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Umgangsrecht: Muss ich das Kind dem KV allein überlassen?


08.03.2007 18:01 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Guten Tag!

Meine Situation ist folgende : Ich wurde aus einer Kurzbeziehung schwanger, die scheiterte als ich im 2ten Monat schwanger war. Er lies mir während der Schwangerschaft keine Ruhe, rief regelmäßig an und lies sich unter 1,5 - 2 stunden nicht zu einem beenden des gesprächs bewegen.
Er war zu der Zeit alles andere als selbstbewusst und trank hin und wieder (was er auch heute noch in stresssituationen tut!).
Ich lernte dann während der Schwangerschaft meinen jetzigen Lebensgefährten kennen. Dieser war bei der geburt dabei und kümmert sich nun auch wie ein vater um das kind.

Der KV argumentiert/droht regelmäßig damit das Jugendamt/Familiengericht einzuschalten und das Sorgerecht anzufechten. Er argumentiert mit Dingen die er angeblich beweisen kann (wüsste nicht wie) und mit der rechten Einstellung meines Lebensgefährten (keine politisch motivierten Straftaten, keine hackenkreuz fahren, keine illegale musik etc).

Der KV drängte wie oben beschrieben auf ein Treffen mit dem Kind (Kind ist 6 Monate alt), welchem ich dann widerwillig zustimmte. Bei dem versuch des KV das kind hochzunehmen fing es zu schreien an und beruhigte sich erst wieder als es wieder zurückgelegt wurde.

Der KV verlangt nun das er das Kind allein im Hotel sehen kannund will nun ein kontaktverbot zwischen meinem lebensgefährten und dem kind erwirken.


Meine Fragen sind nun :

1) Muss ich das Kind dem KV allein überlassen (das kind hat ihn bis jetzt max eine stunde gesehn udn beim hochnehmen hat es geschrien) ?
2) Kann ich den Umgang des KV zum Kind unterbinden/verhindern?
3) Kann die politische Einstellung meines jetzigen Lebensgefährten zur ´Gefahr´ werden?
4) Hat der KV eine Chance auf ein kontaktverbot zwischen kind und meinem lebensgefährten?

5) Wie sollte ich mcih weiter verhalten?



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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Nach § 1684 Abs. 1 BGB ist jeder Elterteil umgangsverpflichtet und -berechtigt, unabhängig davon, ob die Eltern verheiratet, ledig oder geschieden sind und wer das Sorgerecht hat. Das Umgangsrecht gibt dem Kindesvater daher zunächst das Recht, sein Kind in regelmäßigen Zeitabschnitten zu sehen. Insofern weise ich darauf hin, dass das Umgangsrecht auch bereits gegenüber Säuglingen besteht.

Weiterhin richten sich Zeit und Dauer der Zusammenkünfte nach den Umständen des Einzelfalles, wobei vor allem das Alter und damit das Wohl des Kindes maßgeblich sind. Im Übrigen soll nach der Rechtsprechung ein periodisches Zusammentreffen von kurzer Dauer die Regel. Für Kinder im Säuglingsalter ist allerdings eine Ausnahme anzuerkennen. Sie werden dem Vater Ihr gerade einmal 6 Monate alte Kind daher nicht alleine überlassen müssen, vielmehr wird es zu empfehlen sein, für die Zusammentreffen eine Pflegerin bzw. eine Mitarbeiterin des Jugendamtes hinzuzuziehen.

Ein Ausschluss Umgangsrechts setzt nach § 1684 Abs. 4 BGB eine konkrete Gefährdung des Kindeswohls voraus. Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung sehe ich für eine Kindeswohlgefährdung derzeit keine Anhaltspunkte, zumal nicht feststehen dürfte, dass der Kindesvater Alkoholiker ist.

Entsteht durch das Verhalten Dritter eine Kindeswohlgefährdung und können die Eltern diese Gefahr nicht abwenden, kann das Familiengericht nach § 1666 BGB die erforderlichen Maßnahmen treffen. Der Hauptfall bildet die sogenannte Partnerschaftsgewalt. In den einschlägigen Kommentierungen zu § 1666 BGB werden insofern folgende Beispiele genannt: sexueller Kontakt des Lebensgefährten der Mutter, übermäßige Erziehungsmaßregeln des Stiefvaters, bei dem Dritten handelt es sich um einen Zuhälter, Rauschgiftsüchtigen oder Terroristen. Allein die politische Einstellung Ihres Lebensgefährten, ohne dass dieser jedoch jemals strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, wird nicht ausreichen, um das Familiengericht zur Anordnung entsprechender Umgangsverbote zu veranlassen.

Falls Sie mit dem Kindesvater keine einverständliche Umgangsregelung herbeiführen können, empfehle ich Ihnen dringend, das Jugendamt zwecks Vermittlung einzuschalten.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 09.03.2007 | 12:30

Der KV behauptet er hat das Recht Zeit mit dem Kind allein zu verbringen. Ist das Korrekt?
Wenn ja was kann ich tun ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.03.2007 | 12:18

Sehr geehrte Fragestellerin,

aufgrund des Kindesalters sowie der Tatsache, dass Ihr Sohn bei dem bislang einzigen Treffen mit seinem Vater in Schreien ausbrach, werden unter Hinsweis auf das Kindeswohls ein zweites Treffen ausschließlich mit dem Kindesvater zunächst verweigern dürfen. Da der Kindesvater andererseits ein Recht auf den Umgang mit seinem Kind hat und dieses Recht auch bereits bei einem Säugling besteht, sind Sie nicht berechtigt, den Umgang auf unbestimmte Zeit zu unterbinden, zumal die dauerhafte Verhinderung des berechtigten Umgangs zur Entziehung des Sorgerechts führen kann. Sie sollten daher versuchen zunächst mit dem Kindesvater selbst eine Lösung zu finden, wie der Umgang künftig stattfinden kann. Schlagen Sie ihm hierbei die Möglichkeit des betreuten Umgangs vor. Der betreute Umgang wird z.B. bei den Bezirkssozialdiensten des Jugendamtes oder beim Kinderschutzbund durchgeführt. Bei dem Zusammensein des Kindes mit dem Vater ist dann immer ein Mitarbeiter der jeweiligen Stelle anwesend. Nach rund 10 Treffen wird voraussichtlich ein Umgang ohne Anwesenheit eines Betreuers stattfinden können. Erklärt sich der Kindesvater mit keiner der von Ihnen vorgeschlagenen Regelungen einverstanden, sollten Sie umgehend mit dem Jugendamt Kontakt aufnehmen und um Vermittlung in der Umgangstreitigkeit bitten.

Mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

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