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Umgang bei 8 Monate alten Baby

10. Juli 2022 21:39 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo zusammen,

Unsere Tochter 8 Monate geht nach Einigung beim Jugendamt 2 mal die Woche für einen Tag zum Vater. Die Uhrzeiten wurden auf ihre damaligen Schlafenszeiten angepasst. Nun ist sie dabei diese anzupassen (ist ja normal bei Babys). Daher habe ich ihn drum gebeten sie eine Stunde früher zu holen und eine Stunde früher wieder zu bringen. Darauf ging er nicht ein mit der Aussage „Kinder schlafen wann sie schlafen". Er bringt ihren Tagesablauf damit komplett durcheinander und den braucht sie. Man merkt es ihr abends direkt an, wenn sie dort war.
Meine Fragen nun:

1. Kann ich die ausgemachten Uhrzeiten vom Jugendamt einfach so anpassen? Er hat ja weiterhin die gleiche Stundenzahl.
2. Seine Umgangstage können nur ein Monat im voraus aufgrund seines Jobs geplant werden. Muss ich auf seine Vorschläge eingehen? Habe Tage dabei wo es einfach nicht passt oder Zuviel hintereinander ist, sodass danach größere Lücken entstehen. Zudem hat man eventuell auch schon Planungen für den Tag. Er sagt dann er kann an den anderen Tagen nicht und es ginge aufgrund des Jobs nicht. Aber muss ich mich da immer nach ihm richten und auf seine Tage warten?
3. Er hat oftmals beim Autofahren sein Handy in der Hand. Ich habe ihn drum gebeten das sein zu lassen, wenn er unser Kind im Auto hat. Er lässt es aber nicht. Habe Angst. Kann ich da was tun?
4. Er möchte jetzt schon Übernachtungen. Die Dame vom Jugendamt hat dem auch zugesprochen. Das verstehe ich nicht, da ich eine so lange Trennung bei einem Baby nicht befürworte und das auch schon oft gelesen habe. Vorallem war sie erst 3 komplette Tage bei ihm und kannte seine Wohnung etc. vorher nicht.

Vielen Dank

10. Juli 2022 | 22:52

Antwort

von


(415)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sie können die ausgemachten Uhrzeiten vom Jugendamt nicht einfach so anpassen, auch wenn die gleiche Stundenzahl erreicht wird.

Aber Sie können mit Ihren guten Argumenten ja eine neue Vereinbarung anregen.

Erst wenn das nicht klappt passen Sie an, und dann wird ggf. das Familiengericht entscheiden.

2. Auch wenn seine Umgangstage aufgrund seines Jobs nur ein Monat im voraus geplant werden können, müssen Sie nicht seine Vorschläge akzeptieren. Auch Sie haben Anspruch darauf, dass Tage an denen es bei Ihnen nicht passt berücksichtigt werden.

Und die Zeiten sollten regelmäßig sein, nicht zuviel oder zu eng und nicht zu große Lücken.

Ihre Planungen sollten Sie einbringen.

3. Wenn er beim Autofahren sein Handy in der Hand hält und zeigen Sie ihn an. Jedesmal 100€ und 1 Punkt im Fahreignungsregister.

Das gibt viel Ärger, aber er wird es lassen. Aber Sie dürfen keine falschen Anzeigen machen, d.h. nur Verstöße, die Sie gesehen haben. Dann mit Ort und genauer Zeit und Fahrtrichtung.

Sonst können Sie nichts tun, da Bitten und Mahnen offensichtlich nichts hilft.

4. Die Frage der Übernachtungen wird bei Säuglingen oftmals kritisch gesehen, insbesondere wenn die Mutter noch stillt.

Die Frau vom Jugendamt überrascht, wenn sie dem zugesprochen hat.


Aber es gibt auch Rechtsprechung zu diesem Thema:

1. Eine Umgangsregelung ohne Übernachtung hält sich jedenfalls solange noch im Rahmen des durch § 1684 Abs.1 BGB dem Richter eröffneten Ausgestaltungsspielraums - und ist daher keine Umgangseinschränkung im Sinne des § 1684 Abs.4 BGB -, wie dadurch nicht aufgrund großer Entfernung zwischen den Wohnorten des Umgangsberechtigten und des Kindes eine faktische Umgangseinschränkung entsteht.

Allerdings bedarf der Ausschluss von Übernachtungen auch bei geringer Distanz dieser Wohnorte besonderer Rechtfertigung, weil Übernachtungen des Kindes beim umgangsberechtigten Elternteil in der Regel dem Kindeswohl entsprechen.

2. Das bloße Alter eines Kindes ist kein maßgebliches Kriterium, das für die Frage der Anordnung von Übernachtungskontakten herangezogen werden kann.

[Saarländisches Oberlandesgericht, Beschl. v. 23.01.2013 (6 UF 20/13)].


Daher haben Sie Recht, wenn Sie die Auffassung des Jugendamts in Frage stellen. Die sinnvolle Dauer einer Trennung kann ich bei einem Baby zwar nicht einschätzten. Aber ich stimme Ihrer Einschätzung zu.

Tragen Sie Ihre Argumente und Bedenken vor.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

ANTWORT VON

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