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Umgangsrecht Kind / Großeltern


03.04.2007 09:25 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Bin Vater eines 8-Jährigen Sohnes, lebe von der Mutter seit 6 Jahren getrennt, sie hat das alleinige Sorgerecht. Zahle Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle (Ohne die Hälfte des Kindergeldes abzuziehen, habe den Kinderfreibetrag von der Mutter (Hartz IV) üertragen bekommen), zusätzlich freiwillig das Essengeld in der Schule (3 EUR am Tag).

Sohn ist jede Woche von Freitag nachmittag bis Samstag abend bei mir. Auf einen gemeinsamen Urlaub mit meinem Sohn, zu dem ich ja ein recht hätte, habe ich beispielsweise noch nie bestanden.
Das Verhätniss meiner Eltern (wohnen 340 KM weit entfernt) zur Kindesmutter war schon vor der Geburt zerrüttet, seitdem verbietet die Kindsmutter mir, dass sich meine Eltern und mein Sohn sehen. Einmal, März 2006, gab es mit ihrem Einverständnis ein zweistündiges treffen - Sohn, Großeltern, Kindsmutter und ich. Danach haben mich meine Eltern zweimal besucht als mein Sohn bei mir war, ohne dass ich der Kindsmutter davon erzählte.

Nun möchte ich mit meinem Sohn meine Eltern für drei Tage besuchen (und dann auch die beiden noch lebenden Urgroßmütter, die den Sohn noch nie gesehen haben). Dies verbietet mir die Kindsmutter mit der Begründung: "Ich will das nicht. Ich mag es nicht, wenn Du mit ihm so viel umher fährst! Ich will nicht, dass Du alleine mit ihm zu Deinen Eltern fährst." natürlich habe ich kein Interesse, meine Ex-Freundin mit zu meinen Eltern zu nehmen.

darf sie das, darf sie mir verbieten, mit wem mein Sohn in der zeit, in der er bei mir ist, umgang hat (großeltern, neue Lebensgefährtin)? darf ich solche weite Strecken mit meinem Sohn fahren ohne Ihre Zustimmung?
Außerdem will sie meine jetzige Lebensgefährtin, mit der ich nicht zusammen wohne, kennen lernen ("stell sie mir mal vor, wenn mein Sohn sie schon so oft sieht."). Könnte sie mir bei Ihr den Ungang verbieten?

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch einen Anwalt / Anwältin ersetzen kann.

Die rechtliche Beurteilung kann unter Umständen anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen, wenn bestimmte Angaben hinzugefügt oder weggelassen werden.

Ihre Fragen beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben, wie folgt:

Da Ihre Ex-Freundin das alleinige Sorgerecht hat, steht Ihr es auch zu, zu bestimmen, mit wem das Kind Umgang hat. Dies ergibt sich aus der Regelung des § 1632 Abs. 2 BGB. Hiernach umfasst die Personensorge ferner das Recht, den Umgang des Kindes auch mit Wirkung für und gegen Dritte zu bestimmen. Folglich kann Ihre Ex-Frau grundsätzlich den Umgang mit bestimmten Personen verbieten.
Dieses Recht findet jedoch dort seine Grenzen, wo Dritte einen Anspruch auf Umgang haben. Hinsichtlich der Großeltern ergibt sich ein solches aus § 1685 Abs. 1 BGB. Darin heißt es: Großeltern und Geschwister haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient. Hiervon ist in der Regel dann schon auszugehen, wenn zwischen dem Kind und den Großeltern eine gewisse Bindung besteht.
Sollte die Kindesmutter weiter den Umgang verbieten, so haben Sie nur die Möglichkeit die Zustimmung zum Umgang durch das Familiengericht ersetzen zu lassen. Das Gericht hat die Möglichkeit anzuordnen, dass die Großeltern Umgang mit Ihrem Sohn haben dürfen.
Die Begründung der Kindesmutter, dass Sie es nicht will und wenn dann dabei sein will reicht allerdings nicht aus, um eine Gefährdung des Kindeswohls darzulegen. Vielmehr muss Sie konkret darlegen inwieweit eine konkrete Gefährdung besteht.
Hinsichtlich der Wegstrecke von 340 km zu Ihren Eltern ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Dies wäre nur dann der Fall, wenn das Kindeswohl durch die Fahrt gefährdet wäre. Hiervon ist bei einer Fahrt von 340 km nicht auszugehen. Auch hier ist eigentlich unbeachtlich, dass Ihre Ex-Frau dies nicht will, da für ein eventuelles Verbot konkrete Gefährdungsgründe vorliegen müssen.

Hinsichtlich Ihrer neuen Lebensgefährtin verhält sich die Sachlage etwas anders, als bei den Großeltern. Die neue Lebensgefährtin hat grundsätzlich keinen Umgangsanspruch mit Ihrem Sohn. Daher ist Ihre Ex-Freundin berechtigt den Umgang zu verbieten. Allerdings kann man hier daran denken, dass, vorausgesetzt es handelt sich um eine dauerhafte Beziehung, Ihre neue Lebensgefährtin zu Ihrem Leben gehört. Ihr Sohn soll bei dem Umgang mit Ihnen an Ihrem Leben teilhaben, wozu dann auch die Lebensgefährtin gehört.
Aus diesen Gründen sollten Sie zunächst versuchen mit der Kindesmutter eine gütige Einigung zu Erzielen. Hierzu gehört es auch, dass Sie Ihrer Ex-Freundin Ihre neue Lebensgefährtin vorstellen. So kann sie sich ein Bild machen und wird sicher eher bereit sein, den Umgang zu erlauben. Für den Fall, dass Sie ein solches Treffen nicht durchführen möchten könnte es passieren, dass die Kindesmutter den Umgang verbietet, was auch Ihr eigenes Umgangsrecht beeinträchtigen würde.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit der Antwort weiterhelfen. Sollten Sie noch weiteren Klärungsbedarf haben, nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Christopher Tuillier
Rechtsanwalt


info@rechtsanwalt-tuillier.de
www.rechtsanwalt-tuillier.de
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