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Umgang, Wechselmodell


24.10.2017 10:58 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin



Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

wir sind und leben seit 1 Jahr getrennt. Wir haben 3 Kinder, Junge 15, Junge 11, Tochter 7.
Wir haben notariell einen Trennungsvertrag geschlossen indem festgelegt wurde, dass wir das Wechselmodell ausüben (u.a.).
Das Kindergeld erhält meine Noch-Frau.

Nun ist es so, dass mein mittlerer Sohn nicht zur Mutter möchte, er möchte bei mir bleiben.
Alle versuche gestern Abend, auch von mir uns meiner Noch-Frau unseren 11-jährigen dazu zu bewegen den Wechsel für eine Woche bei der Mutter zu verbringen scheiterten. Er will nicht. Es ging soweit, dass er weinte.

Meine Noch-Frau macht mir natürlich Vorwürfe, es ist meine Schuld, ich entfremde ihr das Kind und weil Sie aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen sei.

Sollen wir das Kind raustragen? Zwingen? Alle Versuche haben nicht gefruchtet.
Unser Sohn möchte hier im Haus bei mir bleiben. Bei den anderen Kindern funktioniert es.

Ich bin wirklich ratlos...

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Auch wenn Sie das Wechselmodell vertraglich vereinbart haben, kann und sollte es nicht gegen den Willen der Kinder umgesetzt werden.

Wenn der Junge nicht zur Mutter möchte, sollte man ihn nicht zwingen.

Vielleicht lässt er sich zumindest überreden, erstmal am Wochenende zu Besuch zur Kindesmutter zu gehen.

Parallel sollten Sie sich aber auch an das Jugendamt wenden, um dort Hilfe einzuholen, wie man den Kontakt zwischen dem Jungen und seiner Mutter weiter fördern kann ohne sich den Vorwürfen der Kindesmutter ausgesetzt zu sehen.

Sie machen aktuell aber nichts falsch, wenn Sie de Jungen nicht zum wöchentlichen Wechsel zwingen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 24.10.2017 | 13:33

Vielen Dank für ihre beruhigenden Worte.
Kann denn ein 11-jähriger also demnach nicht gezwungen werden...kann er denn z.B. in Verantwortung vor dem Jugendamt seinen Willen äußern, auch wenn die Kindsmutter dem widerspricht und sagt er braucht seine Mutter? Der Umgang soll ja keineswegs in Frage gestellt werden, aber Aussagen wie: "Ich hab Dir ein Zimmer eingerichtet, also kommst Du, wir Eltern haben das so vereinbart!" und das Kind weint, auch in der Schule?! Das kann ja nicht zu seinem Wohle sein. Und solche Vorwürfe wie, ich würde Schlupflöcher anbieten, dem kann das Jugendamt doch im Gespräch mit dem Jungen auf die Schliche kommen, so denke ich. Die Vorwürfe sind unverschämt und haltlos.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.10.2017 | 13:36

Der Kindeswillen ist natürlich nicht allein ausschlaggebend, aber dennoch nicht außer Acht zu lassen.

Wenn der Junge frei und autonom äußert, nicht im Wechselmodell leben zu wollen, sondern bei Ihnen und die Mutter nur besuchen zu wollen, dann ist das auch bindend.

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