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Umgangsrecht - Mein Kind möchte seinen biologischen Vater nicht kennenlernen


29.01.2018 10:22 |
Preis: 50,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Fragen zum Umgangsrecht


Hallo,
ich habe eine Frage des bezüglich Umgangsrechts.

Folgender Sachverhalt:
- Ich besitze das alleinige Sorgerecht und mein Kind ist sechs Jahre alt.
- Der biologische Vater misshandelte mich, äußerte schon während meiner Schwangerschaft, dass er kein Interesse am Kind hat, ich abtreiben soll und ging kurz nach der Geburt eine Beziehung mit einer neuen Frau ein.
- Er bestand sogar auf die Wohnung und setzte mich mit einem Kind, das nur wenige Wochen alt war, mit Gewalt, auf die Straße. Nur die Polizei konnte in dieser Nacht schlimmeres verhindern.
- Der biologische Vater ist seit dem 11. Lebensjahr Drogenabhängig, mehrfach vorbestraft z.B. wegen Körperverletzung und Erpressung, wobei eines der Delikte bundesweit medial die Runde machte.
- Beim bundesweit medialen Fall wurde er auf Bewährung verurteilt. Keine zwei Monate später wurde er wieder straffällig (Körperverletzung und schwerer Raub) und nahm auch wieder Drogen
- Daraufhin wurde seitens des Richters betreutes Wohnen angeordnet. Diese Anweisung hat nach wie vor Bestand
- Die richterliche Auflage schloss auch eine Antigewalt Therapie und regelmäßige Drogentests ein
- Vor drei Jahren wollte der biologische Vater erstmalig von seinem Umgangsrecht Gebrauch machen, tauchte aber bereits beim ersten angesetzten Termin nicht auf. Er sagte den Termin auch nicht ab. Die Sachbearbeiterin und ich warteten vergeblich
- Zur Familie des biologischen Vaters, hatte mein Kind mit Ausnahme der Mutter keinen Kontakt. Der Kontakt zur Mutter war aber unregelmäßig und lief im Januar 2017 auch komplett aus.
- Zusammen mit seiner Betreuerin nahm er nun Kontakt zum Jugendamt auf und möchte von seinem Umgangsrecht Gebrauch machen. Das Jugendamt leitete uns im Anschluss zu einer Familienberatungsstelle weiter.
- Diese empfahl uns ein vierwöchiges Intervall, zu je einer halben Stunde, damit mein Kind eine Bindung zu seinem biologischen Vater aufbauen kann.
- Meine Vermutung ist, dass der biologische Vater nur einen positiven Eintrag in seine Akte bekommen möchte, um aus der Betreuung heraus zu kommen. Denn er leistet keinen Unterhalt, schrieb nie Karten, gratulierte nie zu Geburtstagen und mein Kind wusste bis vor wenigen Tagen nicht, dass er existiert.

Das führte zu folgender Problematik. Ich bin seit längerem mit einem neuen Partner verlobt. Dieser hat für mein Kind auch die Vaterrolle übernommen. Mein Kind sagt zu diesem folglich aus eigenem Antrieb „Papa". Die Familienberatungsstelle empfahl mir beim letzten Treffen aber, dass ich meinem Kind erkläre, dass es darüberhinaus aber auch einen biologischen Vater besitzt. Als ich dies kindgerecht tat, fing mein Kind das weinen an und äußerte, dass es das nicht hören möchte und dass mein Lebensgefährte doch Ihr Papa sei.
Es schimpfte mich sogar als „böse Mama" und das ich aufhören soll Ihr weiteres über dieses Thema zu erzählen, da mein Lebensgefährte Ihr Papa „bleiben" soll. Sprich, man spürte deutliche Verlustangst bei meinem Kind.

