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Umgangsrecht /ABR und Sorgerecht bei 9-jähriger Tochter


21.01.2007 13:03 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

zu folgender Sachlage benötige ich Hilfestellung:

Auszug der Ehefrau vor einem Jahr nach 20-jähriger Ehe und Mitnahme der damals 8-jährigen Tochter und dem 17-jährigen Sohn. Die Ehe wurde über Jahre hinweg durch mehrfache Fremdbeziehungen meiner Frau, die mir teilweise namentlich bekannt sind, gestört. Einreichung des Scheidungsantrages kurz vor Auszug durch meine Frau.
Der Umzug erfolgte 30 Minuten Fahrtzeit von der Grundschule der Jüngsten entfernt in die Wohnortnähe ihres Freundes (jedoch innerhalb der gleichen Großstadt), ich weigerte mich damals, einem Schulwechsel für das letzte Schuljahr zuzustimmen, damit wenigstens ein Stück Kontinuität für meine Tochter gewahrt wird. 4 Wochen nach dem Einzug erfolgte bereits die Kündigung dieser Wohnung und erneuter Umzug, da sich meine Ehefrau mit ihrem Freund wieder zerstritten hatte.

Der Umgang mit meiner Frau und meinen Kindern gestaltet sich seitdem folgendermaßen:

- Seit Einreichung ihres Scheidungsantrages erzielt meine Frau als Selbstständige keine Einkünfte mehr. Die Jüngste ist mittlerweile 9 Jahre alt, kann hier nicht eine Erwerbstätigkeit erwartet werden bzw. fiktive Einkünfte angerechnet werden?

- Seit einem Jahr erfolgt eine massive Störung des Umgangs mit meiner Tochter, es werden getroffene Urlaubsabsprachen nicht eingehalten und Urlaube "dazwischen" gebucht, es werden Karten für Veranstaltungen besorgt an Wochenenden, die meine sind, etc. pp.

- Da ich dem Schulwechsel für das letzte Grundschuljahr auf Anraten der Lehrer meiner Tochter nicht zugestimmt habe, soll ich nun - laut gegenanwaltlicher Aufforderung - an fest definierten Tagen mindestens 3 mal in der Woche die Tochter von der Schule abholen und zu meiner Frau nach Hause bringen. Dies vor dem Hintergrund, dass ich als Selbstständiger eine 60-Stunden-Woche habe, während meine Frau nicht berufstätig ist und somit ständig verfügbar ist.

- Durch den Umzug sind die Kontakte meiner Tochter zu ihren Schulkameraden vollständig abgebrochen, u.a. weil meine Frau es über ein halbes Jahr nicht geschafft hat, weder die neue Adresse noch die neue Telefonnummer bekanntzugeben. Dies hat zur Folge, dass sie nachmittags größtenteils alleine zu Hause sitzt.

- Laut Aussage der Schule häufiges Zuspätkommen oder komplettes Nichterscheinen. Dies, wie meine Tochter erzählt, "weil Mama gestern abend so spät nach Hause gekommen ist und heute früh nicht aufstehen konnte".

- Trotz nicht gerade geringen Unterhaltszahlungen (> 3000 ) erfolgten in Gegenwart meiner Tochter Äußerungen wie "ich habe kein Geld mehr zum Essen" bzw. "ich springe aus dem Fenster"

- Meine Frau hat bereits mehrfach verlauten lassen, per Telefon als auch schriftlich, dass sie nur noch per Anwalt mit mir kommuniziert. Meine Tochter wird dafür immer häufiger als "Überbringerin" von Notizen, Briefen etc. missbraucht und nach gemeinsamen Wochenenden mit mir ausgefragt.

- Der mittlerweile 18-jährige Sohn hat vollständig den Kontakt zu mir abgebrochen, nachdem ich nicht mehr gewillt war, zusätzlich zum Unterhalt rund 2500 Euro (in 2006) für Urlaub, Handy, etc. weiterhin zu bezahlen. Dagegen habe ich es von ihm schriftlich (Überbringerin war wieder meine Tochter), dass "er seine Schwester zum Lügen angestiftet hat, damit ich nichts mehr aus seinem Leben weiß".

