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Umgang - muss ich die Übernachtung des Kindes beim Vater gestatten?

31.05.2008 15:26 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Kind (5 Jahre) entstammt einer Lebensgemeinschaft. Seit mehr als 3 Jahren lebe ich mit meinem Kind vom Vater getrennt. Ich habe das alleinige Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht.
Ich habe damals meinen Lebensgefährten verlassen, weil er trotz seiner ständigen Versprechungen nicht gegen das gehässige Verhalten seiner auch auf dem Grundstück lebenden Familie gegen mich eine mich unterstützende Position einnahm.
Auf meine Initiative hin haben wir uns bei der Trennung das Versprechen gegeben, im Interesse des gemeinsamen Kindes einen freundschaftlichen Umgang zu pflegen. Leider hielt sich der Vater nicht daran. Sein Verhalten über die ganze Trennungszeit ist geprägt von Hass mir und meiner Familie gegenüber, von Unehrlichkeit und vom Bestreben dahingehend, durch intensives Einwirken auf das Kind in der Besuchszeit, Vorraussetzungen zu schaffen, um seine Ambitionen und Interessen umsetzen zu können.
Da wir nur wenige Kilometer entfernt wohnen, habe ich mit dem Vater abgesprochen, dass sein Kind ihn an jedem Wochenende (z. Zt. am Samstag) einen Tag besuchen kann. Dazu holt er das Kind morgens zur festgelegten Zeit von mir ab und bringt es abends nach dem Abendessen zur festgelegten Zeit wieder zurück.
Nun fordert der Vater schon seit geraumer Zeit, dass sein Kind unbedingt bei ihm übernachten soll, was ich aber nicht möchte und wofür es doch auf Grund der geringen Wohnungsentfernung m.E. keine zwingende und plausible Notwendigkeit gibt. Er droht mir nun mit einem Verfahren vor dem Familiengericht.
Ich bin der Auffassung, dass die gegenwärtige Besuchsregelung dem Vater genügend Zeit für die Pflege der Kind-Vaterschaftsbeziehung gibt, ohne dass das Kind unnötigerweise mit Konflikten belastet wird.
Meine Fragen sind:
- reicht die Gewährung des wöchentlichen Besuchstags zur Gewährleistung des Umgangs aus oder gibt es rechtliche oder andere Festlegungen dafür ?,
- muss ich die Übernachtung des Kindes beim Vater gestatten ?,
- ab welchem Kindesalter ist ein gemeinsamer Ferienaufenthalt des Kindes mit dem Vater zu befürworten oder kann eingefordert werden ?.

Mit freundlichen Grüßen


31.05.2008 | 20:38

Antwort

von


(41)
Spöttinger Straße 14 b
86899 Landsberg
Tel: 08191 94 45 45
Web: http://www.basener.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben.

Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden.

Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen.

Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Die gerichtliche Überprüfung von Umgangsregelungen orientiert sich grundsätzlich am Kindeswohl – starre Aussagen können daher nicht gemacht werden, da ggf. jeder Einzelfall vom Gericht gesondert zu bewerten ist.

In einer Umgangsregelung können grundsätzlich alle Rahmenbedingungen des Umgangs geregelt werden. Aus dem Gesetz ergibt sich nicht, wann, wo und wie der Umgang stattzufinden hat. Herauskristallisiert hat sich jedoch, dass schulpflichtige Kinder 14tägig am Wochenende Samstagvormittag bis Sonntagnachmittag beim Umgangsberechtigten verbringen, Kindergartenkinder werden in der Regel nur einen Besuchstag und Kleinkinder nur wenige Stunden an einem Tag beim Berechtigten verbringen. Die Ferien (bei Schulkindern) sind grundsätzlich zwischen den Eltern hälftig aufzuteilen. Die hohen Feiertage (zB Heilig Abend) sollte das Kind bei dem Elternteil verbringen, bei dem es seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Den folgenden Feiertag sollte das Kind beim anderen Elternteil verbringen. Möglich ist es auch für Telefonkontakte Tage mit Uhrzeit des Anrufes in eine Vereinbarung aufzunehmen.

Aus dem Gesetz ergibt sich in § 1684 Abs. 2 BGB eine Wohlverhaltensklausel, wonach die Eltern alles zu unterlassen haben, was das Verhalten des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt und die Erziehung erschwert.

Sollte der Vater des Kindes das Kind während der Aufenthalte bei ihm gegen Sie aufhetzen, kann das natürlich ein Grund sein, um das Umgangsrecht einzuschränken.

Bevor der Vater des Kindes ein gerichtliches Verfahren wegen des Umgangs einleitet, ist er an sich gehalten (aber nicht zwingend verpflichtet), sich mit dem Jugendamt in Verbindung zu setzen. Das Jugendamt würde dann – zumindest ist das hier die Praxis – Sie anschreiben und versuchen, hier ohne Gericht eine Regelung zu finden.

Nach alledem schätze ich die Situation so ein, dass die von Ihnen praktizierte Umgangsregelung für den Moment dem Kindeswohl am meisten entspricht – auf Dauer werden Sie es (wenn nichts Gravierendes vorfällt) jedoch nicht verhindern können, dass Ihr Kind auch mal beim Vater übernachtet. Ihrem Kind steht hier das Recht zu, auch mal samstags abends mit dem Vater etwas zu unternehmen und ihn in seinem Umfeld zu erleben.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Ausführungen für’s erste weiterhelfen – selbstverständlich stehe ich Ihnen auch im Rahmen der Rückfragemöglichkeit weiter zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

Claudia Basener
Rechtsanwältin


Rückfrage vom Fragesteller 02.06.2008 | 11:42

Sehr geehrte Frau Anwältin,

vielen Dank für Ihre schnelle und umfassende Antwort, die mir sehr weiter hilft. Ich werde weiterhin meine sehr tolerante Haltung in der Frage der Umgangsregelung im Interesse des Kindeswohls beibehalten. Ich habe aber jetzt eine bessere Ausgangsposition dafür.

Für ein besseres Verstehen Ihrer Antwort meine Nachfrage: Ich habe Sie so verstanden, dass in der Regel Kindergartenkinder alle 14 Tage einen Tag beim Berechtigten verbringen, die Übernachtung des Kindes und die gemeinsame Urlaubsgestaltung erst mit dem schulpflichtigen Alter relevant wird, liege ich da richtig ?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.06.2008 | 12:49

Vielen Dank für Ihre Nachfrage (und Ihren Anruf).

Kindergartenkinder werden in der Regel den (in Ihrem Fall) Vater eher öfter besuchen und dafür kürzer (also einen Tag jede Woche), ab dem Schulalter dann meist 14tägig mit Übernachtung (sozusagen ein Wochenende bei der Mutter, eines beim Vater).
Übernachtung und gemeinsame Urlaubsgestaltung sollte erst im schulpflichtigen Alter relevant werden, wobei sich hier wie gesagt starre Regeln verbieten.

Auf jeden Fall ist darauf zu drängen, dass das Kind erst regelmäßig beim Vater übernachtet bevor es in einen gemeinsamen Urlaub geht.

Ich hoffe, dass Ihnen dies weiterhilft, gerne können Sie sich noch direkt per Email (oder Telefon) bei mir melden.

Viele Grüße und alles Gute,
Claudia Basener

ANTWORT VON

(41)

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86899 Landsberg
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