Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Übungsleiterpauschale - Student und Trainer im Sportverein

| 04.04.2015 13:54 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

leider kann ich als Student nicht so viel bieten. Ich wäre allerdings sehr dankbar, wenn mir jemand trotzdem schnell weiterhelfen würde.

Ich arbeite neben dem Studium sieben Stunden als Trainer in einem Sportverein.

In der Satzung des Vereins steht, dass dieser durch die Ausübung des Sports ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung verfolge. Folglich wäre ich nebenberuflich als Übungsleiter für einen gemeinnützigen Verein tätig, sodass ich von der Übungsleiterpauschale in Höhe von 2400 € Gebrauch machen könnte. Bin ich allerdings nur „im Dienst oder Auftrag" des gemeinnützigen Vereins tätig,

- wenn ich dem Verein eine Rechnung stelle und vom diesem bezahlt werde

oder auch,

- wenn ich die Schüler im Rahmen des Trainingsplans des Verein trainiere und ich den Eltern jedoch direkt die Rechnungen stelle?

Eine Zeit lang stellten die Trainer dem Verein die Rechnungen und wurden anschließend von diesem bezahlt. Dieses Modell hat der Verein jedoch wegen der Gefahr der Scheinselbstständigkeit verworfen, sodass nun die Trainer die Rechnungen den Eltern stellen und von ihnen direkt bezahlt werden. Ich befürchte, dass ich deswegen die Übungsleiterpauschale nicht mehr von meinem Einkommen abziehen darf. Allerdings habe ich das Problem, dass ich beim BAföG (406,66 €), bei der Familienversicherung (405 €) und bei der Deutschen Rentenversicherung (450 €) verschiedene monatliche Einkommensgrenzen beachten muss, die ich ohne den Abzug der Übungsleiterpauschale überschreiten würde.

Deswegen folgende Idee, um nicht weniger verdienen zu dürfen:
Der Verein stellt in Zukunft drei meiner Gruppen die Rechnungen, sodass ich für diese drei Stunden wieder vom Verein bezahlt werde. Die Entgelder würden 200 € im Sinne der Übungsleiterpauschale nicht überschreiten, sodass diese 200 € nicht auf mein Einkommen angerechnet werden.
Den anderen vier Gruppen stelle ich die Rechnungen, sodass ich für diese vier Stunden direkt von den Eltern bezahlt werde. Diese Einnahmen stellen dann mein Einkommen dar.
Ist diese Überlegung richtig als auch rechtlich für den Verein und mich möglich?

Desweiteren müsste ich wissen, wie sich mein monatliches Einkommen berechnet. Ein Steuerberater meinte telefonisch zu mir, dass es auf den Zahlungseingang ankomme. Ich solle die Einnahmen eines Jahres addieren und anschließend durch 12 (Monate) teilen, um das monatliche Einkommen zu ermitteln. Ist dies tatsächlich richtig?

Eine letzte Frage hätte ich noch bezüglich des § 14 Abs. 4 UStG und des § 33 UStDV : Kann es vom Finanzamt nachträglich geahndet werden, wenn die Steuernummer, die Rechnungsnummer oder die Kleinunternehmerregelung auf einer Rechnung nicht vermerkt ist?

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und würde mich über eine Antwort sehr freuen.


Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn Sie Rechnungen an die Eltern stellen und auch von den Eltern bezahlt werden, können Sie den Übungsleiterfreibetrag i.S.v. § 3 Nr.26 EStG nicht geltend machen, denn Auftraggeber ist dann nicht der Verein. Die Eltern sind keine gemeinnützige Organisation.
Wenn Sie direkt von den Eltern bezahlt werden, ist dies unabhängig vom Verein. Sie müssen diese Beträge selber versteuern. Dies ist neben der Abrechnung gegenüber dem Verein möglich.
Das monatliche Einkommen errechnet sich, wie Ihnen dies Ihr Steuerberater mitgeteilt hat.
Nach § 11 EStG gilt das Zufluss- und Abflussprinzip. Maßgeblich kommt es auf die erzielten Einkünfte innerhalb Abrechnungszeitraumes an.

Wenn Sie Ihre Rechnungen nicht gemäß den Vorgaben von § 14 UStG erstellen, besteht bei einer Betriebsprüfung beim Rechnungsempfänger die Gefahr, dass die Rechnung nicht anerkannt wird. Der Rechnungsempfänger kann dann z.B. keine Betriebsausgabe geltend machen oder ist nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Da Sie als Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer ausweisen, ist letzteres unbedeutend.
Es ist zudem möglich, dass Sie die nicht ordnungsgemäßen Rechnungen korrigieren.
Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner

Rückfrage vom Fragesteller 05.04.2015 | 13:31

Sehr geehrte Frau Lindner,

vielen Dank für Ihre schnelle und hilfreiche Antwort!

Bezüglich der Berechnung des monatlichen Einkommens hätte ich noch eine Nachfrage:
Folgendes Beispiel: Ich arbeite z.B. im Juni 2015 ausnahmsweise einen Tag für eine Agentur in einem Anstellungsverhältnis und bekomme im Juli 2015 dafür 80 € überwiesen. Um das monatliche Einkommen im Jahr 2015 zu ermitteln,
1) addiere ich die 80 € einfach mit den Einnahmen aus der Trainertätigkeit und teile diese durch 12 (Monate)
oder
2) zählen die 80 € nur für den Juni (Einsatzmonat) bzw. für den Juli (Zahlungseingang)?
Ich frage, weil ich nicht weiß, ob es bei der Berechnung des monatlichen Einkommens einen Unterschied macht, ob die Einnahmen aus selbstständiger Arbeit oder aus einem Angestelltenverhältnis stammen.

Ich hätte noch eine Nachfrage bezüglich des § 14 UStG und des § 33 UStDV :
Leider liegen viele der nicht ordnungsgemäßen Rechnungen bereits weit zurück, sodass ich diese dummerweise auch nicht mehr korrigieren kann. Allerdings hat mich noch nie einer meiner Kunden auf die fehlenden Daten angesprochen, ich bin nur zufällig auf die beiden Paragraphen gestoßen.
Bei den meisten fehlerhaften Rechnungen handelte es sich jedoch um Kleinbetragsrechnungen. Allerdings habe ich trotzdem Angst, dass ich wegen der Fehler ein Bußgeld vom Finanzamt erwarten muss, wenn ein Finanzbeamter auf die Rechnungen aufmerksam wird. Ist es dem Finanzamt möglich, in diesem Fall ein Bußgeld zu verhängen? Falls ja, wie hoch kann das ausfallen?


Ich danke Ihnen nochmals für Ihre schnelle Auskunft und wünsche Ihnen frohe Ostern!


Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.04.2015 | 15:25

Ihre Nachfrage beantworte ich Ihnen wie folgt:

Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer. Das monatliche Einkommen errechnet sich in Ihrem Falle wie bereits oben dargestellt. Die einmaligen Einkünfte von 80 Euro werden auf 12 Monate verteilt.

Werden die Rechnungen nicht gemäß § 14 UStG ausgestellt, ist dies dann problematisch, wenn Sie dadurch eine Steuerhinterziehung erleichtern oder trotz Kleinunternehmerregelung Umsatzsteuer ausweisen. Eine fälschlicherweise ausgewiesene Umsatzsteuer müssen Sie abführen, da die Gefahr besteht, dass der Empfänger den Vorsteuerabzug geltend macht.

Da dies bei Ihnen nicht erfolgte und auch keine Anhaltspunkte vorliegen, dass Sie Steuerstraftaten erleichtern oder Beihilfe hierzu leisten, dürften die formell nicht ordnungsgemäß erstellten Rechnungen für Sie unbedeutend sein. Gerade bei den Kleinbetragsrechnungen sind die Vorgaben deutlich weniger streng. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass das Finanzamt die Rechnung beim Rechnungsempfänger nicht als Betriebsausgabe anerkennt.
Ich wünsche Ihnen ebenso frohe Ostern und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner

Bewertung des Fragestellers 07.04.2015 | 00:28

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Vielen Dank für die schnelle, präzise und verständliche Antwort! Immer wieder gerne!

"