Meine Frage ist nun, ob ich mein Kind wirklich bereits zum jetzigen Zeitpunkt, „zwingen" soll, an diesen Treffen teilzunehmen. Oder ob man diese Treffen, nicht auf einen Zeitpunkt verschieben kann, wo mein Kind wirklich bereit ist, an diesen teilzunehmen? Denn meinem Eindruck nach, ist es noch nicht bereit seinen Erzeuger (erstmalig) kennen zu lernen.
29.01.2018 | 12:31

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

„Meine Frage ist nun, ob ich mein Kind wirklich bereits zum jetzigen Zeitpunkt, „zwingen" soll, an diesen Treffen teilzunehmen. Oder ob man diese Treffen, nicht auf einen Zeitpunkt verschieben kann, wo mein Kind wirklich bereit ist, an diesen teilzunehmen? Denn meinem Eindruck nach, ist es noch nicht bereit seinen Erzeuger (erstmalig) kennen zu lernen."

Nach dem geschilderten Sachverhalt und dass das Kind den Vater nicht sehen möchte, sollten sie zum Wohl des Kindes derzeit den Umgangswünschen des Vaters nicht nachkommen.

Sie sollten sich gegenüber dem Jugendamt dahingehend konkret äußern, dass das Kind keinen Umgang gewünscht und Sie aufgrund der Vergangenheit und den Lebensumständen des Vaters hier auch keine positive Entwicklungschance sehen.

Solange es keine gerichtliche Festlegung gibt, müssen Sie mit keinen Nachteilen o.ä. rechnen. Erst wenn eine gerichtliche Entscheidung Sie zur Ermöglichung des Umgangsrechtes verpflichtet, müssten Sie evtl. mit dann im Beschluss festgelegten Konsequenzen rechnen. Das Jugendamt kann lediglich vermittelnd tätig werden und Sie nicht rechtsverbindlich verpflichten. Letztendlich wird auch in einem gerichtlichen Verfahren geprüft, was ist zum Wohle des Kindes.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.





Mit vorzüglicher Hochachtung


Simone Sperling
---------------------------------------
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familien- und Erbrecht
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Betriebswirt (HWK)





Nachfrage vom Fragesteller 29.01.2018 | 20:59

Sehr geehrte Frau Sperling,

vielen Dank für Ihre fachliche Einschätzung. Gerne würde ich dieser auch folgen. Mir stellt sich jedoch die Frage, wie ich mich gegenüber dem Jugendamt glaubhaft äußern kann, dass mein Kind seinen Erzeuger derzeit nicht kennen lernen möchte.

Fakt ist, dass mein Kind heute früh nach dem Schlafen sogar nochmal auf mich zukam und sagte: „Mama, ich möchte über dieses Thema, was Du gestern angesprochen hast nichts mehr hören!" Sprich die Bereitschaft ist definitiv von Kindes Seite nicht vorhanden.

Wenn ich als Mutter dies nun dem Sachbearbeiter mitteile, wird mir dann überhaupt vom Jugendamt geglaubt? Bzw. würde sich dies in einem Gerichtsprozess, der eventuell stattfindet nicht schlecht darstellen?

Wäre der schriftliche Weg ratsam? In dem ich mich beispielsweise, wie sie raten, konkret äußer, dass ich der Empfehlung des Jugendamtes gefolgt bin und mein Kind in Kenntnis setzte, wer sein Erzeuger ist und dass dieser es nun kennen lernen möchte. Mein Kind dies jedoch nicht möchte und ich deshalb zu der Meinung gekommen bin, dass ich derzeit keine positive Entwicklungschance sehe, aber zu einem späteren Zeitpunkt, sobald es sich bereit fühlt, den Umgang gerne durchführe?

Ich hätte als Beweismittel derzeit lediglich eine Sprachnachricht. Weil mein Kind im Anschluss unbedingt meinem Lebensgefährten, der leider nicht anwesend sein konnte, mitteilen wollte, dass er „Ihr Vater sein soll". Man hört sie darin auch deutlich weinen, weil Sie die Information kaum verkraftete.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.01.2018 | 14:45

Sehr geehrter Fragesteller,

es spricht auch nichts gegen die von Ihnen beabsichtige schriftliche Stellungnahme. Wichtig ist, dass Sie klar äußern, das Kind will nicht und das es das beste zum Wohl ist.

Mit vorzüglicher Hochachtung


Simone Sperling
---------------------------------------
Rechtsanwältin
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Betriebswirt (HWK)



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