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Umgangs.- Besuchsrecht mit nichtehelichem Sohn


02.01.2007 11:49 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag,

ich habe aus einer vergangen Beziehung mit einer 12 Jahre älteren Frau einen Sohn (geb. April 1998).
Unsere Beziehung scheiterte schnell und die Mutter wollte damals aufgrund der biologischen Uhr noch schnell "befruchtet" werden was ich nicht wußte und auch nicht wollte. Mein Sohn wurde geboren, wir trennten uns noch in der Schwangerschaft.
Ich zog zwischenzeitlich in eine andere Stadt (ca. 120 KM Entfernung).
Die Mutter und mein Sohn haben ein gutes stabiles Verhältniss wobei Sie nicht arbeitet und meinen Sohn über die Maßen bemuttert.
Ich zahle regelmäßigen Unterhalt und bin selbstständig.
In der Vergangenheit hat Sie auf Drängen meines Sohnes immer mal Kontakt aufgenommen. Ich durfte meinen Sohn auch immer wieder sehen. Das ging meist solange gut bis Sie gemerkt hat das die "Portion Vater" für meinen Sohn mal wieder ausreichend war.
Für mich war dieses auf und ab nervenzerreissend und unangenehm und ich habe mich zum Wohle meines Sohnes auch irgendwann zurückgezogen (ca. vor einem Jahr).
Nachdem ich mein Leben nun neu sortiert habe und meine jetztige Lebensgefährtin mit Ihrer 7 Jährigen Tochter in unsere gemeinsame Wohnung eingezogen sind wächst der Wunsch endlich ein stabiles und dauerhaftes Verhältniss zu meinem Sohn aufzubauen.
Meine Sorge ist das er sich derart entfremdet, daß es vielleicht irgendwann aussichtlos erscheint. Das scheint auch die Hoffnung der Mutter zu sein.

Da das Verhältniss zur Kindsmutter zerrüttet ist und ich nicht glaube das ich mich mit Ihr auf ein faires Besuchsrecht einigen werde habe ich folgende Fragen:
1. Macht eine anwaltliche Vertretung Sinn?
2. Kann mein Sohn wenn ich Ihn abhole über das Wochenende in meine jetzige Wohnung kommen?
3. Kann die Kindsmutter den Umgang, Besuch unterbinden oder beeinflussen? (Ihr Kontakt zum Jugendamt ist hervorragend da Ihr Schwager dort arbeitet).
4. Ist eine Anbahnung notwendig wenn ja wie lange und in welcher Form? Ab welchem Zeitpunkt kann ich ein Besuchsrecht über das Wochenende erzwingen?
5. Welche Gründe würden absolut gegen ein Umgangsrecht sprechen? Ich bin Anfang 30 gut situiert und lebe wie gesagt bereits mit meiner Stieftochter in einer gemeinsamen Wohnung, diese drängt auch darauf endlich Ihren Stiefbruder kennenzulernen.
6. Welche Forderungen kann ich konkret stellen?

Aufgrund des Altersunterschiedes mit der Kindsmutter (12 Jahre) waren wir selten einer Meinung. Ich denke wir kommen um eine objektive und neutrale Lösungsfindung nicht herum.
Ich bin nicht bereit weiterhin ein Vater auf dem Blatt Papier zu sein der nur zahlt und keine Rechte bekommt.

Bei einer positiven Prognose werde ich dem Anwalt meines Vertrauens für die Durchsetzung meiner Interessen ein Mandat erteilen.
Da ich dringend eine Lösung anstrebe wäre ich über eine rasche Auskunft dankbar.

mfg

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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.
In dem von Ihnen geschilderten Fall ist eine anwaltliche Vertretung dringend zu empfehlen, jedenfalls dann, wenn es Ihnen nicht zeitnah gelingt, eine verlässliche einvernehmliche Umgangsregelung mit der Mutter zu erzielen.
Ansonsten wird in jedem Fall eine richterliche Entscheidung zu beantragen sein, spätestens für das Gerichtsverfahren sollten Sie dann einen familienrechtlich orientierten Rechtsanwalt beauftragen.

2.
Nachdem ich davon ausgehe, dass hier keine gemeinsame Sorgeerklärung der beiden Elternteile abgegeben wurde, steht der Mutter mit der elterlichen Sorge auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht alleine zu (§ 1626a BGB). Somit können Sie zunächst ohne den Willen der Mutter Ihren 8-jährigen Sohn nicht einfach zu sich nehmen, auch wenn dies dem Wunsch des Sohnes entspricht.

