ob es für die Beantwortung relevant ist; seit Juni zahlt er auch keinen Unterhalt mehr, übers Jugendamt ist alles in die Wege geleitet und ich habe auch den Bescheid über den Zahlungsvorschuss. Das Jugendamt hat mich weiterhin darüber informiert, dass er mehr als die jetzigen 125,00 € zahlen könne und die Beistandschaft wurde somit ebenfalls eingerichtet. Nun zu meinen Fragen: Kann ich ihn prinzipiell wegschicken, wenn ich den Eindruck habe, dass er unter Alkoholeinfluss steht? Kann ich das Besuchsrecht auf 14 Tage ausweiten oder muss ich ihm alternativ unter der Woche Zeit einräumen? Habe ich einen Einfluss auf den Kontakt zu seinen Eltern? Diesen habe ich angeboten, wenn sie ihre Enkelin sehen wollen, mich anzurufen und vorbei zu kommen. Dieses Angebot haben sie letztmals im Januar d. J. wahrgenommen, da sie nicht immer zu mir kommen wollten.

Für eine baldige Beantwortung wäre ich Ihnen sehr dankbar.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich steht dem Vater Ihrer gemeinsamen Tochter das Recht auf Umgang mit dem Kind zu. Dieses Umgangsrecht ist gesetzlich normiert und soll der Entwicklung des Kindes dienen. Deshalb hat der Vater nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht zum Umgang mit dem Kind.

Da hinter diesem Recht bzw. dieser Pflicht aber der Gedanke des Kindeswohles steht, ist der Umgang auch entsprechend der Entwicklung des Kindes auszugestalten. Bei einem derart jungen Kind wird es z.B. nicht ausreichen, daß es seinen Vater nur ein oder zwei Mal im Monat sieht, da dann die Gefahr der Entfremdung besteht. Es ist aber Aufgabe der Eltern, sich z.B. über die Häufigkeit der Besuche zu einigen. Können Sie das nicht, wird das Familiengericht entscheiden müssen.

Dies vorangestellt, können Sie den Kindesvater selbstverständlich, wenn er unter Alkoholeinfluss steht, abweisen und ihn auf einen anderen Termin, wenn er wieder nüchtern ist, verweisen. Es liegt auf der Hand, daß Sie Ihrer Tochter keinen Gefallen tun, wenn Sie sie in die Obhut des be- oder angetrunkenen Vaters geben.

Ist ein Besuch während der Woche aus Zeitgründen für Sie nicht machbar und haben Sie deshalb bislang Besuche am Wochenende vereinbart, hat der Vater dafür zu sorgen, daß er während der Zeit, die er für seine Tochter aufzubringen hat, nüchtern ist. Kann er das nicht gewährleisten, können Sie ihm den Umgang mit der Tochter verwehren - aus Gründen des Kindeswohles sind Sie dazu sogar angehalten.

Ebenso obliegt Ihnen das Recht, das Umgangsrecht der Großeltern zu dem Kind mit diesen abzustimmen. Sie sind aber nicht dazu verpflichtet, das Kind dort abzugeben, wenn die Großeltern selber keine Besuche wahrnehmen wollen.

Auch hier gilt das Kindeswohl zu beachten - so sind z.B. an die Umgangsgewährung bei einem 10-jährigen Kind, daß bis zur Trennung der Eltern ein gutes Verhältnis zu den Großeltern aufgebaut hat, andere Anforderungen zu stellen, als an ein 1 1/2 Jahre altes Kind, das seine Großeltern väterlicherseits möglicherweise kaum kennt.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen und die weitere Vertretung selbstverständlich gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395
Sipgate: (0221) 355 333915 / Skype: schwartmann50733
www.rechtsanwalt-schwartmann.de
www.mietrecht-in-koeln.de
www.net-scheidung24.de
www.online-rechtsauskunft.net
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Nachfrage vom Fragesteller 28.07.2007 | 12:05

Vielen Dank vorab für Ihre schnelle und klare Antwort.

Mene Nachfrage bezieht sich eher auf die persönliche, als rechtliche Erfahrung. Ist es sinnvoll mit Beratern vom Jugendamt ein gemeinsames Gespräch zu führen? Ich habe zwar beim JA vorgesprochen, um eine optimale Lösung für unsere Tochter zu finden. Mein Eindruck war aber, dass der Umgang 1 x stattfinden muss, egal wie sich in unserem Fall der Vater manchmal verhält.....!!! Der nächste Schwerpunkt liegt auf der Psyche - und glauben Sie mir, meiner Tochter geht es gut, dafür tu ich alles. Ich habe nur etwas Bedenken bzgl. der Einseitigkeit solcher Gespräche. Zumal man das Kind immer wieder auffängt, aber es gibt auch eigene Grenzen, oder zählen diese nicht? Für einen evtl. weitergehenden Streit bitte ich Sie mir ihre Erfahrungen mitzuteilen und entschuldigen Sie, wenn ich "etwas" emotional die Frage stelle.

Im voraus lieben Dank für Ihre Antwort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.07.2007 | 12:21

Vielen Dank für Ihre Nachfrage,


ich kann Ihre Emotionalität sehr gut verstehen, denn schließlich geht es um Ihre Tochter.

Ich halte ein gemeinsames Beratungsgespräch beim Jugendamt für sinnvoll - sie werden den Kindesvater dazu aber nicht zwingen können. Natürlich steht ihm das Recht auf Umgang mit dem Kind zu, aber eben nicht, wenn das Kindeswohl gefährdet wird. Das ist aber, wenn er alkohlisiert bei Ihnen vor der Tür steht, um das Kind abzuholen, naheliegend der Fall.

Sollte er das nicht akzeptieren, wird er eine Entscheidung des Familiengerichts zur Regelung des Umgangsrechtes herbeiführen können - wobei das Gericht dann ohnehin das Jugendamt beteiligen wird. Insofern wäre eine vorzeitige Beteiligung des Jugendamtes - bevor es möglicherweise zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung ausartet - durchaus wünschenswert.

Wenn es dann trotzdem zum Streit kommt, dürfen Sie sich gerne an mich zwecks weitergehender Beratung bzw. Vertretung wenden.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schwartmann

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