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Umgang mit Kind nach Trennung: Berechnung Betreuungsanteil, Zuordnung Modell

| 13.11.2018 13:20 |
Preis: 65,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Betreuung eines 5-jährigen Kindes durch den Vater nach Trennung der Eltern:

Woche 1…

Montag – Vater holt das Kind aus der Kita ab und übergibt es am Abend an die Mutter
Donnerstag – Übergabe an den Vater noch vor (!) Kitabeginn, Betreuung bis Montag in Woche 2 durch den Vater

Woche 2…

Montag – Ab Kitabeginn Ende der Betreuung aus Woche 1 (seit Donnerstag)
Donnerstag – Abholung aus der Kita durch den Vater mit einer anschließenden Übernachtung

Ferienzeiten, Krankheitsbetreuung, Arzttermine, Elternabende usw. werden geteilt bzw. gemeinsam oder nach Erfordernis übernommen.

Vater und Mutter arbeiten und verdienen nahezu gleich viel – haben damit grundsätzlich auch gleich viel (bzw. wenig) Zeit. Ein paritätisches Wechselmodell mit beispielsweise wöchentlichem Wechsel wird von der Mutter abgelehnt. Diskussionen um die zukünftige "Finanzierung" der Betreuung bahnen sich an.

Frage 1: Welcher Betreuungsanteil in „%" ergibt sich für den Vater aus diesem Modell? Zählen also allein die Nächte außerhalb der Ferien (damit „nur" 5/14 = 35,7 %), trotz der Nachmittagsbetreuung am Montag von „Woche 1" und der Übergabe am Donnerstag in „Woche 1" bereits vor der Kita-Öffnung?

Frage 2: Wie sind Tage mit „Mischbetreuung" allgemein zu werten? Konkret: Das Kind übernachtet beim Vater, er bringt es zur Kita. Die Mutter holt das Kind aus der Kita ab und es übernachtet bei ihr.

Frage 3: Handelt es sich insgesamt noch um ein Residenzmodell „mit erweitertem Umgang" bzw. ein „unechtes" Wechselmodell? Ist also die DT bei der Berechnung des Barunterhalts nachwievor maßgebend, ggf. um einie Stufen reduziert?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Frage 1: Welcher Betreuungsanteil in „%" ergibt sich für den Vater aus diesem Modell? Zählen also allein die Nächte außerhalb der Ferien (damit „nur" 5/14 = 35,7 %), trotz der Nachmittagsbetreuung am Montag von „Woche 1" und der Übergabe am Donnerstag in „Woche 1" bereits vor der Kita-Öffnung?

Es gibt unterschiedliche Berechnungsansätze.

Einheitlich ist aber, dass die Kitazeiten nicht einberechnet werden.

Man würde ansonsten tageweise oder stundenweise rechnen.

Woche 1: Montag, Donnerstag, Freitag, Samstag Sonntag = 5 Tage

Woche 2: Montag, Donnerstag, Freitag = 3 Tage

Woche 3: Montag, Donnerstag, Freitag, Samstag Sonntag = 5 Tage

Woche 4: Montag, Donnerstag, Freitag = 3 Tage

Im Schnitt wären das nach der Berechnung nach Tagen dann 16 Tage von 30 Tagen im Monat.

Im Zweifel würde man aber wohl den Montag jeweils rauslassen, wenn Sie das Kind „nur" in die Kita bringen; ebenso den Freitag in Woche 2 und 4.

Dann fielen 4 Tage weg und man wäre bei 12 von 30 Tagen.

Frage 2: Wie sind Tage mit „Mischbetreuung" allgemein zu werten? Konkret: Das Kind übernachtet beim Vater, er bringt es zur Kita. Die Mutter holt das Kind aus der Kita ab und es übernachtet bei ihr.

Hier müsste man dann stundenweise rechnen.

Sie könnten eine Tabelle erstellen und die beiden Wochen mit den Tagen und Stunden entsprechend eintragen.

Frage 3: Handelt es sich insgesamt noch um ein Residenzmodell „mit erweitertem Umgang" bzw. ein „unechtes" Wechselmodell? Ist also die DT bei der Berechnung des Barunterhalts nachwievor maßgebend, ggf. um einie Stufen reduziert?

Viele Gerichte sehen das Wechselmodell nicht mehr streng bei 50 zu 50, sondern lassen auch Abweichungen von 46 zu 54 zu.

Man hat in Ihrem Fall zumindest erhöhten Umgang, sodass eine Reduzierung des Unterhalts in Betracht zu ziehen ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 13.11.2018 | 17:57

Guten Abend und vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Im Ergebnis gehe ich davon aus, dass nach Ihrer Einschätzung in meinem Fall ein Beteruungsanteil von ca. 53 % bis ca. 40 % vorliegen könnte, je nach Rechenansatz. Ferienzeiten nicht eingerechnet. Genau das "entscheidende Fenster" ist damit ja leider weiter offen. Die 53 % sind sicher unrealistisch.

Sie schreiben "Im Zweifel würde man aber wohl den Montag jeweils rauslassen, wenn Sie das Kind „nur" in die Kita bringen; ebenso den Freitag in Woche 2 und 4."

Hierzu eine Frage: An diesen Tagen schläft das Kind beim Vater und wird gegen 8:00 in die Kita gebracht. Die Mutter holt es gegen 16:00 Uhr ab. Also beträgt die Betreuung/Verantwortung im Prinzip: 8 h Vater, 8 h Kita und 8 h Mutter. Dennoch würden die Familiengerichte diese Tage zu 100 % der Mutter "zuordnen"? Der maßgebende Betreuungsanteil wäre dann ja allein über die Zeitpunkte definiert, an denen das Kind aufwacht und einschläft. Bzw. allein über die Annahme, dass Nachmittage wichtiger sind als Vormittage. Das klingt etwas willkürlich - oder habe ich Sie in diesem Punkt falsch verstanden?

Beste Grüße!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.11.2018 | 21:20


Das Problem ist, dass die Rechtsprechung nicht einheitlich ist. Das OLG Thüringen z.B. bewertet die Betreuungszeiten in der Kita nicht. Wenn der Tag so aufgeteilt ist, muss man im Ergebnis nach Stunden rechnen, sodass jedem Elternteil für diesen Tag dann anteilig 8 h zugerechnet werden können. Ganz willkürlich ist es also nicht, aber derzeit leider noch uneinheitlich gehandhabt in der Rechtsprechung.

Bewertung des Fragestellers 15.11.2018 | 10:48

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"...grundsätzlich wären konkretere Antworten auf die Fragestellungen, zum Beispiel die Anrechnung von Ferienzeiten, schöner gewesen: Aber das Grundproblem liegt hier sicher auch darin, dass die Gerichte offensichtlich keinerlei eindeutige Linie haben."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 15.11.2018 4,6/5,0
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