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Umgangsrecht Großeltern


| 25.09.2007 00:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Ich bin alleinerziehende Mutter zweier Söhne, 10 und 8 Jahre alt. Vor sechs Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt. Das vorläufige alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommen und mit der Scheidung, vor über drei Jahren auch das alleinige Sorgerecht. Kontakt zum Vater bestand sehr sporatisch, das heißt der Kindsvater sah die Kinder so wie er Lust hatte. Und Lust hatte er selten. Kontakt zwischen Kindern und Großeltern väterlicherseits bestand regelmäßig ca. einmal im Monat. Aufgrund schwerwiegender Meinungsverschiedenheit zwischen mir, (der Kindsmutter) und den Großeltern habe ich den Kontakt vor ca. einem halben Jahr eingestellt. Gründe waren zB., die stark unterschiedliche Behandlung der Kinder durch die Großeltern (Bevorzugung des Jüngeren), sehr schlechte Äußerungen über die Mutter gegenüber den Kindern und wiederholte Verletzungen beim Fingernägel schneiden etc. Mein Ältester hat mehrere Male, vor Abruch des Kontaktes geäußert, er möchte die Großeltern nicht mehr besuchen.
Heute drohten die Großeltern mit dem Gericht. (Besuchsrecht für Großeltern ist einklagbar?) Muss ich jetzt befürchten, meine Kinder, gegen ihren Willen in die Obhut der Großelten geben zu müssen? Mein Ältester wehrt sich vehement dagegen.
Unterhalt habe ich seit 6 Jahren für meine Kinder nicht bekommen.
Für eine Beantwortung wäre ich Ihnen überaus dankbar.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Nach § 1685 Abs. 1 BGB haben Großeltern nur dann ein Recht auf Umgang mit ihrem Enkelkind, wenn dies dem Kindeswohl dient. Untersagt der sorgeberechtigte Elternteil den Umgang, dann ist es Sache der Großeltern darzutun, dass gleichwohl der Umgang mit ihnen dem Wohl des Kindes dient (vgl. Beschluss des OLG Hamm vom 23.06.2000, Az.:11 U F 26/00). Dabei rechtfertigt nicht schon allein das Verwandtschaftsverhältnis die Vermutung, dass der Umgang dem Kindeswohl dient. Besteht zwischen Kind und Großeltern bereits eine Bindung, spricht eine widerlegbare Vermutung dafür, dass die Aufrechterhaltung der Bindung die Entwicklung des Kindes förderlich ist (§ 1626 Absatz 3 BGB). Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Eltern und Großeltern über den Umgang hat das Erziehungsrecht der personensorgeberechtigten Eltern jedoch grundsätzlich Vorrang.

Falls die Großeltern bei dem zuständigen Familiengericht einen Antrag auf Regelung des Umgangs mit ihren Enkelkindern stellen, sprechen folgende gewichtige Gründe gegen die begehrte Umgangsregelung der Großeltern:

Bei bestehendem Umgang müssten die Kinder gegen den Willen der Mutter die Großeltern besuchen und wären damit dem Spannungsverhältnis zwischen den Erwachsenen ausgesetzt, was für die Entwicklung der Kinder ungünstig sein wird und zudem zu Loyalitätskonflikten führen könnte. Gegen die Wiederanbahnung der Kontakte mit den Großeltern spricht überdies die ablehnende Haltung der Kinder selbst. Allein im Hinblick hierauf werden die Großeltern kaum schlüssig darlegen können, aus welchem Grunde der Umgang dem Wohl der Kinder gleichwohl diene.

Können Sie in dem Verfahren vor dem Familiengericht im Bestreitensfalle beweisen, dass die Kinder von den Großeltern ungerecht behandelt, Sie als Mutter gegenüber den Kindern von den Großeltern herabgewürdigt und die Kinder von diesen sogar körperlich misshandelt werden, wird ein Gericht dies mit großer Wahrscheinlichkeit als nachvollziehbare Gründe für den Abbruch der persönlichen Kontakte zu den Großeltern werten. Weiterhin wird insofern ggf. auch die Verletzung der Unterhaltspflicht des Sohnes der Großeltern angeführt werden können. Die vorhandenen erheblichen Spannungen zwischen Ihnen und den Großeltern werden Ihren Wunsch auf Distanzierung rechtfertigen.

Aufgrund der von Ihnen geschilderten Gesamtumstände wird ein Antrag der Großeltern auf Regelung des Umgangs mit ihren Enkeln aller Voraussicht nach kaum Aussicht auf Erfolg haben.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 25.09.2007 | 08:46

Herzlichen Dank für die schnelle Antwort auf meine Frage.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.09.2007 | 00:09

Für Ihr weiteres Vorgehen gegenüber bevorstehenden "Handlungen" der Großeltern Ihrer Kinder wünsche ich Ihnen viel Erfolg !

RA Petry-Berger

Bewertung des Fragestellers |


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