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Umgangsrecht umgestalten

28.08.2019 08:51 |
Preis: 25,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Ich habe zwei Söhne (4 Jahre, 10 Jahre). Seit fast einem Jahr hole ich die beiden alle 14 Tage am Wochenende. Leider wohnen die beiden sehr weit weg (ich musste beruflich wegziehen) und somit kostet es mich alle 14 Tage 800km Fahrt. Sehr zum Leid meiner Söhne, da sie diesen Weg enorm anstrengend finden. Wir sind meist Freitag erst spät daheim und müssen Sonntag schon mittags wieder los.

Nun ist es so, dass mein 4-jähriger Sohn seit 4 Wochenenden nicht mehr kommen mag. Ich habe ihn zwar bisher mitgenommen, aber er sagte nun immer wieder, dass er lieber bei seiner Mama bleiben möchte. Dafür habe ich natürlich Verständnis.

Ich kündigte nun der Kindsmutter an, dass ich vorerst nur den großen Sohn holen werde, da es hier an den Wochenenden mit dem Kleinen eine echte Tortur ist. Es wird nur geweint und gestrampelt, weil er lieber bei Mama sein möchte. Ein weiterer Grund ist, dass mein großer Sohn sich daheim ausschließlich um den kleinen Bruder kümmern muss und ich ihm damit auch mal eine gewisse Freiheit ermöglichen möchte.

Die Kindsmutter meinte nun, dass ich entweder beide Kinder holen soll oder ich gar keinen mehr bekommen würde. Sie meinte, der kleine Sohn sollte kein Mitspracherecht haben und wir als Eltern müssen über seinen Kopf entscheiden.

Hier wäre meine Frage, ob es legitim sei, den großen Sohn weiterhin regelmäßig zu holen und den kleinen Sohn ggf nur alle 4-6 Wochen, um es für alle Beteiligten etwas zu entspannen. Oder hat die Kindsmutter das Recht, mir dann beide zu entziehen und zu verlangen, dass ich entweder beide oder keinen holen soll?

Info am Rande: Das Umgangsrecht haben wir außergerichtlich vereinbart. Es gibt keine gerichtlich festgesetzte Regelung zum Umgang.

Meine zweite Frage wäre noch, ob es legitim ist, die Umgangswochenenden von 14 Tage auf alle 3 Wochen zu schieben, da ich aufgrund finanzieller Engpässe mir aktuell die 1600km im Monat nicht leisten kann. Zudem zahle ich monatlich 600 Euro Unterhalt, was mich finanziell echt aussaugt.

Ich freue mich, wenn ich auf beide Fragen eine Antwort bekäme (Umgang auf 3 Wochen schieben und nur den großen Sohn abholen).

Lieben Gruß

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Das Umgangsrecht ist ein persönliches Recht von Vater und Kind. Wenn der jüngere Sohn nicht möchte, ändert dies nichts an Ihrem Recht, das ältere Kind zu sehen. Im übrigen hat auch der große Sohn ein Recht auf Umgang mit Ihnen, was selbstverständlich in keiner Weise davon abhängig sein darf, ob der kleine Bruder mit möchte. Sie haben insoweit also Recht.

Ob es sinnvoll ist, den Umgang mit dem jüngeren Sohn auszusetzen, ist schwer zu beurteilen. Ich halte Ihren Ansatz, ihn nicht zu zwingen und erst einmal abzuwarten, für nachvollziehbar. Sollte die Verweigerung aber anhalten, sollten Sie ggf. Hilfe vom Jugendamt in Anspruch nehmen, um die Ursachen abzuklären und um zu verhindern, dass eine Entfremdung eintritt.

Bei großen Entfernungen ist es nicht unüblich, dass der Umgang seltener stattfindet. Häufig werden dann lange Wochenenden wie Ostern und Pfingsten o. ä. für den Vater vereinbart. Das ist einvernehmlich alles möglich. Im Falle eines Gerichtsverfahrens käme es auf das Kindeswohl an, wobei auch hier bei großen Entfernungen häufig von dem zweiwöchigen Rhythmus abgewichen wird.

Ggf. sollte der Unterhalt neu berechnet werden. Umgangskosten können in bestimmten Konstellationen einkommensmindernd geltend gemacht werden und reduzieren dann den Unterhalt.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-


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