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Umgangsrecht/ Aufenthaltsbestimmungsrecht

03.09.2018 15:13 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


18:35
Hallo zusammen,
meine EX-Lebensgefährtin ist vor 8 Wochen mit unserer gemeinsamen Tochter aus unserer Wohnung ausgezogen und hat ohne Zustimmung die Kleine mitgenommen. Wir haben beide das gemeinsame Sorgerecht und Aufenthaltsrecht. Sie ist zu Ihren Eltern 60km weit weg gezogen und hat sich auch schon Umgemeldet. Für unsere Tochter hat sie einen 2 Wohnsitz (ohne meine Zustimmung) angemeldet.
Der Umgang wird mir ziemlich schwer gemacht und ist immer mit Bedingungen verknüpft. Sie will Geld oder Geschenke zur Geburt zurück usw., sehen darf ich meine Tochter nur bei ihren Eltern und niemals allein. Ich habe mein Kind jetzt 6 Wochen nicht mehr gesehen. Das Jugendamt wurde eingeschaltet und beide angehört. Einen gemeinsamen Jugendamtstermin hat sie abgelehnt.
Die Zustimmigkeit des Jugendamtes ist auch noch nicht geklärt. Welches Jugendamt ist zuständig ? Das wo meine Tochter gemeldet ist oder das wo meine Ex mit dem Kind hin ist?

Jetzt hat sie beim Amtsgericht Klage gegen mich eingereicht. Sie will das ich dem Umzug meiner Tochter zustimme.
Was ich natürlich nicht möchte, ich möchte für mein Kind gerne das sein und mich um sie kümmern.
Was kann ich tun?
Macht es Sinn das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu beantragen?
Was kann ich in Sachen Umgang machen?
03.09.2018 | 16:02

Antwort

von


(1918)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:
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Sehr geehrter Ratsuchender,

eine Vielzahl von Problemen, die natürlich die Trennung nicht einfacher machen.

Ein Umzug ist immer schwierig und ändert natürlich die ohnehin angespannte persönliche Situation.

Sie können das Aufenthaltsbestimmungsrecht dann beantragen, wenn der Aufenthalt der Tochter bei der Mutter und den Großeltern dem Kindeswohl wiederspricht und dieses gefährdet ist. Dazu müssen aber konkrete Anhaltspunkte gegeben sein.

Allein der Umstand, dass Sie natürlich gerne mehr Zeit mit der Tochter verbringen und sich auch um diese kümmern wollen, wird allein nicht ausreichend sein.

Sie sollten aber auf Klärung drängen, warum für die Tochter ein Zweitwohnsitz angemeldet wurde.

Wenn das Kindeswohl durch den Umzug nicht gefährdet ist, werden Sie Ihre Zustimmung nicht verweigern können, zumal die Entfernung noch annehmbar sein dürfte. Insgesamt wird es natürlich auf die genauen Umstände und Einzelheiten ankommen.

Ich rate Ihnen dringend dazu, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen

Nehmen Sie aber das Verfahren zum Anlass Ihren Anspruch auf Umgang durchzusetzen.

Dazu muss ein Antrag beim Familiengericht gestellt werden und genaue Zeiten genannt werden, wann der Umgang stattfinden soll. Wegen dem Umgang ist Eile geboten. Die Zeit läuft gegen Sie. Fehlender längerer Kontakt kann sich negativ auswirken und wird auch gerne vom anderen Elternteil zum Anlass genommen, die Entfremdung noch zu fördern.

Eine Einigung über das Jugendamt ist wohl nicht möglich, da die Ex-Partnerin Termine nicht wahrnimmt; dann bleibt aber auch nur der Weg der gerichtlichen Klärung.

Dann machen Sie Ihren Anspruch auch gerichtlich geltend.

Nicht erkennen kann ich, warum Sie das Kind nicht alleine sehen sollen. Auch dem sollten Sie entgegenwirken.

Zuständig ist das Jugendamt, in dessen Bezirk sich das Kind aufhält und nicht wo es gemeldet ist.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle


Nachfrage vom Fragesteller 03.09.2018 | 18:10

Hallo Frau True-Bohle,

einen Anwalt habe ich jetzt hinzugezogen.
Der ist der Meinung auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht bei der Klage einzureichen.
Zusätzlich das mit dem Umgang. Ich habe da auch so meine Zweifel am Erfolg weil einfach die Beweise fehlen oder nur schwer zu erbringen sind.
Sollte ich vor dem Familiengericht nicht das Aufenthalsbestimmungsrecht bekommen aber mir der Umgang gewährt werden, muss ich dann die ganzen Kosten also mein Anwalt, Gericht und Ihren Anwalt bezahlen?

Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.09.2018 | 18:35

Sehr geehrter Ratsuchender,

über die Kostentragung entscheidet das Gericht nach § 81 FamFG. Danach wird nach billigem Ermessen entschieden. In der Regel werden die Kosten gegeneinander aufgehoben. Dann trägt jeder seine Anwaltskosten und die Hälfte der Gerichtskosten.

§ 81 Abs.2 FamFG regelt aber, dass auch einem Beteiligten die Kosten auferlegt werden können. Das wäre z.B. dann der Fall, wenn Sie erkennen konnten, dass Ihr Antrag keine Aussicht auf Erfolg haben wird. Aber davon ist auch nach Ihrer Nachfrage nicht auszugehen. Ihr Anwalt wird sicher eine bessere Einschätzung vornehmen können, da diesem die Einzelheiten bekannt sind.

Allein nach Ihrer Darstellung gehe ich nicht davon aus, dass Ihnen die Kosten aufergelegt werden.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle


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(1918)

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26135 Oldenburg
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