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Umgangsrecht entgegen dem Kindeswohl, Urlaub mit Baby im Ausland bei den Großeltern

04.08.2008 15:06 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

mein Mann (Ausländer, Moslem) und ich (Deutsch, katholisch) haben vor sechs Jahren in D nach Deutschem Recht geheiratet. Unsere Tochter (knapp 1 Jahr) wurde 2007 geboren. Anfang 2008 einigten wir uns auf eine Trennung, da unsere Ehe einfach nicht funktioniert. Das Baby bleibt bei mir.

Wir wollten eine einvernehmliche Scheidung mit nur einem Anwalt und wussten auch schon, wie wir den Hausrat aufteilen (Vermögen haben wir keins). Ich bot meinem Mann sogar an, ihm bei der Wohnungssuche zu helfen und er wollte meinter Tochter und mir ebenfalls beim Umzug behilflich sein. Da unser Kind noch sehr klein ist, war ich bereit, dass er zweimal pro Woche das Baby besuchen kommt, da ich ihm als Vater den Kontakt nicht verbieten möchte und wir uns in Freundschaft trennen wollten. Ich bot ihm sogar an, dass er an den Besuchstagen nach Feierabend mit uns gemeinsam zu Abend essen kann.

Vor ein paar Tagen haben wir uns jedoch furchtbar gestritten und jetzt ist alles anders. Ich weiß, dass in unserem Fall nach einer Trennung die Großeltern des KV ein Recht hätten, das Kind zu sehen, aber ihr Einreisevisum wurde schon mehrmals abgelehnt, da sie in einem sehr armen Land wohnen. Nun ist mein Mann der Meinung, dass er mit unserem Kind (spätestens in ein paar Monaten, wenn sie etwas älter ist) in dieses Land alleine einreisen darf, um es seinen Eltern persönlich zu zeigen. Dabei sehen sie unser Baby mehrmals pro Woche im Messenger im Internet, was ich meinem Mann natürlich auch in Zukunft nicht verbieten würde, wenn er sie besuchen kommt.

1. Darf er mit unserer Tochter ohne meine Zustimmung alleine in dieses kleine arme Land verreisen? Und falls ja: bis zu welchem Alter kann ihm das untersagt werden? Das Baby ist ja noch klein und braucht ihre Mama!

Zum anderen besteht mein Mann darauf, dass er unsere Tochter nach der Trennung mit zu seinen Schwestern (eine in D, die andere im Ausland lebend) nehmen darf bzw. ihn diese besuchen kommen dürfen, wenn er das Baby zu sich nach Hause nimmt.

2. Ich möchte jedoch, dass die Besuche in den ersten drei Jahren bei mir zu Hause statt finden. Kann ich das durchsetzen?

Diese beiden Frauen haben jedoch von Anfang an unsere Ehe überschattet und wir haben uns am meisten wegen ihnen getritten, da sie ihn völlig kontrollieren und er alles macht, was sie von ihm wollen (kann ich jeodch nicht wirklich beweisen, nur Wort gegen Wort...). Unsere Tochter haben die beiden nur einmal gesehen, kurz nach der Geburt. Ich möchte jedoch KEINESFALLS, dass diese Personen und ihre Männer und deren Kinder nach der Trennung Kontakt zu meiner Tochter haben, denn sie sind sehr schlechte Vorbilder und gehören zu den Menschen, vor denen ich mein Kind im Leben beschützen möchte. Sie sind falsch und verlogen, egoistisch, stellen Geld vor Menschen, putzen nur und sind den ganzen Tag lang lieber im Internet, während die Kinder aggressive TV-Sendungen schauen bzw. PC-Spiele ab 18 Jahren spielen, obwohl die zwei Kinder von der einen Frau erst zwei und sieben Jahre alt sind. Und sie haben sehr großen Einfluss auf meinen Mann; sie nutzen ihn immer nur aus, wenn sie seine Hilfe brauchen, und da er sich als Moslem verpflichtet fühlt, seiner Familie - egal, wie er von ihnen behandelt wird - zu helfen, sind ihm alle anderen wichtiger als ich. Unsere Tochter hingegen vergöttert er und besteht darauf, dass die Tanten sie sehen dürfen!

3. Darf er das? Ist es laut Gesetz nicht so, dass das Kind in unserem Fall nur mit Personen von der Famile des Vaters zu tun haben darf, wenn der Umgang mit ihnen schon früher statt gefunden hatt und es dem Kindeswohl NICHT schadet?

Meiner Meinung nach schadet der Umgang mit diesen Leuten meinem Baby sehr. Ich hätte z.B. Angst, dass die Kinder von der einen Frau zu aggressiv mit meiner Tochter spielen würden und ihr in deren Gegenwart was passiert.

Des Weiteren hat mein Mann gesagt, dass wenn seine Schwestern unser Kind nicht sehen dürfen, dürfte meine Schwester und meine Familie unser Kind auch nicht sehen. Dabei sind meine Mutter und meine Schwester (mit meiner Schwester spricht mein Mann jedoch seit Jahren nicht mehr) wichtige Bezugspersonen für mich und mein Baby, da sie mich seit der Geburt unterstützen und mir viel geholfen haben, da mein Mann mir nur kaum geholfen hat, wenn ich ihn brauchte. Er arbeitet viel und in seiner Freizeit hat er fast nur Kontakt per PC zu seiner Familie, wie es in seiner Familie üblich ist.

4. Kann er durchsetzen, dass unser Baby meine Schwester und andere meiner Familienangehörigen nicht sehen darf, nur ich es bei seinen Schwestern verhindern möchte? Wenn mein Baby nämlich an den Besuchstagen bei ihm wäre, würde er sie mit Sicherheit (auch entgegen einer Absprache) heimlich einladen!

Ich möchte meinem Mann nach wie vor nichts Böses antun, da ich u.a. auch nicht weiß, was er dann gegen mich alles unternehmen würde. Und ihm traue ich einiges zu...

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

Leider kann ich nur 25 Euro bezahlen (auch wenn ich ihnen gerne mehr geben würde, da ich mir dessen bewusst bin, dass der von mir formulierte Text sehr lang ist), da mein Mann mir seit dem Streit kein Geld mehr gibt, nicht mal für Lebensmittel! Doch bitte - ich brauche dringend Antworten auf meine Fragen!
05.08.2008 | 07:00

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

hiermit darf ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen wie folgt Stellung nehmen:

Grundsätzlich steht das Sorgerecht den Eltern gemeinsam zu – auch nach Trennung und Scheidung. Das Sorgerecht umfasst auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Nur wenn die Eltern sich nicht einigen können und diese Meinungsverschiedenheiten das Wohl des Kindes beeinträchtigen, kann das Gericht das Sorgerecht auf nur einen Elternteil übertragen.

Daneben steht noch ein Umgangsrecht/Besuchsrecht nicht nur Elternteilen, bei denen das Kind nicht den gewöhnlichen Aufenthalt hat zu, sondern auch Großeltern, Geschwistern und anderen Bezugspersonen zu denen das Kind eine Bindung entwickelt hat.


Wenn Sie sich mit dem Kindsvater nicht einigen können, muss der Streit vor Gericht ausgetragen und entschieden werden. Maßgeblich ist bei solchen Entscheidungen das Kindeswohl.

zu 1. Ohne Ihre Zustimmung darf Ihr Mann das Kind nicht ins Ausland mitnehmen, wenn Ihnen beiden das Sorgerecht zusteht. Bei einem einjährigen Kind wird im Falle einer gerichtlichen Streitigkeit das Gericht auch dahingehend entscheiden.

