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Umbaukosten absetzen; Erwerbstätiges & behindertes Kind im Haus der Eltern?

| 06.03.2015 18:07 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: § 33 EStG
Außergewöhnliche Belastungen

Ein erwerbstätiges, volljähriges, behindertes Kind (GdB 80 & G) lebt im mietfrei im Haus der Eltern (Rentner).
Auf Grund der Behinderung des Kindes musste die Haustüre mit einem Motorschloss und Fingerprint Türöffner umgerüstet werden.

Wer kann die Rechnung des Umbaus von seiner Steuererklärung absetzen (die Rechnung ist auf den Namen der Eltern ausgestellt)?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
1. Eltern:
1.1.Da Sie keine Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung erzielen, können Sie die Umbaukosten nicht als Werbungskosten absetzen.
1.2. In Betracht kommt der Abzug als außergewöhnliche Belastung (aus rechtlichen oder sittlichen Gründen).
§ 33 EStG
Außergewöhnliche Belastungen
„(1) Erwachsen einem Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands (außergewöhnliche Belastung), so wird auf Antrag die Einkommensteuer dadurch ermäßigt, dass der Teil der Aufwendungen, der die dem Steuerpflichtigen zumutbare Belastung (Absatz 3) übersteigt, vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen wird.
(2) Aufwendungen erwachsen dem Steuerpflichtigen zwangsläufig, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen kann und soweit die Aufwendungen den Umständen nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht übersteigen".
Die rechtlichen Gründe sind anzunehmen, wenn Sie gegenüber Ihren Sohn unterhaltspflichtig wären, BFH • Urteil vom 30. Oktober 2008 • Az. III R 97/06. Ob das der Fall ist, weiß ich nicht.
Die Aufwendungen aus sittlichen Gründe sind die, die ein Steuerpflichtiger aus einer anständigen und sittlich anzuerkennenden Gesinnung macht . Sie wären z.B. anzunehmen, wenn Sie die Kosten bezahlt haben, die sonst nicht aufzubringen wären. Es ist immer eine Einzelfallbetrachtung, BFH-Urteil vom 2.3.1984 (VI R 158/80).

2. Ihr Sohn:
Ihr Sohn könnte die Kosten auf 3 Wegen absetzen:
1. als außergewöhnliche Belastung § 33 EStG
2. als Behinderten-Pauschbetrag nach § 33b EStG
3. als Handwerkerkosten , § 35a EStG
Welcher Weg der Günstigste ist, muss man vorher berechnen (lassen).
Problematisch ist allerdings, dass die Rechnung auf Ihren Namen ausgestellt ist. Denn das ist ein Indiz, dass nicht er, sondern Sie die Kosten bezahlt haben m.d.F., dass ihm die Aufwendungen nicht entstanden sind und er daher sie nicht absetzen kann. Dieses Problem wäre einfach zu beheben, wenn er vortragen würde, er habe die Kosten Ihnen erstattet (1)oder wenn die Baufirma die Rechnung insoweit korrigiert (2). Im 1. Fall erkennt das FA Werbungskosten des Steuerpflichtigen, wenn sie auf einem von einem Dritten im eigenen Namen, aber im Interesse des Steuerpflichtigen abgeschlossenen Werkvertrag beruhen, die Rechnung auf einen Dritten lautet und der Steuerpflichtige oder der Dritte diese Rechnung zahlt, Bundesfinanzhof, Urteil vom 15.01.2008, Aktenzeichen IX R 45/07
Hier ist der Text:
http://www.zwangsversteigerung-rechtsanwalt-muenchen.de/urteile-zu-zwangsversteigerungen/231-wer-kann-was-absetzen-wenn-ein-anderer-zahlt.

Falls Sie weder 1 noch 2 herbeiführen können, wäre die einzige Möglichkeit die Kosten mit entsprechender Erläuterung in Ihrer Steuererklärung geltend zu machen und darauf hoffen, dass Sie anerkannt werden.








Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 06.03.2015 | 19:54

Kann der Sohn die Kosten von der Steuer absetzen auch wenn er weder Eigentümer des Haus ist, noch Miete bezahlt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.03.2015 | 22:06

ja, selbstverständlich. Es handelt sich insbesondere nicht um Werbungskosten. Nur Werbungskosten müssen im Zusammenhang mit Einnahmen stehen, §9 EStG.

Bewertung des Fragestellers 06.03.2015 | 22:16

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