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Üble Nachrede vom Arbeitskollegen wegen neuer Partnerin

27.08.2011 18:02 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Ich bin 48, Beamter bei der Bundeswehr. 2007 Stalking betrieben gegen Ex. Strafsache wurde gegen 1200 Euro eingestelltin 2008Disziplinarverfahren wurde wegen psychischer Störung/Alkoholmissbrauch auch eingestelltin 2008. Seit dem normales Leben, auch ohne Alkohol.

Seit einem Jahr eine Freundin.
Vor 2 Wochen sieht mich ein Mitabeiter der Dienststelle (ca. 1000 Beschäfttigte) mit meiner Freundin. Einige Tage später sucht dieser Mann seine Nachbarin auf, welche Schwester meiner Freundin ist und meint, vor mir warnen zu müssen.

Die Freundin will sich vermutlich trennen. Ich habe den Mann, den ich, wenn überhaupt vom sehen in der Diensstelle kenne, privat angerufen. Er meinte: Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, solle ich zum Anwalt oder zur Polizei gehen, ihn aber nicht privat erneut anrufen, sonst würde er "Schritte" einleiten.

Frage: Wie soll ich reagieren?

Hier kommt es auf die genaue Äußerung des Mitarbeiters an. Sofern er sich nur hinsichtlich der Tatsachen geäußert hat, also beispielsweise zum Stalking, liegt keine üble Nachrede vor. Die ist nur gegeben, wenn er Unwahrheiten verbreitet hat. Insofern sollten Sie versuchen den genauen Wortlaut herauszufinden und dann zu analysieren, ob dies den Tatsachen entspricht. Hinsichtlich des Stalkings erbringt das Strafurteil gem. § 190 StGB bereits den Wahrheitsbeweis, sodass Sie in dieser Hinsicht wenig unternehmen können.

Allerdings kann trotz erwiesener Wahrheit der Behauptung eine Formalbeleidigung nach §§ 185, 192 StGB vorliegen. Dadurch, dass die bereits länger zurückliegende Problematik des Stalking wieder aktualisiert wurde und ihr somit erneut stärkeres Gewicht verliehen wurde, kann durchaus eine Formalbeleidigung vorliegen. Auch untermauert die im Raume stehende Trennung aufgrund dieser Äußerungen das Vorliegen einer Beleidigung.

Da eine Beleidigung nach § 185 StGB nicht von Amts wegen verfolgt wird, müssen Sie hier unbedingt Strafantrag stellen. Beachten Sie hierbei, dass gem. § 77b Abs. 1 StGB eine Frist von lediglich 3 Monaten läuft, binnen derer Sie den Strafantrag gestellt haben müssen.

Zum weiteren Vorgehen rate ich von erneuter Kontaktaufnahme mit dem Mitarbeiter ab. Dies schafft nur weitere Spannungen und könnte im schlimmsten Falle zu einer Gegenanzeige führen.

Im Falle einer Anzeige kann es passieren, dass der Staatsanwalt das Verfahren einstellt und Sie auf den Privatklageweg verweist. Diesen sollten Sie dann auch beschreiten und die Sache zu einem Urteil bringen, da Sie nur auf diese Weise Rechtssicherheit erreichen können und so im Erfolgsfalle einen "Warnschuss" für potenzielle Nachahmer abgeben können.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort weitergeholfen zu haben. Sollten noch Unklarheiten bestehen, so nutzen Sie bitte die kostenlose Rückfrageoption.

Nachfrage vom Fragesteller 27.08.2011 | 19:14

Hallo,
danke für die Antwort.

Was können sie mir noch raten, damit ich nicht als Beamter wieder Ärger bekomme?
Die Beziehung ist sowieso zu Ende. Ob hier und da
jemand über mich redet, ist auch nicht ganz so wichtig.
Ich habe nicht damit gerechnet, dass der Mann am Telefon so in Gegenwehr geht.

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.08.2011 | 19:45

Sehr geehrter Fragesteller,

gerade als Beamter sollten Sie unbedingt abwägen, ob es das Risiko wert ist. Nur wenn Sie sich sicher sind, dass tatsächlich eine Beleidigung vorliegt (lässt sich meist aus Andeutungen der Staatsanwaltschaft erkennen), sollten Sie den Prozess zuende führen. Im Falle eines Unterliegens besteht immer die Gefahr, dass dies zum Ansporn für "Kneipendiskussionen" dient und sich Ihre Situation hierdurch weiter verschlechtert.

Ansonsten lassen Sie sich nicht provozieren und versuchen Sie vorerst keine Kontaktaufnahme mit Personen, die derartig über Sie reden. Nach Abschluss dieses Verfahren kennen Sie die Erfolgsaussichten einer Anzeige und können diese Dinge gegebenenfalls dann immer über die Polizei regeln lassen. Dies dürfte auf Dauer auch abschreckende Wirkung haben.
Sollte es allerdings an Ihrer Arbeitstelle zum Mobbing kommen, sollten Sie sich unbedingt einen Anwalt nehmen, der Ihre Interessen schützt.

Mit freundlichen Grüßen

Marc Uppenkamp
Rechtsanwalt

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