3.
Andererseits darf die Mutter den Kontakt – auch wenn dieser zwischenzeitlich unterbrochen war – zwischen Ihnen und Ihrem Sohn nicht einfach unterbinden. Das Umgangs- und Besuchsrecht dient in erster Linie dem Wohl des Kindes, das es zu verwirklichen gilt. Sowohl die Jugendämter als auch die Familiengerichte sind verpflichtet, das Kindeswohl als zentrales Kriterium bei ihren Entscheidungen zu beachten.
„Wohl des Kindes“ bedeutet nach § 1 SGB VIII „Förderung seiner Entwicklung und Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“.

4.
Nachdem es aus medizinisch-psychologisch gesicherter Erkenntnis heraus grundsätzlich wichtig für die Entwicklung eines Kindes ist, auch eine Beziehung zum Vater aufzubauen, wird ein Gericht in der hier vorliegenden Konstellation generell eher dazu neigen, Ihnen den Umgang z.B. alle zwei Wochenenden, zuzusprechen.
Aufgrund der längeren Trennung zwischen Ihnen und Ihrem Sohn kann eine vorherige Anbahnungsphase von z.B. einem halben Jahr im Sinne des Kindes angezeigt sein, in dem der Umgang zunächst etwas seltener stattfindet und dann auf eine den Gegebenheiten angemessene Maß angehoben wird, wohl auch nach Anhörung des Kindes.

5.
Für einen Entzug des Umgangsrechts bedürfte es dagegen einer besonderen Darlegung, warum gerade diese Bestimmung für Entwicklung des Kindes förderlicher sein soll als ein regelmäßiger Umgang.
Niemand darf Ihnen versagen, sich laufend von der Entwicklung und dem Wohlergehen Ihres Sohnes zu überzeugen, eine persönliche Bindung aufzubauen und zu pflegen sowie „dem Liebesbedürfnis beider Teile Rechnung zu tragen“ (Bundesgerichtshof BGH NJW 1969, 422).
Keinesfalls darf es zu einer Entfremdung des Kindes von seinem leiblichen Vater kommen.

Gegen ein Umgangsrecht müssen also schon schwerwiegende vorgetragen werden, die gegen Sie sprechen könnten, z.B. völlige Ungeeignetheit zur Beaufsichtigung von Kindern, grobe Unzuverlässigkeit und dergleichen. Hierfür sowie für eine sonstige Gefährdung des Kindeswohls sehe ich auf der Grundlage Ihrer Schilderung keine Anhaltspunkte.

Allein die Tatsache, dass Ihr Verhältnis zur Mutter zerrüttet ist, und Sie sich ein Jahr lang nicht „gekümmert“ haben, wird nicht die Annahme rechtfertigen, dass der (erneute) Aufbau eines Vater-Sohn-Kontaktes schädlich ist. Anders kann dies in speziellen Konstellationen zu beurteilen sein, wenn ein Kind nachweislich die Trennung seiner Eltern nur durch einen Abbruch des Kontakts verarbeiten kann, hierzu müssten aber schon eine Traumatisierung oder sonst große psychische Nöte des Kindes vorliegen.

6.
Im Normalfall können Sie von einem Umgangsrecht ausgehen, dass Sie in etwa alle zwei Wochenenden (mit Übernachtung) wahrnehmen dürfen. Dies wäre ein mögliches konkretes außergerichtliches Angebot von Ihrer Seite aus. Ihrem Sachvortrag ist auch zu entnehmen, dass Sie anscheinend über die erforderlichen Kapazitäten im Rahmen einer anscheinend stabilen eigenen Beziehung verfügen und auch noch ein weiteres Kind etwa selben Alters wie Ihr eigener Sohn in Ihrem Haushalt lebt, was hier ebenfalls für Sie sprechen kann. Nach Möglichkeit sollten Sie signalisieren, dass Sie bereit und in der Lage sind, eine Regelmäßigkeit des Kontakts gewährleisten zu können.


Ich hoffe, Ihre Fragen verständlich und umfassend beantwortet zu haben, andernfalls können Sie gerne eine Rückfrage stellen.

Gerne übernehme ich auch Ihre Vertretung, wenn dies erforderlich wird und Sie mich hierzu beauftragen möchten.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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