Zu 2. Grundsätzlich hat Ihr Mann ein Besuchsrecht, wenn der dauernde Aufenthaltsort Ihres Kindes bei Ihnen ist. Dies gilt auch für die Schwestern Ihres Mannes. Auch darf verlangt werden, dass dieses Besuchsrecht ohne Ihr Beisein ausgeübt wird. Eine Ausnahme besteht dann, wenn dies dem Wohl des Kindes widerspricht. Solche Einzelstreitigkeiten können auch von den Gerichten entschieden werden. Hierzu müssen Sie dann Argumente vortragen, wie zum Beispiel, dass die Schwestern Anlass zu elterlichen Streitigkeiten geben. Auch ein negativer Einfluss auch die Entwicklung des Kinds, wie beispielsweise nicht geeignete Fernsehsendungen etc. wären ein Grund einen solchen Umgang zu verbieten.

Zu 3. Hier verweise ich auf meine Antwort zu Ziffer 2. Sie haben Recht: Es muss eine Bindung des Kindes bestehen und darf dem Kindeswohl nicht schaden.

Zu 4. Hier gelten dieselben Kriterien. Wenn der Umgang mir Ihren Eltern dem Kind schadet, kann Ihr Mann gerichtlich durchsetzen, dass dieser untersagt wird. Nach Ihren Angaben gibt es hier aber keinerlei Hinweise.


Ich hoffe Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Astrid Hein
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 08.08.2008 | 14:19

Sehr geehrte Frau Hein,

vielen Dank für Ihre sowohl sehr schnelle als auch ausführliche Antwort!

Ich muss diesbezüglich jedoch trotzdem kurz noch einmal nachfragen:

1. Reicht es für eine gerichtliche Entscheidung bzgl. des Umgangsrechts aus, wenn ich ein paar Beispiele aufliste, aus welchen Gründen ich der Meinung bin, dass mein Kind keinen Kontakt mit den Schwestern meines Mannes und deren Familien haben sollte?

Also ich meine damit, dass ich für diese Beispiele keine Zeugen und keine Beweise habe und fürchte, dass mein Mann sich auf Nachfragen des Richters "absichtlich nicht erinnern" können wird. Reicht es für eine Entscheidung vor Gericht aus, wenn ich nur Beispiele aufzähle bzw. sie glaubhaft darstelle, also ganz ohne Beweise? Habe ich dann überhaupt eine Chance auf eine Entscheidung zu meinen Gunsten?

Und:

2. Mein Mann ist meiner Meinung nach nicht in der Lage, sich ein paar Stunden lang ALLEINE mit unserem Baby zu beschäftigen (außer sie vor den TV oder Leptop setzen), weshalb ich unbedingt möchte, dass die Besuche vom Vater meines Babys in den ersten drei Jahren NUR in meiner zukünftigen Wohnung statt finden. Geht das?

3. Und falls ich das ebenfalls gerichtlich durchsetzen muss: darf ich darauf bestehen, dass er nur ZU UNS kommt, BIS zu einer endgültigen richterlichen Entscheidung?

Noch einmal vielen Dank im Voraus für Ihre Antworten!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.08.2008 | 07:41

Sehr geehrte Fragestellerin,

hiermit darf ich zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung nehmen:
Zu 1: Grundsätzlich reicht es nicht aus Beispiele aufzuzählen. Wenn die Gegenseite Ihre Behauptungen bestreitet, tragen Sie die Beweislast dafür. Im Verfahren vor den Familiengerichten gilt gemäß § 12 FGG der sogenannte Amtsermittlungsgrundsatz, nachdem das Gericht wegen Tatsachen ermitteln bzw. geeignete Beweise aufnehmen muss.

Zu 2: Auch hier gilt, dass die Tatsachen bewiesen werden müssen.

Zu 3: Wenn Sie eine gerichtliche Entscheidung nicht abwarten wollen oder können, dann besteht die Möglichkeit eines Eilverfahrens, i. e. einer einstweiligen Verfügung. Dies setzt aber eben eine Eilbedürftigkeit voraus, beispielsweise wenn Gefahr im Verzug ist.

Hier rate ich dringend anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Astrid Hein
Rechtsanwältin

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