Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Umgang eines im Ausland lebenden Vaters mit Kleinstkind

| 19.07.2015 20:15 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Umgang wenn der Unterhaltsberechtigte im Ausland lebt.

Hallo,
Mein Ehemann und ich haben uns vor der Geburt unserer gemeinsamen Tochter getrennt. Gleichfalls vor der Geburt hat er seinen Wohnsitz zurück in seine Heimatstadt, Tel Aviv, verlegt. Nur falls dies relevant sein sollte: Er behauptet, die Wohnsitzverlegung wäre aus gesundheitlichen Gründen zwangsläufig gewesen.
Während der Schwangerschaft hatte er keinerlei Interesse am Kind, sondern hat es sogar abgelehnt. Mit der Geburt hat sich das jedoch grundlegend geändert. Er besteht nun darauf, einen ebenso großen Anspruch auf das Kind zu haben wie ich, bei der die Kleine, die mittlerweile drei Monate alt ist, lebt.
Nun das Problem: Mein Noch-Ehemann reist alle paar Wochen in unregelmäßigen Abständen an (abhängig vom Flugpreis). Er meint, er hätte während dieser Deutschlandaufenthalte von drei bis fünf Tagen das Recht, unser Kind jederzeit und beliebig lange zu sehen. Hierbei hält er es nicht mal für nötig, den Zeitpunkt und die Dauer seines Aufenthalts mit mir abzusprechen, sondern stellt mich hier regelmäßig vor vollendete Tatsachen.
Ich hätte nichts gegen eine "normale" Umgangsregelung wie sie für Eltern, die am selben Ort leben, üblich ist. Doch mit der "geballten Anwesenheit" alle paar Wochen bin ich nicht einverstanden: Wenn er bis zu fünf Tagen am Stück zu Besuch kommt, ist es für mich nicht möglich, meinen normalen Alltag aufrecht zu erhalten, da meine Tochter wegen der großen Abstände zwischen den Besuchen keine Beziehung zu ihrem Vater aufbauen kann und ich als Bezugsperson von daher anwesend sein möchte. Noch schwerer wiegt aber: Auch für das Kind ist es eine große Belastung, wenn ein ihr Fremder plötzlich über Stunden ihre Aufmerksamkeit fordert - und dann nach einigen Tagen wieder verschwindet. Gerade kleine Kinder brauchen doch Regelmäßigkeiten!
Aus diesem Grund habe ich nun Folgendes von meinem Mann gefordert: Zum einen soll der die Aufenthalte mit mir abzustimmen. Zweitens möchte ich seinen Umgang während dieser Aufenthalte beschränken: Ich fände es gerade noch akzeptabel, wenn er drei Tage hintereinander für jeweils zwei Stunden käme. Dies aber auch nur, wenn der Abstand zwischen seinen Besuchen jeweils einen Monat beträgt. Mein Mann ist damit nicht einverstanden. Er möchte nun über ein Gericht sein vermeintliches Recht einklagen, das Kind während der sporadischen und unregelmäßigen Deutschlandbesuche täglich und über viele Stunden zu sehen. Er weigert sich auch, Besuche vorab mit mir abzusprechen.
Mich interessiert nun, welche Form und welches Maß an Umgang in Fällen wie unserem üblich sind. Hat mein Mann Chancen, dass das Gerichtsurteil zu seinen Gunsten ausfällt?
Beste Grüße!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihr Ansatz ist völlig richtig. Da Sie mit Ihrem Kind hier leben müsste Ihr Mann den Umgang in Deutschland gerichtlich geltend machen. In der Praxis der Gerichtsverfahren wird in der Tat auf Regelmäßigkeit und Konstanz geachtet. Der Umgangsberechtigte kann nicht kommen wann und wie er will, abhängig von äußeren Umständen wie den Flugpreisen. Sie können natürlich verlangen das ein fester Turnus vereinbart wird weil Sie und das Kind auch eine Planbarkeit benötigen und weil auch ein regelmäßiger Rhythmus gerade für sehr kleine Kinder wichtig ist. Bei Kleinkindern und wie hier Babys neigt man dazu die Umgänge eher kurz dafür aber häufiger einzuräumen weil so eher der Aufbau einer Beziehung gefördert wird und weil längere Umgänge auch die Kinder überfordern. Drei Tage am Stück für je zwei Stunden wäre absolut vernünftig, im Normalfall würde man dann aber eher alle 2 Wochen oder alle 3 Wochen den Umgang vorsehen. Es gibt hier aber keine ganz fixe Größe, es kommt immer auch auf die Umstände des Einzelfalles an.

Der Wunsch des Vaters hätte jedenfalls keine Aussicht vor Gericht, er hat kein Recht das Kind beliebig lange zu sehen wenn er in Deutschland ist. Natürlich muss man immer berücksichtigen das der Vater extra für den Umgang anreist. Letztlich kommt es darauf an einen festen Turnus zu vereinbaren, wie etwa alle 3 Wochen Freitags, Samstags und Sonntags von 9:00 Uhr bis 11:00 Uhr oder ähnlich. In dieser Richtung würde auch ein Gericht entscheiden. Besser als ein Beschluss ist aber spätestens vor Gericht eine Elternvereinbarung zum Umgang. Die meisten Verfahren enden mit einer Vereinbarung, die dann auch verbindlich ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familien- und Arbeitsrecht


Bewertung des Fragestellers 21.07.2015 | 19:45

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen herzlichen Dank! Die Antwort war präzise und gut - genau, wie ich sie mir erhofft hatte. Einziges Manko: Die Rechtschreibung des Anwalts, aber eigentlich war sie mir in diesem Fall herzlich egal, denn auf die Informationen kommt es schließlich an. "
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 21.07.2015 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70134 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Ich wollte eine grobe und unabhängige Meinung zum ausgestellen Arbeitszeugnis, dass ich erhalten habe. Die Hinweise und Bewertung ist für mich absolut nachvollziehbar. Die Empfehlung keine weiteren rechtlichen Schritte einzugehen ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke für die hervorragende Antwort und Beratung, die in diesem Rahmen möglich ist. Sie war sehr ausführlich, verständlich und prompt. Wäre die Anwältin in meiner Nähe, wäre ich sofort ihre Mandantin. Für alle Bewertungen sehr ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage direkt und verständlich beantwortet. ...
FRAGESTELLER