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Umgangsrecht Umgangszeiten an Wochenenden und in den Ferien

| 05.08.2014 11:15 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Regelung des Umgangsrechtes während der Ferien

Ich bin geschiedener Vater von 2 Töchtern (7 und 9) die im Haushalt der Mutter leben und nach der üblichen Regelung jedes 2 Wochenende und die Hälfte der Schulferien bei mir verbringen. Dies wurde vom Richter bei der Scheidung vor 3 Jahren festgelegt.

Jedes Jahr gibt es erhebliche Probleme bei der Abstimmung der genauen Zeiten. Die Mutter verweigert Terminabstimmungen oft bis wenige Tage vor dem Urlaub oder teilt die Ferien gegen meinen Willen für mich auf 2 Teile. Auf meine konkreten Vorschläge zu Jahresbeginn wird nicht reagiert. Schon während der Scheidung war eine Vermittlung des Jugendamtes gescheitert.

1. Frage: Wie kann ich verbindliche Regeln erhalten?
a. Kann ich präzise Regeln einklagen?
b. Welche Kosten kommen bei einer Klage auf mich zu?

2. Frage: Wie können solche Regeln aussehen?
a. Wäre dies eine durchsetzbare Regelung?
"Wenn sich die Eltern nicht bis zum 15.1. eines Jahres auf konkrete Umgangszeiten einigen, gelten automatisch folgende Umgangszeiten: Die Kinder sind jedes ungerade Wochenende beim Vater und in jeden Schulferien die 2. Hälfte. Änderungen bedürfen der Zustimmung beider Eltern."
b. Wie werden Feiertage und Geburtstage der Kinder und Eltern geregelt?

3. Frage: Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Regeln nicht eingehalten werden?
a. Im Falle, dass Reisen gebucht wurden und abgesagt werden müssen?
b. Keine Betreuung der Kinder möglich ist, weil die Urlaubszeiten am Jahresanfang fest gelegt werden müssen?

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworte:


1. Wie kann ich verbindliche Regeln erhalten

Ihren Angaben kann ich entnehmen, dass im Scheidungsbeschluss eine gerichtliche Umgangsregelung festgelegt wurde. Wurden hierin die genauen Zeiten innerhalb der Schulferien aufgenommen? Üblich wäre beispielsweise eine konkrete Regelung für ALLE Schulferien, welcher Elternteil die Kinder in welchen Ferienwochen hat. Ein Abweichen hiervon wäre dann nur im gegenseitigen Einverständnis möglich. Wenn diese Regelungen bereits getroffen wären, müsste sich die Kindesmutter hieran halten. Sollten diese Details so noch nicht geregelt sein, wären diese Inhalt eines Antrages auf gerichtlich festgelegten Umgang während der Ferienzeiten.

Der Verfahrenswert bei einem Antrag auf Umgang beträgt 3.000.- €. Hieraus errechnen sich Anwalts- und Gerichtskosten. Wenn Sie sich anwaltlich vertreten lassen und der Anwalt nach dem RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) abrechnet, würden die Anwaltskosten pro Anwalt bei einer nur gerichtlichen Vertretung ca. 621.- € brutto betragen, die Gerichtskosten ca. 216.- €. Es gibt aber auch Rechtsanwälte, die nach Honorarvereinbarung tätig werden.

2. Wie können solche Regelungen aussehen?

Wie bereits zu Ihrer Frage 1 dargestellt, ist es durchaus nicht unüblich, die genauen Ferienwochen auf die Elternteile gerichtlich aufteilen zu lassen.
Ihr Formulierungsvorschlag wäre auch eine mögliche Variante.

Auch bei Geburtstagen und Feiertagen ist jede Regelung denkbar. Feiertage werden häufig so geregelt, dass Heilig Abend und der erste Weihnachtsfeiertag die Kinder bei der Kindesmutter verbleiben, der zweite Weihnachtsfeiertag beim Kindesvater verbracht wird. Ostern und Pfingsten wird meistens hälftig aufgeteilt. Bei sonstigen Feiertagen besteht beispielsweise die Möglichkeit, jährlich den Aufenthalt der Kinder zu wechseln, d.h. in einem Jahr bei der Mutter, im anderen Jahr beim Vater. Oder man legt konkret fest, welcher Feiertag bei welchem Elternteil verbracht wird und die Feiertage werden auch wieder hälftig aufgeteilt. Hier wäre dann auch daran zu denken, ob Übernachtungen vor oder nach den Feiertagen anstehen, sofern es sich nur um einen einzelnen Tag handelt.

Die Geburtstage der Kinder könnte man auch im jährlichen Wechsel regeln, sofern es nicht möglich ist, dass beide Elternteile zusammen mit dem Kind den Geburtstag verbringen.
Wenn es Ihnen wichtig ist, dass Ihre Kinder an Ihrem Geburtstag bei Ihnen sind, könnten Sie dies ebenfalls beantragen.

3. Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Regeln nicht eingehalten werden

Gerichtlich festgelegte Umgangsregeln sind einzuhalten und können mit Ordnungsgeld geahndet werden.