- Der Kontakt meiner Tochter zu meiner Verwandtschaft (d.h. vor allem zu den Großeltern) wird weiterhin, wie auch in den vergangenen Jahren, vollständig von meiner Frau verboten, Fahrten zum 93. Geburtstag des Großvaters etc. abgelehnt.

Es bereitet mir zunehmend Sorgen, zu glauben, dass meine Tochter dort nicht richtig aufgehoben ist. Sehen Sie dies ähnlich? Was raten Sie mir in dieser Situation? Gespräche und Einigungen mit meiner Frau sind nicht möglich wegen permanenter Kontaktverweigerung.

Herzlichen Dank für die Beantwortung.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:

Ihre Schilderungen deuten in der Tat darauf hin, dass Ihre Ehefrau die Erziehung Ihrer Tochter nicht ordnungsgemäß bewerkstelligt. Um beurteilen zu können, ob ein Antrag auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrecht Erfolgsaussichten hat, kommt es jedoch auch darauf an, wie sich die Situation für Ihre Tochter in Ihrem Haushalt gestalten würde. Sie merken an, dass Sie als Selbstständiger 60 Stunden pro Woche arbeiten müssen. Ob Sie vor diesem Hintergrund genügend Zeit für die Erziehung und Betreuung Ihrer Tochter haben und Ihrer Tochter ein Umfeld, das ihrem Wohl dienlich ist, schaffen können, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Insgesamt stellt sich Ihre familiäre Situation nach Ihrer Schilderung äußerst misslich dar.

Es hat den Anschein, als seien Sie bislang nicht anwaltlich vertreten. Sie sollten dringend einen auf das Familienrecht spezialisierten Anwalt vor Ort beiziehen und mit ihm besprechen, welche Schritte in Ihrer Situation ratsam sind. Auf jeden Fall zu regeln, und zwar gerichtlich, da eine gütliche Einigung nach Ihren Angaben nicht zu erzielen ist, ist das Thema "Umgang". Es kann nicht angehen, dass Ihnen ein geregelter Umgang mit Ihrer Tochter verwehrt wird. Im Rahmen dieses Gerichtsverfahrens würde dann auch geklärt werden, wer für den Transport Ihrer Tochter zur Schule und zurück nachhause zuständig sein soll.

Wenn es irgendwie für Sie möglich ist, die Betreuung Ihrer Tochter selbst zu betreiben, und wenn es zudem genügend objektivierbare Hinweise darauf gibt, dass im Haushalt Ihrer Frau tatsächlich alles durcheinander läuft - beispielsweise sollte die Schule verifizieren können, dass die Verspätungen bzw. das Nichterscheinen auf die Mutter zurückzuführen ist - , dann sollten Sie zudem einen Antrag auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts hinsichtlich Ihrer Tochter auf Sie bei Gericht stellen. Relevanz wird in diesem Zusammenhang auch der Wunsch Ihrer Tochter haben, wobei natürlich berücksichtigt würde, dass Ihre Tochter möglicherweise von ihrer Mutter und ihrem Bruder negativ beeinflusst wird. Unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens würden jedenfalls die derzeitigen Verhältnisse, in denen Ihre Tochter lebt, gründlich von einer Verfahrenspflegerin durchforstet und die dem Kindeswohl Ihrer Tochter günstigste Regelung getroffen werden. Schlechter als die gegenwärtige Situation kann das Ergebnis dieses Verfahrens wohl kaum ausfallen.

Ihre Frau dürfte übrigens grundsätzlich dazu verpflichtet sein, zumindest eine Teilzeittätigkeit aufzunehmen und hierdurch selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Die Kinder sind alt genug, dass ihrer Mutter die Aufnahme einer Teilzeittätigkeit neben der Betreuung der Kinder zugemutet werden kann. Auch insoweit sollten Sie einen Anwalt vor Ort beiziehen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste juristische Einschätzung Ihrer Situation liefern und wünsche Ihnen alles Gute für die kommende Zeit. Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)
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