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Umgangsrecht, Kind kennt Vater gar nicht


29.05.2006 16:09 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Hallo,

habe da ein ganz kniffliges Problem.
Letztes Jahr im Juni habe ich eine neue Beziehung angefangen, wobei auch dann im Juli ein Kind gezeugt wurde. Aufgrund persönlicher Differenzen habe ich die Beziehung im Oktober beendet.
Von dem "Erzeuger" des Kindes habe ich dann auch verschiedene SMS erhalten, in denen er seine Wankelmütigkeit voll "auslebt". Einmal bin ich die Gute, dann wieder mal die Böse. Habe auch eine Mail, worin er sich für seine Beleidigungen entschuldigt - kam aber auch erst jetzt, wo er entdeckt hat, das er ja Vater ist...
Habe ihm dann Anfang Januar nach Anfrage von ihm Ultraschallbilder zukommen lassen. Desweiteren war ich im Januar auf dem Jugendamt und habe ihn als Vater des Kindes angegeben und ihn darum gebeten, die Vaterschaft vorgeburtlich anzuerkennen. Das wollte er nur machen, wenn ich mit ihm "kooperiere".

Seit Dezember bin ich auch in einer neuen Beziehung.

Es kamen vom "Erzeuger" SMS, wo er schreibt, das er sich sicher ist, der Vater zu sein, aber sich niemals die Bürde des Unterhaltes auflasten will.
Einen Tag vor seiner Vaterschaftsanerkennung auf dem Jugendamt hat er mir noch eine SMS geschrieben, wo drin steht, das ich doch meinen neuen Freund als Vater angeben soll.

Jetzt auf einmal will er das Kind sehen und pocht auf sein Recht auf Umgang, wobei er immer noch keinen Unterhalt zahlen will. Desweiteren will er auch das geteilte Sorgerecht.

Mein jetziger Partner und ich sind mittlerweile verlobt. Wir haben auch zusammen alles, was für das Kind gebraucht wurde, ausgesucht. Desweiteren haben wir den Namen gemeinsam ausgesucht und er war auch bei der Geburt dabei (einschließlich Nabelschnur durchschneiden).
Er will auch das Kind adoptieren, weil er es als sein Kind ansieht und sich auch so um ihn kümmert.

Nun meine Frage:
Hat der "Erzeuger" gute Chancen auf den Umgang, wenn er wirklich vor das Familiengericht geht (wie er es angedroht hat)?

Es hat doch zu keinem Zeitpunkt eine sozial-familiäre Bindung zwischen ihm und dem Kind bestanden. Das Kind sieht doch meinen Verlobten als Vater an, da er doch die ganze Zeit sich mit darum kümmert und ihm auch die Liebe wie ein "richtiger" Vater gibt.
Wenn unser Kind alt genug ist, um zu verstehen, das es noch einen biologischen Vater hat, würde ich es ihm das dann auch sagen und ihm die Entscheidung einräumen, sich mit ihm in Verbindung zu setzen.

Wie soll ich mich in diesem Fall verhalten? Das Jugendamt hat gemeint, ich soll ihm doch mal einen Brief aufsetzen und Bilder schicken. Eigentlich sieht das dann aber wieder so aus, als ob ich den Kontakt mit ihm pflegen will...

Vielen Dank

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Grundsätzlich besteht ein Recht auf Umgang, wohl auch in der von Ihnen geschilderten Situation.

Bespielhaft OLG Stgt, Beschl. v. 24.10.1980, Az. 15 UF 16/80:

1. Das Umgangsrecht besteht uneingeschränkt auch im Verhältnis zu einem Kleinkind.
2. Der Gesetzgeber hat bei einer Kollision des Umgangsrechts mit der Absicht des die Sorge ausübenden Elternteiles, das beteiligte Kind störungsfrei in eine neue Familie einzugliedern, der Ausübung des Umgangsrechts Vorrang eingeräumt. Der Gesetzgeber hat darüber hinaus jede unbegründete Einflußnahme des Sorgeberichtigten mit dem Ziel der Blockierung des Besuchsrechts ausschließen wollen. Eine solche Blockierung bedeutet Mißbrauch des elterlichen Sorgerechts (§ 1666 BGB).
3. Der Ausschluß des Umgangsrechts kann nur bei einer konkret in der Gegenwart bestehenden Gefährdung des Kindeswohls angeordnet werden


Da es stets auf die konkrete Situation ankommt, sollten Sie unbedingt einen Kollegen vor Ort aufsuchen, um das beste Vorgehen zu besprechen.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend und zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 29.05.2006 | 22:32

Vielen Dank erstmal für die schnelle Antwort.
Die unten zitierte Lage entspricht in etwa meiner. Kann ich mich darauf stützen, falls es zu einem Verfahren kommt? Bei mir liegt es ja auch so, das ich keinen Kontakt mehr mit dem biologischen Vater habe, weil er teilweise sehr beleidigend war. Hatte schon voll die Panik, wenn das Handy geklingelt hatte, das er es sein könnte.

"Der frühere (heterosexuelle) nichteheliche Lebensgefährte der Kindesmutter hat auch nach der Neufassung des § 1685 II BGB kein eigenes Umgangsrecht. Die Weigerung der Kindermutter, dem früheren nichtehelichen Lebensgefährten die Fortführung der bisherigen mehrjährigen Kontakte zu ihrem Kind zu gestatten, ist nicht missbräuchlich i. S. von § 1666 BGB, wenn sie auf plausible, nachvollziehbare Gründe gestützt wird (hier: tief greifendes Zerwürfnis mit subjektiv empfundener Bedrohung, ungestörtes Zusammenleben in der neuen Familie nach Einbenennung des Kindes). Das greift grundsätzlich auch dann, wenn der Umgang für das Kindeswohl förderlich wäre (OLG Oldenburg, Beschluss vom 31.03.2003 - 11 UF 25/03, FamRZ 2003, 1582)."

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.05.2006 | 22:45

Natürlich können Sie sich die Argumente zu eigen machen.

Letzendlich wird es immer eine Frage des Einzelfalls sein, wie ein Gericht entscheidet.

Hier wird es auf Ihre konkrete Situation ankommen, aber die "Vorgabe" einer entsprechenden Rechtsprechung kann natürlich hilfreich sein.

Im Hinblick auf die Bedrohungen und Nachstellungen sollten Sie zusätzlich über einen UNterlassungsanspruch nachdenken und dies ggf. prüfen lassen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

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