Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.122
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Umgangsrecht, Kind weigert sich zu Vater zu gehen


31.03.2007 11:35 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Herr Anwalt,

seit mitte August lebe ich getrennt von meinem 13 Jahre älteren Ehemann.( Ich 24 Jahre , er 37 Jahre)
Aus unseren gemeinsamen Paarbeziehung kam am 21.09.2005 unser gemeinsamer Sohn F*****zur Welt.

Schon vor der Geburt des Sohnes kam es immer wieder zu heftigen auseinandersetzungen.

-Er wollte mir Drohen, das Kind aus dem Lebendigen Leib zu schneiden.
- Mich und das damals 8 Wochen alte Kind hat er im Wald ausgesetzt und wolle sich das Leben nehmen.
-Wir durften uns nicht frei bewegen, ständige Kontrolle...ect.
-Nachts wurde ich mit dem Kissen gewürgt, er sei hier der Herr im Haus, und er könnte es nicht ertragen , dass das Kind so schreit, ich solle im Kinderbett übernachten, was ich auch tat, da er das Kind 2 Zimmer weiter legte und die Türen verschloss, um Ruhe zu haben.

Im Dez.06 beschloss der Richter ein Umgangsrecht
für den Vater zunächst für
1 Std. am Donnerstag vom 16-17 Uhr und im Wechsel Sa und So zwischen 14-17 Uhr.

Der Vater hat sich noch nie um das Kind gekümmert.
Unser Sohn muß jedes Wochenende aus dem Mittagsschlaf gerissen werden um startklar für 14 Uhr zu sein.
Schon beim ersten Anblick durch die Glasscheibe der Haustüre fängt Finn an zu schreien.
Er wehrt sich mit Händen und Füßen ,er möchte nicht mit.
Ich war beim Jugendamt, stellte die Situation dar, dass das Kind nicht damit klar kommen würde.
Das Jugendamt wollte dann ein gemeinsames Gespräch mit dem Vater erziehlen, doch dieser beruft sich auf das Gerichtsurteil.

Noch heute nach 4 Monaten weigert sich Finn immer noch sehr
mit zu seinem Vater zu gehen.
Am 10.04.07 ist wieder ein erneuter Gerichtstermin.
Beim letzten Termin wurden meine Anwältin und ich gar nicht angehört, nur oberflächlich.

Wie mein Kind sich verhält, sobald der Vater es mitnimmt, habe ich Filmen lassen um ein Beweis zu haben.

Kann hier das Umgangsrecht nicht ausgetzt werden, bis Finn etwas älter ist.
Ich habe Angst das Finn diese Situation nicht verkraftet, da er seit den regelmäßigen Besuchen immer krank nach Hause kommt.
( Durchfall, Erbrechen, )
Der Arzt weigert sich ein ausführliches Atest zu erstellen.

Wie lange kann die Situation und die ständige Unruhe meinem 18 Monate altem Kind noch zugemutet werden.

Das Kind wird regelrecht gezwungen.
Was und wie das Kind sich fühlt interessiert niemanden.
Ich habe das Gefühl, das meine Anwältin diesem nicht gewachsen ist, da sie selbst sagte, dass wir diesem Menschen nicht gewachsen sind.
Ich bekomme Prozesskostenhilfe.

Vielen Dank
31.03.2007 | 12:45

Antwort

von


106 Bewertungen
Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Eine Einschränkung bzw. Aussetzung des Umgangs ist gem. § 1684 IV BGB theoretisch möglich, allerdings nur in extremen Ausnahmefällen und auch nur dann, wenn dies zum Wohl des Kindes zwingend erforderlich ist.

Dabei wird unterstellt, dass der Umgang dem Wohl des Kindes grundsätzlich förderlich ist, eine Beschränkung ist daher nur gerechtfertigt, wenn durch den Umgang eine konkrete Gefährdung des Kindes besteht. Dabei wäre es wichtig zu wissen und nachzuweisen, wie der Vater mit dem Kind umgeht, wenn er es abholt, möglicherweise liegt hierin ja auch der Grund dafür, dass sich ihr Sohn so sehr wehrt und schon anfängt zu schreien, wenn er den Vater nur sieht.

Evtl. kann man damit argumentieren, dass eine so ausgeprägte Abwehrhaltung bei einem so kleinen Kind keinen entgegenstehenden Kindeswillen darstellt (der in der Regel unbeachtlich ist), sondern eine intuitive Reaktion auf Vorkommnisse im Rahmen des bisherigen Umgangs. Dazu müsste von Ihnen aber in jedem Fall die Reaktion des Kindes nachgewiesen werden.

Ihre Filmaufnahmen werden hier kaum weiterhelfen, denn wenn die Abholsituation und damit der Vater auf den Aufnahmen erkennbar ist, dürfte es sich um ein unzulässiges Beweismittel handeln. Ist der Vater dagegen nicht erkennbar, können Sie mit den Aufnahmen auch nicht nachweisen, dass sie anlässlich der Abholung gemacht wurden. Dass auch der Arzt hierüber kein Attest ausstellt, ist nachvollziehbar, denn der hat die Situation ja nicht erlebt, sondern kennt sie nur von Ihren Erzählungen.

Eine Alternative wäre es, wenn einmal ein Mitarbeiter des Jugendamts bei der Abholung dabei wäre und sich so ein eigenes Bild von der Situation machen könnte.

Obwohl ich Ihre Argumente, insbesondere im Hinblick auf die früheren Vorkommnisse, sehr gut verstehen kann, denke ich, dass eine Aussetzung des Umganges schwer bzw. nicht durchsetzbar sein dürfte, evtl. aber ein betreuter Umgang, also ein Umgang in Anwesenheit eines Mitarbeiters des Jugendamtes. Möglicherweise kommt da dann ja auch zutage, warum sich das Kind so sehr gegen den Vater sträubt.

In jedem Fall sollte es aber möglich sein, die Besuchszeiten so zu verschieben, dass das Kind nicht jedes mal aus dem Schlaf gerissen wird.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin


ANTWORT VON

106 Bewertungen

Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Versicherungsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER