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Üble Nachrede oder Verleumdung

| 26.09.2020 21:56 |
Preis: 50,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


In meinem Falle vermischt sich Arbeitsrecht/Strafrecht, bin mir daher nicht sicher, welchem Gebiet ich es zuordnen soll.
Erstmal zur Vorgeschichte: Habe vor 10 Jahren bei einem Unternehmen für 5 Monate im Personalbereich gearbeitet, auf eigenen Wunsch gekündigt, kurz zum Hintergrund:
Innerhalb einer Frauendominierten Abteilung gab es bereits Mobbing untereinander, ein sehr schlechtes Betriebsklima. Der Grund meiner Kündigung lag bei einer Mitarbeiterin X, welche schlecht über mich geredet hat, sobald ich das Zimmer verlassen habe, meine Arbeit schlecht geredet hat, es erfolgte bewusst eine miserable bzw. keine Einarbeitung. Hierbei instrumentalisierte sie 2 weitere Mitarbeiterinnen, welche ebenfalls keine Einarbeitung vorgenommen haben. Gleichzeig hatte X auch mein Gehalt bearbeitet, sie hatte somit Einblick in meine Gehaltsstufe, es war geplant, eine höhere Funktion zu erwerben. Hier entstand somit vermutlich Neid und Angst bei Frau X.
Sonst hatte ich keine Probleme in dem Unternehmen, habe mich gut mit dem Personalleiter und der Geschäftsführung verstanden. Auf meine damalige Bitte, mit X ein Gespräch zu führen, zusammen mit dem Personalleiter, hatte in der Folge nichts gebracht, obwohl ich ihr die Hand gereicht habe. Selbst der Personalleiter sagte ihr in dem gemeinsamen Gespräch, dass bei ihr ein paar Missverständnisse vorliegen müssten. Da keine Besserung erfolgte, der Personalleiter generell mit den Damen etwas überfordert war, habe ich meine Kündigung eingereicht und stand kurze Zeit in Arbeitsunfähigkeit mit Krankengeldbezug wegen dieses Arbeitsplatzkonfliktes und finanzielle Sorgen (Familie, Eigenheim…). Zwar konnte ich nach 2 Monaten eine neue Stelle anfangen, hatte jedoch enorme Gehalts-Einbußen.
Ein Arbeitszeugnis wurde mit gut ausgestellt („stets zur vollen Zufriedenheit…").

Nun 10 Jahre später habe ich über meine Aussendienst-Tätigkeit bei einer Krankenkasse eine erneute Schnittstelle bei o. g. Ex-Arbeitgeber. Ich wusste bei meinem Anruf bis dahin nicht, ob X noch dort arbeitet, war mir aber auch erst mal egal. Mit einer mir unbekannten anderen Ansprechpartnerin hatte ich einen Termin vereinbart.

Es erfolgte taggleich durch X ein Anruf bei meiner Kollegin. Sie erwähnte bei meiner Kollegin „es ging um etwas persönliches" und sie „wünsche sich einen anderen Ansprechpartner". Dies im Hinblick auf „meine Probleme bei dem Unternehmen". Das fand ich sehr befremdlich. Die E-Mail der Kollegin und die getätigte Aussage der Mitarbeiterin X habe ich somit nun schwarz auf weiß.
Diesen „persönlichen" Wunsch habe ich erst einmal ignoriert. Habe einen Tag vor dem vereinbarten Termin der anderen Ansprechpartnerin eine Terminbestätigung per E-Mail gesandt., da bis dahin von ihr keine Absage kam.
Am nächsten Tag rief der Personalleiter ebenfalls in meinem Unternehmen an, vermutlich auf Verlangen von X. Aufgrund des „Wunsches seiner Mitarbeiterin" müsste er auf einen anderen Kundenberater bestehen, da er sich dem Wunsch seiner Mitarbeiterin beugen müsste, das sei „wie in einer Ehe"….
Er wollte jedoch betonen, dass es in meinem Unternehmen keinen falschen Eindruck hinterlassen sollte. Daraufhin habe ich aufgrund der erhaltenen Informationen den Termin abgesagt und gleichzeitig den Personalleiter per E-Mail um Rückruf gebeten, mich oder alternativ meine Führungskraft zurückzurufen (falls er sich nicht traut, mit mir zu sprechen), um über die Angelegenheit zu sprechen und nach einer Lösung zu suchen. Es erfolgte keine Rückmeldung.
Daraufhin erhielt ich nun eine Einladung von meiner Führungskraft zu einem „Kritikgespräch", in dem über den „Ablauf des abgesagten Termins" sowie „das weitere Vorgehen gesprochen werden soll", ich wurde gebeten, keinen Kontakt zu der Firma aufzunehmen.
Mich hat das alles nun aus der Bahn geworfen, bin sehr verwirrt über diese Rufschädigung, bin aktuell arbeitsunfähig aufgrund des gesamten Vorgehens.
Meines Erachtens habe ich auch richtig gehandelt, da der ausdrückliche Wunsch erst mal im Vordergrund steht, jedoch die Rufschädigung im Raume steht. Wichtig wäre auch, dass nach den „Wettbewerbsgrundsätze der GKV" ohne vorherige ausdrückliche Zustimmung des Kunden kein Besuch stattfinden darf. Insofern hatte ich keine Bedenken gehabt bei meinem Arbeitgeber. Somit eine aktuelle Zwickmühle.
Meine Fragen:
-Handelt es sich hierbei um üble Nachrede oder Verleumdung und kann ich gegen die Mitarbeiterin X, welche mir bereits in der Vergangenheit Probleme gemacht hat, nun aktuell vorgehen aufgrund dieses Anrufes, ggf. auch gegen den Personalleiter rechtliche Schritte unternehmen? Oder nur gegen X? Oder muss ich gegen das Unternehmen generell vorgehen, ein relativ großer Arbeitgeber mit über 3500 Arbeitnehmern und darf ein Ex-Arbeitgeber überhaupt solche Anrufe tätigen?
-Sollte ich davon Abstand halten, gerade im Hinblick auf die Geschäftsinteressen meines jetzigen Arbeitgebers. Ich gehe davon aus, dass ansonsten Kunden verloren gehen aus dem Unternehmen (oder ginge das meinen Arbeitgeber nichts an, da privatrechtlich vorgegangen werden kann…).
-Halten Sie eine Terminabsage in diesem Falle für legitim, ohne arbeitsrechtlich mit Konsequenzen rechnen zu müssen?

Für ihre Unterstützung danke ich Ihnen

27.09.2020 | 00:04

Antwort

von


(720)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie haben einen Anspruch auf Unterlassung, wenn Aussagen von Personen geeignet sind, Sie in Ihrer Ehre herabzuwürdigen und Sie dadurch Nachteile erleiden - dieser Anspruch wäre gegen die Personen direkt zu richten (also Mitarbeiterin, Vorgesetzter), nicht gegen die ganze Firma, es handelt sich um einen direkten Anspruch.

Problematisch ist hier nur, dass keiner (bis heute) ausspricht, weshalb besagte Dame mit Ihnen ein Problem hat. Es wurde damals - und wir heute - nur nebulös gesagt, Sie sollen keinen Kontakt aufnehmen - warum nicht, bleibt im Dunkeln. Dadurch entsteht viel Raum für Interpretationen - jedoch mangels Konkretisierung wird es schwierig, rechtlich den Anspruch durchzusetzen.

Sprechen Sie mit Ihren Vorgesetzten, werden Sie selber aktiv und klären alles auf, wie es war.

Ich würde nicht zur Durchsetzung des Anspruches raten, es könnte nur schlimmer werden, vor allem, wenn Sie mangels Konkretisierung nicht nachweisen können, dass eben ein Schaden entsteht - entstanden ist.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Rückfrage vom Fragesteller 27.09.2020 | 07:36

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Ich war aktiv....hatte das Problem sogar bei der Einstellung erwähnt.
Aktuell hatte ich es auch der Führungskraft erklärt, wie die Entwicklung dort war.

Also ich fasse zusammen und meine konkrete Nachfrage:
Es kann jemand anderes schlecht über sie reden, und ich muss die Gründe seines persönlichen Problems oder die Befindlichkeiten nachweisen, dass ich etwas unternehmen kann? Eine Unterlassungsaufforderung/-klage ist nicht möglich?

Sie stellen richtig fest, sowohl damals als auch heute kenne ich das persönliche Problem oder die Befindlichkeiten nicht, bedeutet doch aber nicht, wenn ich es nicht kenne, dass X durch die Gegend telefonieren kann, und einen "falsches Zeugnis" hinterlassen kann.

Wie gesagt, ich hatte keine Probleme, und ich erhielt ein gutes Zeugnis. Mein Verhältnis zum Personalleiter und der Geschäftsführung war einwandfrei, im damaligen Gespräch wurde nicht mir, sondern der Dame "Missverständnisse" vorgeworfen.
Die Dame ruft bei meinem neuen Arbeitgeber an, und behauptet, dass ich Probleme hatte bei dem Unternehmen hatte. Das ist herabwürdigend. Ein gesundheitlicher und finanzieller Schaden ist damals aufgetreten, und nun ein "Rezidiv".
Ich warte nun das Kritikgespräch ab, was mir hier vorgeworfen wird, und ob hieraus bereits weitere Folgen bzw. "ein Schaden" zu erwarten sind. Davon mache ich es abhängig. Ich freue mich jedoch nochmals auf eine Rückmeldung.
Danke, herzliche Grüße und schönen Sonntag!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.09.2020 | 12:32

Es kann jemand anderes schlecht über sie reden, und ich muss die Gründe seines persönlichen Problems oder die Befindlichkeiten nachweisen, dass ich etwas unternehmen kann? Eine Unterlassungsaufforderung/-klage ist nicht möglich?

Nein, das natürlich nicht. Sie müssen konkret jedes einzelne Wort auf den Wahrheitsgehalt untersuchen und das muss dann eindeutig dahingehend sein, dass Sie wider der Wahrheit beschuldigt werden. Wenn also die Dame sagt, dass Sie damals in der Firma Probleme hatten (stimmt, ja:mit ihr), aber sagt, dass dies von Ihnen ausging (stimmt nicht), dann können Sie gegen Letzteres etwas unternehmen, gegen Ersteres nicht.

Z.B: sagt sie: Sie haben schlechte Arbeit gemacht (Unterlassungsgrund, da nicht wahr)
Sie sagt, Sie hatten Probleme mit Mitarbeitern (Auslegungssache, von wem es ausging)
Sie sagt, "meine Probleme bei dem Unternehmen": das ist Auslegungssache, aber eher falsch, da Sie keine Probleme hatten, sondern die Frau mit Ihnen.

vermutlich auf Verlangen von X...das müssten Sie genau wissen

Sie sehen, es ist sehr schwer, dem Habhaft zu werden, daher müssen Sie genau den Wortlaut des Gespräches kennen und dann tätig werden.

Viel Erfolg.

Bewertung des Fragestellers 27.09.2020 | 16:47

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 27.09.2020
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