Zielt Ihre Frage darauf ab, dass eine Reise storniert werden muss, weil der Umgang von Seiten der Kindesmutter kurzfristig abgelehnt wurde? Hier würde es auf den konkreten Grund ankommen. Bei Krankheit beispielsweise wäre nicht viel zu machen, aber wenn deutlich wäre, dass es reine Schikane wäre, könnten Sie durchaus die Stornokosten gegenüber der Kindesmutter geltend machen.

Wenn Sie Ihre Urlaubszeiten am Jahresanfang festlegen müssen, sollten diese konform sein mit den gerichtlich festgelegten Umgangszeiten während der Ferien. Die Kindesmutter könnte dann nicht verlangen, dass die Kinder den Umgang mit Ihnen wahrnehmen, wenn es Ihnen überhaupt nicht möglich wäre, Urlaub zu einem bestimmten Zeitraum zu beantragen.


Bitte bedenken, Sie, dass jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Freundliche Grüße

Nachfrage vom Fragesteller 05.08.2014 | 13:43

Vielen Dank für ihre umfangreiche Antwort. Vom Gericht wurden für die Ferien keine genauen Zeiten festgelegt sondern nur die hälftige Teilung. Die Kinder genießen die Urlaube bei mir. Vor dem Hintergrund, dass die Mutter keine allgemeine Regelung will und für sich reklamiert jedes Jahr alleine und nur kurzfristig die Ferienaufteilung festzulegen, wäre nett, wenn Sie noch ein paar Details klären können.

2. Wie können solche Regelungen aussehen?

Wie wird das Gericht entscheiden wenn die Mutter keinen Regeln zustimmt?
Ist die von mir beschriebene Variante und Ihre Ergänzungen zu Feiertagen (z.B.: Übernachtung vor dem Feiertag) vor Gericht durchzusetzen?
Kann ich die 2-Teilung der Ferien verhindern, so dass ich 3 Wochen am Stück mit meinen Kindern verreisen kann?

3. Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Regeln nicht eingehalten werden

> Wenn Sie Ihre Urlaubszeiten am Jahresanfang festlegen müssen, sollten diese konform sein mit den gerichtlich festgelegten Umgangszeiten während der Ferien.

Im Wechsel mit meinen Kollegen muss ich in einem Jahr die 1. Hälfte der Sommerferien nehmen und im anderen Jahr die 2. Ferienhälfte. Die Mutter ist berufsbedingt nur an die Schulferien gebunden. Ist so etwas gerichtlich regelbar?

> Die Kindesmutter könnte dann nicht verlangen, dass die Kinder den Umgang mit Ihnen wahrnehmen, wenn es Ihnen überhaupt nicht möglich wäre, Urlaub zu einem bestimmten Zeitraum zu beantragen.

Mir ist es wichtig meine Urlaubszeit mit den Kindern zu verbringen!
Wenn ich beruflich langfristig an bestimmte Zeiträume gebunden bin, die Mutter aber nur private Reisewünsche hat, kann ich dann erreichen, dass meine Termine Vorrang haben oder muss ich akzeptieren, dass die Kinder im schlimmsten Fall die Sommerferien überhaupt nicht bei mir verbringen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.08.2014 | 16:11

Das Gericht entscheidet in Umgangsverfahren immer zum Wohle der Kinder und hört auch beide Elternteile an und versucht eine Regelung zu finden, die für beide Elternteile möglich ist.

Eventuell werden auch noch das Jugendamt und ein vom Gericht bestellter Verfahrensbeistand für die Kinder in das Verfahren einbezogen und angehört.

Sie stellen erst einmal den Antrag mit den Regelungen, die Ihren Vorstellungen entsprechen. Wenn Sie gleich eine Begründung mitgeben, warum Sie 3 Wochen Urlaub am Stück in den Sommerferien machen möchten und keine 2-Teilung (berufliche Gründe, bessere Bindung zu den Kindern, längerer Umgang etc.) müsste die Kindesmutter gewichtige Gründe vor Gericht vorbringen, die das Gericht dazu bewegen, Ihrem Antrag nicht stattzugeben. Diese kann ich derzeit nicht erkennen.
Sie sollten auch angeben, dass die Kindesmutter keiner Regelung zustimmt und Sie ausschließlich zum Wohle der Kinder handeln, die einen längerfristigen Zeitraum mit Ihnen verbringen möchten.

Selbstverständlich kann vom Gericht auch eine Ferienregelung getroffen werden, die - zumindest was die Sommerferien betrifft - jährlich wechselnd ist, d.h. abwechselnd die ersten drei Wochen mit den letzten drei Wochen Ferienumgang für Sie. Wenn der Kindesmutter der gesamte Ferienzeitraum zur Verfügung steht, Ihnen aber aus beruflichen Gründen nicht, können Sie dies vor Gericht gut argumentativ vorbringen.

Sie haben ein Recht zum Umgang mit den Kindern während der Sommerferien und die Kinder umgekehrt mit Ihnen. Die Kindesmutter handelt nicht zum Wohle der Kinder, wenn Sie Ihnen keinen gemeinsamen Urlaub ermöglicht. Dies sollte das Gericht wahrnehmen und da wie gesagt das Wohl der Kinder relevant ist, haben Sie gute Erfolgsaussichten. Sie müsse n auf keinen Fall akzeptieren, dass Ihre Kinder in den Sommerferien keine Zeit mit Ihnen verbringen.

Bewertung des Fragestellers 07.08.2014 | 07:02

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