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Umgangsrecht mit leiblichen Sohn und seinen Halbruder

20.01.2009 19:52 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Freundin und ich haben uns vor ca. 2 Monaten getrennt. Nun geht es mir um den Umgang mit meinem leiblichen Sohn M.(3 Jahre) und seinem Bruder L. (5Jahre).
Während der Beziehung lebte ich im Haushalt der Mutter die meiste Zeit. Aufgrund meines Berufes behielt ich aber meine eigene Wohnung noch, da die Entfernung zur regelmäßigen Arbeitsstätte von da aus kürzer war. Konkret hielt ich mich 4 Nächte in der Wohnung der Mutter pro Woche auf. Auch verbrachten wir 4 gemeinsame Urlaube zusammen.
In dieser Zeit ist es mir gelungen auch einen sehr engen Kontakt zu dem älteren Bruder L. aufzubauen. Für mich ist er wie ein eigener Sohn. Ich habe mich immer bemüht keine Unterschiede zwischen den beiden Geschwistern zu machen, was nicht immer einfach war, weil der Jüngere automatisch mehr Aufmerksamkeit bedarf.
Nun ist es so, das die Mutter einen Kontakt von mir zu L. katekorisch ohne Angabe von Gründen ablehnt. Meinen eigenen Sohn darf ich jetzt( unter zu Hilfe nahme des Jugendamtes)im wöchentlichen Wechsel einmal 3 Stunden und das andere mal 9 Stunden sehen. Die Kontakte finden auserhalb der mütterlichen Wohnung statt. Zwischen den beiden Brüdern besteht eine sehr enge Geschwisterbindung. M. ist auch sehr verunsichert, weil er die Situation nicht kennt. Er versteht es nicht das sein Bruder nicht mit darf. Er vermisst Ihn mehr als seine Mama.
Nun meine Frage: Welche Chancen habe ich vor Gericht mit beiden Kindern Umgang zu haben. Gibt es da ähnliche Fälle?
Ein weiterer Streitpunkt ist das ich die Kinder nicht bei mir übernachten dürfen, obwohl die Kinder meine Wohnung kennen, und wir auch als Familie des öftern dort übernachtet haben.
In einer vernünftigen Einigung mit der Kindesmutter sehe ich keine Chance mehr. Sie lehnt jeden Kontakt mit mir ab und nimmt auch die gemeinsamen Beratungsgespräche auf dem Jugendamt nicht wahr.

20.01.2009 | 21:09

Antwort

von


(458)
Mauerstrasse 36
72764 Reutlingen
Tel: 07121 128221
Web: http://www.anwalt-vogt.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage darf ich auf der Basis des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes gerne wie folgt beantworten:

1.

Zur Beantwortung Ihrer Frage ist rechtlich zunächst zwischen Ihrem leiblichen Sohn M. und dessen Bruder L. zu differenzieren.

So richtet sich Ihr Umgangsrecht zu Ihrem Sohn M. nach § 1684 Abs. 1 BGB .

Nach dieser Norm ist jeder Elternteil zum Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet, wobei die Eltern alles zu unterlassen haben, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert.

Die Art und der Umfang des Umgangsrechtes sind hierbei nicht im Gesetz geregelt, sondern werden wegen der Vielgeschichtigkeit der Fallgestaltungen im Streitfall durch das Familiengericht bestimmt.

Für die Häufigkeit und die Dauer des Umgangs ist hierbei das Alter des Kindes der wichtigste Entscheidungsmaßstab.

Demnach ist bei Säuglingen und Kleinkindern grundsätzlich ein Umgangsrecht von ein paar Stunden vor und nach dem Mittagsschlaf angebracht.

Ab einem Alter von zwei Jahren kann auf ein ganztägiges Umgangsrecht übergegangen werden, wobei – sofern der Umgangsberechtigte geeignete Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen kann- schon ab hier Übernachtungen eingeräumt werden können.

Grundsätzlich kann somit davon ausgegangen werden, dass Ihr leiblicher Sohn M.grundsätzlich auch bei Ihnen übernachten darf.

Zu berücksichtigen hierbei ist jedoch, dass die Ausgestaltung der Umgangsberechtigung durch das Familiengericht in erster Linie daran auszurichten ist, welche Regelung dem Wohl des Kindes in seiner konkreten Situation am besten gerecht wird.

Hierbei ist das Jugendamt gemäß § 49a Abs. 1 Nr. 7 FGG zu hören, wobei der Einschätzung des Jugendamtes erfahrungsgemäß durch die Gerichte einige Bedeutung beigemessen wird.

Auf Ihren Fall übertragen bedeutet dies konkret, dass sich das Familiengericht angesichts des Alters Ihres Sohnes M. hinsichtlich der Übernachtungsmöglichkeit bei Ihnen momentan höchstwahrscheinlich noch der Meinung des Jugendamtes anschließen wird.

2.

Hinsichtlich des L. richtet sich das Umgangsrecht nach § 1685 Abs. 2 BGB .

Demnach haben Bezugspersonen eines Kindes, wenn diese tatsächliche Verantwortung für das Kind getragen haben, ein Recht auf Umgang mit dem Kind.

Eine Übernahme tatsächlicher Verantwortung ist hierbei anzunehmen, wenn die Person, die den Umgangsanspruch geltend macht, mit dem Kind längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft gelebt hat.

Der Begriff „längere Zeit“ ist hierbei nicht rein zeitlich zu bestimmen.

Entscheidend ist vielmehr, ob zwischen dem Kind und der Bezugsperson aufgrund des Zusammenlebens in häuslicher Gemeinschaft eine sozial-familiäre Beziehung entstanden ist, deren Fortsetzung das Wohl des Kindes gebietet.

Sollten Sie daher über mehrere Jahre für L. die „Vaterrolle“ eingenommen haben, ist davon auszugehen, dass Ihnen auch in Bezug auf ihn ein Umgangsrecht zusteht, welches die Mutter nicht kategorisch ablehnen kann.

Dementsprechend kann ich Ihnen zusammenfassend nur raten, die Hilfe eine ortsansässigen Kollegen in Anspruch zu nehmen.

Dieser kann, nach einem persönlichen Gespräch mit Ihnen, die Erfolgsaussichten eines gerichtlichen Verfahrens abschließend beurteilen und die entsprechenden Anträge bei Gericht anhängig machen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Vogt

ANTWORT VON

(458)

Mauerstrasse 36
72764 Reutlingen
Tel: 07121 128221
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