Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Umbau


04.05.2007 15:14 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Seit mehr als 2 Jahren wird in meinem Haus vom Vermieter der Speicher und eine darunterliegende Wohnung in eine Maisonettewohnung umgebaut. Es wird mal mehr, mal weniger regelmäßig jeden Tag, teilweise auch am Wochenende oder Feiertags gearbeitet. Grundsätzlich wird gegen 8 oder 9 Uhr angefangen und teilweise bis abends nach 20 Uhr. Da das ganze Haus sehr hellhörig ist, hört man jeden Schritt und jede Stecknadel, die fällt. Seit ein paar Wochen wird auch manchmal sonntags den ganzen Tag gearbeitet. Als ich den Vermieter darauf aufmerksam gemacht habe und mit einer Mietminderung "gedroht" habe, meinte er nur, das würde ja alles gar nicht stimmen, was ich behaupte. Im Haus wohnen sonst nur 2 ältere Damen und eine Familie mit Kleinkind, die den Mund nicht aufmachen. Ich weiss langsam nicht mehr, was ich machen soll, aber ich bin mit den Nerven am Ende, da der Vermieter auch keine Anstalten macht, uns mitzuteilen, wann er fertig ist. Muss man das alles so hinnehmen?
04.05.2007 | 15:48

Antwort

von


344 Bewertungen
Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: www.rechthilfreich.de
E-Mail:
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

Die Mietpreisminderung scheint hier tatsächlich das richtige Mittel der Wahl, da der Eigentümer unter Beachtung der allgemein üblichen Ruhezeiten Speicher und Wohnung umbauen darf, dies jedoch zwangsläufig mit einer Belästigung der Mieter im Haus einhergeht.

Sie sollten ab sofort die Lärmbelästigungen nach Zeit und Intensität in einem Lärmtagebuch festhalten und nach Möglichkeit von Freunden, Bekannten oder auch Mitbewohnern gegenzeichnen lassen, damit Sie für den Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung ein Beweismittel in Händen halten.

Zunächst sollten Sie die Belästigung(en) nochmals und zwar diesmal schriftlich per Einschreiben mit Rückschein anzeigen und zugleich die Durchführung der Minderung ankündigen.

Problematisch könnte in diesem Zusammenhang jedoch werden, dass Sie über einen sehr langen Zeitraum ( 2 Jahre ) nichts unternommen haben und eben auch die Miete in voller Höhe weiter bezahlt haben. Sollte sich der Vermieter hierauf berufen wollen, so könnten Sie argumentieren, dass Sie zunächst angenommen haben, dass die Bauarbeiten sich nicht länger als ein gutes Jahr hinziehen werden und Sie aus Kulanz und im Vertrauen auf ein friedvolles Mietverhältnis keine rechtlichen Schritte eingeleitet haben.

In jedem Fall sehe ich akuten Handlungsbedarf, zumal Sie mit den " Nerven am Ende " sind.

Fraglich ist, wie hoch eine angemessene Minderung anzusetzen ist.

Dies hängt von der Intensität der Belästigungen ab und kann naturgemäß aus der Ferne kaum beurteilt werden. Zu überlegen ist auch, ob Sie für die Vergangenheit eine Minderung in Ansatz bringen wollen. Rechtlich ist ein solches Vorgehen jedenfalls grundsätzlich zulässig, wobei Sie jedoch - wie bereits erwähnt - Gefahr laufen, dass Sie wegen des langen Zuwartens Ihre Rechte verwirkt haben.

Der Vollständigkeit halber weise ich Sie darauf hin, dass der Minderungsbetrag aus der Bruttomiete errechnet wir und dass im Falle einer streitigen Auseinandersetzung zur Minderung die Gefahr des Ausspruchs einer fristlosen Kündigung besteht, weil der Vermieter einen Kündigungsgrund hat, wenn der Mieter mit mehr als einer Monatsmiete in Mietrückstand kommt.

Die Frage, ob Sie zu Recht gemindert haben oder mit Zahlungen in Rückstand gekommen sind, könnte also Streitgegenstand eines Kündigungsschutzprozesses werden, was natürlich mit einem Kostenrisiko für beide Parteien einherginge.

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Bedarf können Sie die kostenfreie Nachfragefunktion gerne nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Jur. M. Kohberger
Rechtsanwalt
-----------------------
Austr. 9 1/2
89 407 Dillingen a.d. Donau
Tel.: 09071/2658
eMail: kohberger@freenet.de
Info: www.anwaltkohberger.de


Rechtsanwalt Michael Kohberger

Nachfrage vom Fragesteller 04.05.2007 | 16:06

Vielen Dank für die schnelle Antwort!!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.05.2007 | 16:24

Gern geschehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Jur.M.Kohberger
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

344 Bewertungen

Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: www.rechthilfreich.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht (Arbeiter und Angestellte), Mietrecht, Straßenverkehrsrecht, Strafrecht, Internet und Computerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER