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Umbuchung Urlaubshotel wegen Überbuchung - meine Rechte

31.05.2019 15:19 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


10:12

Wir haben für diesen Sommer ein Hotel in Griechenland gebucht. Und zwar nur das Hotel, ohne Flug, Transfer etc.. ; alledings bei einem grossen deutschen Urlaubsunternehmen, welches vor allem für Pauschalreisen bekannt ist. Wir organisieren die Hinreise inkl. Transfer selbst.

Wir haben nun im Nachhineien im Internet gelesen, dass das Hotel gerne überbucht ist, und man dann auf (minderwertigere) Hotels in der Umgebung verteilt wird. Dies möchten wir unbedingt verhindern, zumal wir mit 2 Erwachsenen, 2 Kleinkindern und einem Baby anreisen, und dies extrem Nerven kosten würde. Das andere Hotel hätte auch sicher keinen Wasserrutschenpark, Schwimmkurs, Kinderanimation, Familiensuites etc.

Nun würde mich im Vorhinein die rechtliche Lage interessieren, falls es uns am Anreiseabend wirklich erwischt:

1. Ich gehe davon aus, dass ich einen Beherbungsvertrag habe, und keinen Pauschalreisevertrag. Mir wurden autmatisch AGBs etc. zu einem Pauschalreisevertrag zugesendet. Mit wem habe ich diesen Vertrag, mit dem Veranstalter oder mit den Hotel vor Ort?

2.Kann ich damit drohen, den Urlaub abzubrechen und mit Linienflug nach Hause zu reisen? Schadensersatz?

3.Kann ich damit drohen, mir eine anderen, gleichwertige Unterkunft zu suchen und die Preisdiffernez erstattet zu bekommen?

4.Stellt das routinemässige absichtliche Überbuchen, um unattraktive Hotels in der Umgebung zu füllen, die zum gleichen Hotelier oder Reiseanbieter gehören, nicht letzlich einen Betrugs-Strafbestand dar?

Danke!

31.05.2019 | 16:36

Antwort

von


(604)
Saalestraße 20
63667 Nidda
Tel: 06043 801 59 60
Web: http://ra-krueckemeyer.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

1. Ihrer Schilderung nach haben Sie den Vertrag mit dem Hotel geschlossen. Der Veranstalter ist nur als Vermittler aufgetreten.

2. Zur Klarstellung: Sie können Ansprüche erst geltend machen wenn auch tatsächlich ein Mangel vorliegt. Sie können also nicht bereits jetzt Ansprüche geltend machen. (Da haben Sie nicht nach gefragt aber sicherheitshalber sei es erwähnt.)
Ein Mangel liegt vor zugesicherte Eigenschaften (wie beispielsweise die Kinderbetreuung) nicht vorliegen. In diesem Fall haben Sie von Gesetzes wegen einen Anspruch auf Minderung des Preises. Die Höhe ist vom Einzelfall abhängig. Bei fehlender Kinderbetreuung trotz Zusage können beispielsweise 5 - 10 % des Preises gemindert werden. Eine Kündigung des Vertrages (und der Heimflug) sind nur dann möglich wenn es sich um unzumutbare Umstände handelt. Dies ist dann der Fall wenn Ihnen der Gebrauch der Mietsache ganz oderteilweise entzogen wird UND keine Ausweichmöglichkeit besteht. Dies ist wirklich nur sehr selten der Fall.

3. Nein. Die Minderung wegen Mangels ist die einzige Waffe die Ihnen der Gesetzgeber an die Hand gegeben hat. (Vor Ort hat sich allerdings immer wieder erwiesen, dass für den lautesten oft doch noch ein Plätzchen frei ist, das ist traurig aber wohl die Realität. Allerdings fliegt der lauteste oftmals auch direkt raus. Es gilt also ein Mindestmaß an Anstand zu bewahren, wie jedem vernünftigem Menschen klar sein dürfte).

4. Die Überbuchung eines Hotels ist absolutes Standard Vorgehen. Nicht nur in Urlaubsressorts sondern auch in deutschen Messestädten. In aller Regel kommt das aber nicht zum Tragen da etwa 20 % aller gebuchten Gäste kurzfristig abspringen oder aus anderen Gründen einfach nicht auftauchen.

Mein Tipp: Lassen Sie sich den Urlaub nicht schon im Voraus verderben weil einige sich in den Bewertungen Luft gemacht haben. Es bleibt ein Ausnahmefall, dass Hotels Touristen abweisen müssen.
Versuchen Sie (falls es Sie trifft) vor Ort das Beste daraus zu machen und sich den Urlaub nicht verderben zu lassen. Da es sich um einen Beherbergungsvertrag handelt ist entscheidend das Recht vor Ort, also griechisches Recht. In den Touristenhochburgen werden Sie daher auch schnell einen deutschsprachigen, in Griechenland zugelassenen Kollegen finden. Dieser hat dann auch die nötige Erfahrung Ihnen schnell weiterzuhelfen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten rechtlichen Überblick verschaffen. Sollten Rückfragen bestehen nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

P.S. Ich wünsche einen erholsamen Urlaub.


Rückfrage vom Fragesteller 02.06.2019 | 09:57

Wenn die rechtliche Situation tatsächlich so ist, wie sie es darstellen, ist das sehr unbefriedigend. Die Rechtslage ist dann sehr asymmetrisch zu Lasten des Verbrauchers. Autovergleich: Ich bestelle eine Mercedes C-Klasse, bekomme aber einen Honda Accord mit ähnlicher Ausstatttung geliefert. Weil es sich ebenfalls um ein zumutbares Auto der Mittelklasse handelt, muss ich dies dann akzeptieren, und darf den Preis um 5% mindern. Hier haben dann die Lobbyverbände der Reiseindustrie fantastisches geleistet. Die Hoteliers können praktisch ohne Risiko damit massive Überbuchungen machen.

Die Masche wird wohl zunehmend ausgenutzt, um die Touristen mit A-Klasse Hotels mit tollem Internetauftritt und 98% Weiterempfehlungsrate zu ködern, und dann in weniger attraktive B-Klasse Hotel mit formal gleichwertiger Austattung umzuverlegen. Klar, wenn es praktische keine Sanktion dafür gibt, würde ich das vermutlich als Hotelier ähnlich machen.

Allerdings erkenne ich hinter dem Verhalten, wenn es das übliche Ausmass überschreitet, tatsächlich unredliche Absichten, und würde sowohl den deutschen Vermittler wie den den griechischen Hotelier, die mir wissentlich Zimmer verkauft haben, welche nicht vorhanden waren, des Betrugs anzeigen. Mal schauen, was dann passiert. Die paar Prozent Minderung, die ich dann noch mit Anwalt durchsetzen soll, kann man sich auch in die Haare schmieren.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.06.2019 | 10:12

Sehr geehrter Fragesteller,

Die Anzeige wegen Betruges bleibt Ihnen natürlich unbenommen.

Mit Ihrem Auto-Vergleich haben Sie vollkommen Recht.
Der Unterschied wird von der Rechtsprechung darin gesehen, dass es beim Auto tatsächlich um dieses konkrete Auto geht, beim Hotel aber um die Leistungen und die zugesicherten Eigenschaften. (Meerblick, Vollpension). Der Urlaub wird in den Vordergrund gerückt. Die Leistungen können eben auch durch ein anderes Hotel erbracht werden. So jedenfalls der BGH.

Sollten Rückfragen bestehen, können Sie mich via E-Mail kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

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