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Uhrheberrecht


03.03.2005 20:44 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrter Anwalt,

ich möchte gerne ein Buch in kleinst Auflage drucken lassen. Im Laufe der Jahre sammelten sich sehr viele Fotos und Bilder an.

Zum Beispiel habe ich auf Flohmärkten alte Bilder gefunden. Diese sind überwiegend Fotos von Dingen, die ich auch sammle. Auch habe ich mit bekannten Sammlern Bilder ausgetauscht. jetzt ist es bei vielen Bildern so, dass ich nicht weiß, wer ein Urheberrecht daran hat und die Bilder aber trotzdem gerne verwenden möchte. leider sehe ich aber besonder bei den "Flohmarkt Bildern" keine Möglichkeit den Urheber in Erfahrung zu bringen.

Das Buch, dass ich drucken lassen möchte hat keine kommerziellen Hintergründe, ich möchte es zum Selbskostenpreis abgeben und keinen Profit daran machen.

Im Internet habe ich gelesen, dass sinngemäß die Möglichkeit besteht sich rechtlich abzusichern, indem man einen Satz unter die Bilder setzt, welcher besagt, dass die Urheberrechte nicht mehr in Erfahrung gebracht werden konnten. Besteht diese Möglichkeit oder sind andere Möglichkeiten vorhanden die Bilder, deren Herkunft mir nicht bekannt ist, trotzdem zu verwenden?

Über Hilfe in Form einer Antwort würde ich mich sehr freuen und möchte mich vorab bedanken.
03.03.2005 | 21:08

Antwort

von


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63450 Hanau
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Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wie Sie bereits richtig gesehen haben, sind auch Fotos urheberrechtlich geschützt.
Verwenden Sie also ein Foto für einen Bildband bzw. Buch ist äußerste Vorsicht geboten ! !

Im Streitfall müssen Sie nachweisen, ob Sie zur Verwendung ermächtigt worden sind, ansonsten kann von Ihnen verlangt werden, die Nutzung zu unterlassen. Im schlimmsten Fall wird das Buch eingestampft. Für den entstandenen Schaden müssten Sie auch noch haften. Also aufpassen.

Ich rate Ihnen daher, den Urheber ausfindig zu machen und mit ihm einen Vertrag zur Übertragung der Nutzungsrechte abzuschließen. Sollte dies nicht möglich sein, müssten Sie das Alter der Fotos bestimmen. Die Nutzungsmöglichkeiten der Fotos, gehen nach dem Tod des Fotograf auf dessen Erben über. Lichtbilder und Fotos sind mindestens für 50 Jahre nach Ihrem ersten Erscheinen geschützt und maximal bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.


Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen


Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 03.03.2005 | 21:31

Sehr geehrter Herr Glatzel,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung, leider haben sie jedoch meine Frage nicht beantwortet, ich habe viele Bilder auf flohmärkten und CO. erworben. Ich kann den Urheber nicht ausfindig machen, ich habe keine Möglichkeit dazu! GIBT ES AUSWEICHMÖGLICHKEITEN?

Ich habe wie bereits geschildert, gelesen, dass man in einem solchen Fall angeben kann, dass der Urheber nicht bekannt ist und man keine Möglichkeit besitzt diesen ausfindig zu machen. Stimmt diese Aussage oder nicht? Gibt es Alternativ Möglichkeiten?

Mir war bereits klar, dass im Normalfall der Urheber um Erlaubnis gebeten werden muss.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.03.2005 | 23:10

Sehr geehrter Ratsuchender,

Die Verpflichtung zur Quellenangabe entfällt nach § 63 I 4 UrhG, wenn die Quelle weder auf dem benutzten Werkstück oder bei der benutzten Werkwiedergabe genannt noch dem zur Vervielfältigung Befugten anderweit bekannt ist. Der von Ihnen vorgeschlagene Hinweis unter das veröffentlichte Bild ist daher sinnvoll.

Allerdings gilt diese Ausnahme nur dann, wenn die Fotos i.S.d. Urhebergesetzes vervielfältigt werden. So ist die Vervielfältigung u.a. nur dann zulässig, wenn Sie zum privaten Gebrauch erfolgt und nicht Erwerbszwecken dient. Die Rechtsprechung zieht hier die Grenze bei etwa 7 Exemplaren.

Ferner ist auch dann eine Vervielfältigung zulässig, wenn sie zum eigenen wissenschaftlichen Gebrauch geboten ist.

Welche Alternative nun hier einschlägig ist, kann aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts nicht abschließend geklärt werden. Eine abschließende Beurteilung ist einzellfallabhängig und bedürfte weiterer Informationen.

Unterstellt man allerdings eine zulässige Vervielfältigung, so bedarf es in Ihrem Fall keiner Quellenangabe.

Im Übrigen macht ein Verstoß gegen das Gebot zur Quellenangabe ebenso wie ein Verstoß gegen § 62 UrhG die ansonsten zulässige Werknutzung nicht insgesamt unzulässig. Es kann nur die Unterlassung der konkreten Werkverwertung ohne Quellenangabe verlangt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
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